«Alpentöne» Festival: Einheimische erhalten Plattform

ALTDORF ⋅ Am Samstag und Sonntag, 19. und 20. August, sind auf dem Lehnplatz wieder viele Urner Formationen zu hören. Das Spektrum reicht von Volksmusik bis hin zu rockigen, jazzigen Klängen.
09. August 2017, 05:00

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Die Kapelle Huser eröffnet am Samstag, 19. August, 9.30 Uhr, die einheimischen Töne auf dem Lehnplatz in Altdorf mit lüpfiger Musik. Michel Huser, Hans Brun und Hans Peter Schuler wollen mit Handorgel, Schwyzerörgeli und Kontrabass die Zuhörer erfreuen. Ihr Repertoire besteht aus Tänzen von Kasi Geisser, Giovanelli-Melodien, Musik aus dem Schächental und auch aus eigenen Stücken.

Jeweils im Sommer führt die Musik­schule Uri ein Lager durch, in dem die Schüler ein Konzertprogramm erarbeiten. Mittlerweile ist es Tradition, dass das Gelernte im Rahmen von «Alpentöne» aufgeführt wird. Am Konzert um 10 Uhr im Theater Uri beteiligen sich Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren.

Seit mehr als 14 Jahren machen die Sheepheadmonkeez Musik und spielen ihre Interpretationen von Ska-Songs, alten Jazzklassikern und Traditionals aus allen möglichen (Pop-)Kulturen. Auch beim Konzert um 10.45 Uhr auf dem Lehnplatz kann es sein, dass Ska-Grössen wie die Skatalites auf Super Mario treffen oder Technopop aus den Achtzigern mit der Titelmelodie eines Fernsehkrimis verschmilzt.

Seit Frühjahr 2014 experimentieren Wondersen mit verschiedenen Musikrichtungen. Es werden Elemente von Jazz und Blues in bekannte Stücke integriert. Diese werden verändert und neu zusammengestellt. Mit zusätzlichen Instrumenten kommen neue Klänge – das zeigt auch die kürzliche Erweiterung der Band mit Bass und Schlagzeug. Aus etlichen Jams entstehen erste Eigenkompositionen. Zu hören sind Wondersen um 14.15 Uhr auf dem Lehnplatz.

Die Indie-Rockband Bye Felicia aus Altdorf bezieht in ihrer Musik Jazz- und Blues-Elemente mit ein. Das ursprüngliche Band-Trio entstand im Frühjahr 2016 aus langen Jam-Sessions und Nächten in einem alten Proberaum. Mitte September 2016 wurde die Gruppe auf vier Personen erweitert. Seither gab die Band regelmässig Konzerte, unter anderem auch am Festival Andermatt Live. Bei «Alpentöne» ist die Band um 15.30 Uhr auf dem Lehnplatz zu hören.

Jazz, Funk Rock, Ska und Hip-Hop im Brass-Sound

Zwölf Freunde im «Edelwysshämmli». Das ist ein ungewohntes Bild für eine Brass-Formation. Noch ungewohnter ist der Sound von Urknall. Eine klare musikalische Ausrichtung interessiert die jungen Urner genau so wenig wie einige schräge Töne, die erklingen. Die Musiker mischen um 16.45 Uhr auf dem Lehnplatz Jazz, Funk, Rock, Ska, Hip-Hop und Brass-Klassiker.

Was in den frühen Neunzigerjahren mit einer Zufallsbekanntschaft begann, wird auch nach 25 Jahren mit Leidenschaft und Elan fortgeführt. The ­Shameless lassen in ihrer Musik das Sturm- und Drang-Gefühl der Sechziger- und Siebzigerjahre aufleben und pflegen ein weit gefächertes Repertoire, das auch aktuelle Songs enthält. Wer die Energie einer klassischen Rockband, ausufernde Gitarrensoli und ausdrucksvolle Gesangs­linien mag, sollte sich den Auftritt von The Shameless um 18 Uhr nicht entgehen lassen.

Am Sonntag beginnt’s mit Blaskapellentönen

Am Sonntagmorgen eröffnet die Seedorfer Blaskapelle um 10 Uhr auf dem Lehnplatz das einheimische Musikprogramm. Die 14 Musikanten spielen traditionelle böhmisch-mährische Melodien bis hin zur modernen Unterhaltungsmusik.

Das Ländlertrio Rossstockgrüäss, das um 11.15 Uhr auf dem Lehnplatz zu hören ist, besteht aus drei gleichaltrigen jungen Männern. Sie gingen miteinander in die Schule. In der Oberstufenzeit entdeckten sie ihr gemeinsames Interesse an der Ländlermusik und gründeten eine Formation. Mittlerweile machen sie schon sieben Jahre zusammen Musik. Sie pflegen den urchigen und lüpfigen Innerschweizer Stil und spielen gerne zum Tanz auf.

Um 12.30 Uhr spielt die Urner Örgeli-Grossformation Alpäblüemli auf dem Lehnplatz. Sie besteht zurzeit aus 19 Mitgliedern. 1998 gegründet, wird die Grossformation seit Beginn von Sepp Imhof geleitet. Die Gruppe pflegt das Schwyzerörgelispiel in der Grossformation und das gesellige Leben in guter Kameradschaft. Die traditionelle, urchige Volksmusik im Innerschweizer Stil sorgt für gute Stimmung.

Soundprojekt Studio 21 ist ein generationenübergreifendes Musikprojekt. Ein Projekt, bei dem Alt und Jung, Profi und Semiprofi zusammentreffen. Das Musikexperiment, bei dem mit unterschied­lichen Kulturen und Stilen wie Funk, Pop, Soul, Rap, Latin und Jazz jongliert wird, ist um 13.45 Uhr auf dem Lehnplatz zu hören.

Der Altdorfer Livio Baldelli setzt sich bereits seit längerem in verschiedenen musikalischen Projekten und mit Bands wie Esperanto, Einzig und dr Andr oder Uriginal mit der Urner Lieder­tradition auseinander. Für Alpentöne 2017 wird er sich um 15 Uhr auf dem Lehnplatz nebst bekannten Kompositionen wie «Zoogä am Boogä» oder «Meiteli, wenn dü witt go tanzä» auch zeitge­nössischen Liedermachern wie ­Benno Muheim oder Paul Gisler widmen. Baldelli wird seine eigenen Interpretationen dieser Urner Mundartlieder auf die Festivalbühne bringen.


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