Erstfeld legt positive Bilanz vor

RECHNUNG ⋅ Die Energiestadt kann für 2017 ein sehr erfreuliches Rechnungsergebnis präsentieren. Dank Mehreinnahmen bei den Steuern und Einsparungen resultiert ein Gewinn von 924 000 Franken.
17. April 2018, 05:00

Markus Herger

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Die Erstfelder Gemeindefinanzen haben sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. Dieser Trend hat sich auch im Jahr 2017 fortgesetzt. Die Jahresrechnung weist bei Aufwendungen von 11,5 Millionen Franken und Erträgen von 12,4 Millionen einen operativen Gewinn von rund 949 000 Franken aus. Das Ergebnis ist somit um 924 000 Franken besser ausgefallen als budgetiert. Aufgrund des guten Abschlusses wurden zusätzliche Abschreibungen im Umfang von 893000 Franken vorgenommen. Der verbleibende Gesamterfolg von 23 000 Franken wird dem Bilanzüberschuss gutgeschrieben.

Die Investitionsrechnung 2017 weist bei Ausgaben von 677000 Franken und Einnahmen von 50000 Franken eine Nettoinvestitionszunahme von 627000 Franken aus. Budgetiert war eine Nettoinvestitionszunahme von 2,4 Millionen Franken. Gesamthaft fallen die Nettoinvestitionen der Gemeinde somit um 1,8 Millionen tiefer aus als budgetiert. Der Grund liegt in den später anfallenden Kosten für die Sportanlage Pfaffenmatt.

Weniger Sozialhilfe und höhere Steuererträge

Zum verbesserten Rechnungsergebnis haben verschiedene Positionen beigetragen. Im Bereich der «Wirtschaftlichen Hilfe» konnte im Vergleich zum Budget ein Minderaufwand von knapp 219000 Franken verzeichnet werden. Eine deutliche Verbesserung ergibt sich auch bei den Abschreibungen. Aufgrund zusätzlicher Abschreibungen in den Vorjahren sowie tieferer Nettoinvestition fällt diese Position im vergangenen Jahr um rund 276000 Franken tiefer aus.

Bei den Steuern konnten Mehreinnahmen von gesamthaft einer halben Million Franken erzielt werden. Bei jenen der natürlichen Personen belaufen sich die Mehrerträge auf 85000 Franken. Um rund 360000 Franken höher ausgefallen sind die Steuern der juristischen Personen. Es handelt sich grösstenteils um Steuererträge aus Vorjahren von Firmen, welche auf der Neat-Grossbaustelle in Erstfeld tätig waren. Diese Erträge sind einmalig. Ebenfalls gestiegen ist der Anteil bei den Grundstückgewinnsteuern. Hier resultiert ein Mehrertrag von 64000 Franken. Positiv ins Gewicht fällt auch der sehr tiefe Zinsaufwand.

Solide Finanzlage dank Schuldenabbau

Die guten Rechnungsergebnisse der Gemeindekasse in den vergangenen Jahren haben zu einer markanten Verbesserung der Finanzlage geführt. Gemäss Bilanz wird per 31. Dezember 2017 ein Nettovermögen von 3,6 Millionen ausgewiesen. Dies entspricht einem Pro-Kopf-Vermögen von 932 Franken (Vorjahr: 827). Vor fünf Jahren musste noch eine Verschuldung von 669 Franken pro Einwohner ausgewiesen werden.

Per 31. Dezember weist die Einwohnergemeinde Erstfeld ein Eigenkapital von 4,71 Millionen aus (Vorjahr 4,68 Millionen). Mit den guten Rechnungsergebnissen wurde ein solides Fundament für die Finanzierung der geplanten Grossprojekte geschaffen. Allein für die Sanierung und Erneuerung der Schulanlagen wird in den nächsten 10 Jahren mit Kosten von 15 Millionen gerechnet.

Das Fremdkapital konnte 2017 um weitere 1,9 Millionen auf 4,9 Millionen abgebaut werden. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten muss die Gemeinde heute zu einem durchschnittlichen Zinssatz von 0,68 Prozent verzinsen. Gesamthaft konnten die mittel- bis langfristigen Schulden in Erstfeld in den vergangenen 10 Jahren um über 9 Millionen reduziert werden.

Über die Rechnung 2017 ­befinden die Einwohner von Erstfeld an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch, 6. Juni. ­Daneben erfolgt auch die ­Rechnungsablage 2017 der Gemeindewerke und des Pflegeheims Spannort. Auf der Traktandenliste stehen im Weiteren Einbürgerungsgesuche sowie Kreditbegehren. Für die weitere Bearbeitung der Sanierungsprojekte im Bereich der Schulanlagen ist eine neue Planungskommission zu wählen.


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