Forstpersonal bildet sich weiter

ERSTFELD ⋅ Das Arbeiten im Wald gehört bekanntlich zu den gefährlichsten Tätigkeiten. Deshalb hat das Urner Forstpersonal nun die Schulbank gedrückt, um notfalls für die Erste Hilfe gerüstet zu sein.
02. Dezember 2017, 09:12

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

In den frisch verschneiten Urner Wäldern war gestern fast kein Forstpersonal anzutreffen. Dies nicht etwa deshalb, weil es nichts zu tun gegeben hätte, sondern aus einem ganz andern Grund. Rund 40 Mitarbeiter aus allen Urner Forstbetrieben weilten auf Einladung des Amtes für Forst und Jagd im Zivilschutzausbildungszentrum Krump in Erstfeld.

Dort mussten die Fachleute für einmal nicht an Bäumen und Sträuchern, sondern an Übungspuppen und Figuranten Hand ­anlegen. Rita Zgraggen, Theres Walker und Esther Gnos vom Samariterverein Erstfeld sowie Stefan Gisler vom Samariterverein Silenen instruierten die Kursteilnehmer im Bereich der lebensrettenden Sofortmassnahmen.

Gehört zu den gefährlichsten Jobs

«Vor fünf Jahren haben wir letztmals einen solchen Erste-Hilfe-Kurs durchgeführt», erklärt Kantonsförster Marcus Tschopp zu Beginn der Veranstaltung. «Heute geht es darum, einerseits das Wissen aufzufrischen und anderseits auch Neues dazuzulernen.» Und weiter hielt Tschopp fest: «Es ist meines Erachtens sehr wichtig, das Forstpersonal à jour zu halten und auf den neusten Stand zu bringen, zumal das Arbeiten im Wald zu den gefährlichsten Jobs überhaupt gehört. Richtiges und schnelles Handeln bei Unfällen ist entscheidend.»

Der Repetitionskurs war mehrgleisig aufgebaut. Dazu sagte Tschopp: «Wir haben heute ein dichtgedrängtes Programm. Es geht Schlag auf Schlag.» Im ersten Teil wurden die Alarmierung und lebensrettende Sofortmassnahmen wie Herzdruckmassage und Mund-zu-Nase-Beatmung sowie die optimale Vorbereitung auf die zweite Hilfe geübt. Bei den Reanimationsmassnahmen wurde an Übungspuppen auch der Einsatz von automatisierten externen Defibrillatoren (AED) instruiert. Darüber hinaus wurden aber auch die Lagerung von Patienten sowie die Blutstillung, das Anbringen von Verbänden und Fixationen und vieles mehr geübt, um für den Ernstfall gerüstet zu sein.

Thematisiert wurden im theoretischen Teil auch recht­liche Aspekte. In der Schweiz ist jedermann verpflichtet, einer verunfallten Person zu helfen, wenn dies zumutbar ist. Zumindest muss über die entsprechenden Nummern die Rettung alarmiert werden. Wichtig zu wissen: Wer nichts tut oder nur dumm gafft, macht sich strafbar.

Im zweiten Kursteil stand ein Rundgang in der Rega-Basis in Erstfeld auf dem Programm. Abgeschlossen wurde der intensive Tag mit einem sogenannten Kreativ-Parcours. Dabei wurden auf dem Krump-Gelände forstspezifische Unfälle simuliert. Die Kursteilnehmer konnten somit das Repetierte und das neu Dazugelernte gleich anwenden.

Nicht alle Unfälle sind zu verhindern

Zur Sprache kam selbstverständlich auch die Unfallprävention. Im Forst gelten zehn lebenswichtige Verhaltensregeln, die zur Sicherheit eingehalten werden müssen. Doch Tschopp betonte: «Wir werden nie alle Unfälle verhindern können. Aber es ist durchaus möglich, deren Zahl mit der entsprechenden Vorsicht zu minimieren.»


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