Dezembertage 2017: Es gab einen richtigen Hype

BILANZ ⋅ Die Dezembertage 2017 waren ein voller Erfolg. Im Theater Uri war praktisch jede Veranstaltung ausverkauft. Doch nun plant Heinz Keller bereits die nächste Ausgabe und macht sich dabei gleich selber ein Abschiedsgeschenk.
29. Dezember 2017, 08:08

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

Die 18. Altdorfer Dezembertage sind Geschichte. Noch sind nicht alle Zahlen ausgewertet, dennoch steht bereits jetzt fest: Die Dezembertage 2017 waren ein voller Erfolg.

Rund 7500 Zuschauer besuchten zwischen dem 15. November und dem 23. Dezember eine der 37 Kulturveranstaltungen in Altdorf. Alleine im Theater Uri wurden 5400 Zuschauer gezählt; bis auf zwei Vorstellungen waren dort alle der 33 Einzelveranstaltungen ausverkauft. Für das Urner Krippenspiel gab es sogar eine Zusatzvorstellung. Und auch die Veranstaltungen im Kellertheater im Vogelsang lockten viel Publikum an. An der Weihnachtsdisco vom 23. Dezember beispielsweise mussten die Veranstalter sogar einige Leute wieder nach Hause schicken. Die Studiofilme im Cinema Leuzinger wurden ebenfalls rege besucht.

«Es dürfte wohl eine Nullrechnung geben»

«Es gab einen richtigen Hype um die diesjährigen Dezembertage», freut sich Heinz Keller, Leiter des Theaters Uri. «Wir dürfen wirklich sehr zufrieden sein.» Zu den diesjährigen Höhepunkten im Programm zählt Keller die Neuinszenierung des Urner Krippenspiels, die Grossveranstaltung TriEvent sowie die Vorstellung der Slam-Poetin Hazel Brugger. Zudem habe auch das Komikerduo Lapsus viel Publikum angelockt. Ein weiterer Höhepunkt war für Keller das Jubiläumskonzert «Burgilla» des Musikvereins und des Kirchenchors Bürglen.

An den Dezembertagen machten wiederum das Theater Uri, das Kellertheater im Vogelsang, die Kantonsbibliothek, das Haus der Volksmusik, das Haus für Kunst Uri und das Cinema Leuzinger mit. Dieses Jahr fanden zudem Veranstaltungen in der Aula Hagen sowie im Türmli beim Telldenkmal statt.

Trotz des grossen Erfolgs rechnen die Organisatoren kaum mit Gewinn. «Es dürfte wohl eine Nullrechnung geben», prophezeit Keller. Dies sei aber nicht so schlimm, da das Theater Uri einen Öffentlichkeitsauftrag habe und unter dem Jahr mit Vermietungen Geld verdiene. Viel Umsatz macht das Theater aber inzwischen auch mit der Bar im Foyer. «Viele Leute bleiben nach den Vorstellungen noch im Foyer sitzen», sagt Keller. Man spüre zudem auch, dass es immer weniger Beizen im Dorf gebe und insbesondere auch der «Lehnhof» aktuell geschlossen sei. «Unsere Bar soll aber keine Konkurrenz zu den anderen Restaurants sein», sagt Keller. «Die Altdorfer Hotels und Beizen profitieren aber umgekehrt auch von einem lebendigen Theater.»

«Anfänglich gab es viele Skeptiker»

Inzwischen laufen bereits die Vorbereitungen für die 19. Dezembertage 2018 – und dies wird eine spezielle Ausgabe. Denn Heinz Keller ist zum letzten Mal Organisator der Veranstaltungsreihe. Danach geht der Theaterleiter in Pension. «Die Dezembertage sind schon ein bisschen mein Lebenswerk», sagt der Schattdorfer. «Anfänglich gab es viele Skeptiker. Doch inzwischen sind die Dezembertage ein wichtiger Motor für die Urner Kulturproduktion und eine Institution geworden.»

1999 übernahm der Verein Forum Theater Uri im Auftrag der Gemeinde das Tellspielhaus von der Tellspiel- und Theatergesellschaft Altdorf. Ein Jahr später startete der Theaterbetrieb unter der Leitung von Heinz Keller. «Anfänglich hatten wir kaum Geld, um die Löhne zu bezahlen», erinnert sich Keller. Doch er habe schnell erkannt, dass das Theater Uri eigene Veranstaltungen brauche, um eine Identität zu erhalten. «Alleine mit der Vermietung von Sälen erhält ein Theater kein Gesicht», sagt er. Daher sei er auf die Idee der Dezembertage gekommen – eine Art Adventskalender mit verschiedenen Events. «Damals stand das Theater Ende November und im Dezember jeweils fast leer.» Schnell habe er auch die anderen Altdorfer Kulturhäuser von seinem Konzept überzeugen können. «Doch ich hätte nie gedacht, dass es dieses Format so lange geben wird», sagt er stolz.

Bekannte Gesichter und viele Urner Produktionen

Für seine letzten Dezembertage macht sich der abtretende Theaterleiter nun selber ein Geschenk: Heinz Keller lädt nur Künstler ein, mit denen er über die vergangenen 18 Jahre immer wieder gern zusammengearbeitet hat oder die zum Teil auch durch das Theater Uri bekannt wurden. «Leider konnte ich aber nicht alle meine guten Freunde berücksichtigen», bedauert Keller.

Die Aushängeschilder der nächsten Ausgabe sind der bayrische Kabarettist Gerhard Polt, Endo Anaconda mit Stiller Haas, Max Lässer und das kleine Überlandorchester, Franz Hohler und der österreichische Kabarettist Alfred Dorfer. Zudem wird es auch viele Urner Produktionen geben. Nach langer Zeit tritt auch die Schattdorfer Violinistin Simone Zgraggen wieder in Altdorf auf. «Darauf freue ich mich besonders», sagt Keller. «Denn das wird eine grössere ­Sache.» Weiter werden auch der Liedermacher Hans Marty, Trompeter Christian Simmen und das Quartett «Zunderobsi» zu hören sein. Weiter planen Madlen Arnold, Maria Gehrig, Fränggi Gehrig und Carlo Gamma – auf Wunsch von Heinz Keller – ein Projekt rund um ein bekanntes Urner Lied über Blumen.

Zudem wird Dirigent Michel Truniger im Rahmen der Dezembertage auch ein Konzert mit seinem Musikverein Seedorf im Theater Uri geben. Truniger übernimmt per 2019 von Keller die Leitung des Theaters. Der Musiker und Kulturmanager arbeitet aber bereits ab Januar 2018 ein 5-Prozent-Pensum im Theater, um den Betrieb kennen zu lernen. «Mit dem Konzert von Michel Truniger vollziehen wir den Übergang bei der Theaterleitung symbolisch», sagt Heinz Keller.


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