Unwetter-Spende für Zofingen ist «eine wunderschöne Geste»

ANDERMATT/ZOFINGEN ⋅ Einen Monat nach dem Unwetter in Zofingen hat das Urner Bergdorf Andermatt der Aargauer Stadt 10000 Franken überreicht. Es revanchiert sich damit für die Unterstützung, die es vor 30 Jahren erfahren hat.
10. August 2017, 08:04

Katrin Freiburghaus, «Zofinger Tagblatt»

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Grosse Überraschung für die Stadt Zofingen: Die Gemeinde Andermatt hat der Thutstadt nach dem Gewittersturm vom 8. Juli einen Check in der Höhe von 10000 Franken übergeben. «Wir haben im Gemeinderat einstimmig beschlossen, dass wir Zofingen etwas zurückgeben wollen», sagte Yvonne Baumann, Gemeindepräsidentin von Andermatt, anlässlich der Checkübergabe am Dienstagabend im Zofinger Rathaus.

Damit spielte sie auf die Spendenaktion vom August 1987 an, als Zofingen das Urner Bergdorf nach einem verheerenden Unwetter mit 100000 Franken unterstützte. Der ehemalige Brunnenmeister, der damals bei der Übergabe anwesend war, habe den Gemeinderat kürzlich mit einem alten Zeitungsbericht auf die damalige Hilfe aufmerksam gemacht. «Es ist uns wichtig, dass wir unsere Dankbarkeit mit einer Gegenspende ausdrücken können», sagte Yvonne Baumann weiter. Dank der Unterstützung habe die Gemeinde Andermatt die Wasserversorgung wieder aufrüsten können.

Spende für spezifisches Projekt

In Zofingen zeigt man sich erfreut über die Spende: «10000 Franken sind schön. Aber noch grössere Bedeutung hat für mich die Solidarität, die man spürt», sagt Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger. Dass sich eine Gemeinde nach so langer Zeit daran erinnere und nun selber helfe, überwältige ihn. «Es ist eine wunderschöne Geste, mit der wir nie gerechnet hätten», betont der Stadtammann. Wofür Zofingen das Geld einsetzen wird, hat der Stadtrat noch nicht festgelegt. «Wir müssen zuerst schauen, welche Schäden die Versicherungen übernehmen. Dann werden wir das Geld sicher sehr ver­trauensvoll einsetzen.» Einen Wunsch hat die Andermatter Gemeindepräsidentin diesbezüglich: «Ich würde es begrüssen, wenn das Geld nicht einfach in einen grossen Topf fliesst, sondern für ein spezifisches Projekt ein­gesetzt wird.» Dass Andermatt Zofin­gen mit dem maximalen Betrag, den der Gemeinderat in Eigenkompetenz sprechen kann, unterstützt, sei ohne Diskussion klar gewesen.

Welches Ausmass der Gewittersturm am 8. Juli in der Thut­stadt annahm, zeigten die Zofinger Vertreter den Urner Gästen bei einem Apéro mittels einer Fotopräsentation. Die Bilder der grossflächigen Überschwemmungen weckten bei den Andermatter Gästen Erinnerungen an das heftige Unwetter in Uri vom August 1987. Der Strassen- und Schienenverkehr und teilweise auch die Telefonverbindungen waren unterbrochen. Besonders hart getroffen hatte es Andermatt. «Die Wassermassen hatten viel Schlamm mit sich gebracht, das hat damals grosse Schäden an Land und Dorf verursacht», erinnert sich der 80-jährige Anton Baumann, der als Brunnenmeister und Klärwärter tätig war und auch bei der Spendenübergabe dabei war. «Auch wenn wir Zofingen heute nicht ein gleich grosses Geschenk mitbringen, soll es eine Anerkennung für die Unterstützung von damals sein. Vielen herzlichen Dank.» Er würde sich freuen, wenn die beiden Orte die Kameradschaft weiterpflegen würden.

Für Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger ist klar: «Wir haben im Moment zwar keine politische Partnerschaft mit Andermatt, aber wir werden versuchen, unser Verhältnis mit der Gemeinde in Zukunft zu intensivieren.»


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