Fussballer messen sich im Sägemehl

FLÜELEN ⋅ Ein Einmarsch mit Ehrendamen, ein Lebendpreis, spannende Gänge und ein Schwingerkönig: Beim ersten Freestyle-Schwingfest des FC Flüelen und der Hallen-Cobras fehlte rein gar nichts.
16. Juni 2017, 08:07

Schon lange geisterte die Idee in den Köpfen der Flüeler Fussballer herum, erstmals nach längerer Zeit wieder ein Schwingfest durchzuführen. Am vergangenen Samstag war es so weit: Statt ein normales Saisonabschlussfest zu feiern, verwandelte man die Allmend in eine Schwingarena. Neben Aktivspielern nahmen auch Freunde des FC Flüelen (FCF) am Wettkampf teil.

21 Athleten marschierten bei sonnigem Wetter in Begleitung von Tambouren, Ehrendamen und einem Fahnenträger zur ­Outdoor-Schwinganlage des Schwingklubs Flüelen. «Ich wurde richtig nervös», meinte FCF-Turbo Manuel «Ruppiger» Arnold. «Man kommt sich tatsächlich vor wie ein richtiger Schwinger».

FC Flüelen wählt eigenen Modus

Der Freestyle-Gedanke war den Organisatoren sehr wichtig. Daher wich der Wettkampfmodus auch deutlich von demjenigen eines traditionellen Schwingfests ab. Alle 21 Schwinger absolvierten zuerst vier Gänge, die vorgängig vom Kampfgericht gewissenhaft eingeteilt worden waren. Nach diesen vier Gängen qualifizierten sich die besten 16 für den Achtelfinal. Ab diesem Zeitpunkt galt das K.-o.-System. Bei einem Gestellten entschied die grössere Weite im Steinstossen.

Ab den Achtelfinals wurden die Paarungen von den Ehrendamen ausgelost. Da es nur acht Kränze zu gewinnen gab, waren die Achtelfinals bereits entscheidend. Im Schlussgang standen sich dann mit Fabian Bissig und Michi Zurfluh zwei echte Schwinger gegenüber. Zurfluh gab sich keine Blösse, bodigte seinen Kontrahenten vom Schwingklub Flüelen nach rund 1 Minute und durfte sich als Schwingerkönig feiern lassen. «Ich freue mich riesig über diesen Sieg», meinte der Aktive des Schwingklubs Attinghausen. «Es ist zwar nur ein Hobby-Schwingfest. Aber es wird für immer mein erster Kranzfestsieg bleiben», meinte er mit einem Schmunzeln. Zurfluh durfte als Lebendpreis einen original Schleierschwand-Goldfisch mit dem klingenden Namen Municipal nach Hause nehmen. «Ich werde ihn bei meinem Onkel Sepp ins Aquarium geben. So werde ich bei jedem Besuch an meinen Sieg erinnert.»

OK-Präsident zieht positives Fazit

«Das Schwingfest war ein voller Erfolg», resümierte OK-Präsident David Arnold am Abend. «Zur besten Zeit schauten sich über 120 Leute die Wettkämpfe an. Unsere Erwartungen wurden mehr als übertroffen.» Und ebenfalls erfreulich: Ausser viel Muskelkater und einer kleinen Schulterverletzung gab es keine Unfälle zu beklagen.

«Dieser Anlass wird mir immer in Erinnerung bleiben», meinte Neukranzer Moritz Ziegler, als er sich zu später Stunde, wie viele andere, «standesgemäss» die Haare abrasierte.

 

Simon Arnold

redaktion@urnerzeitung.ch

Hinweis

1. Michi Zurfluh, 79,00 Punkte; 2. Fabian Bissig, 77,50; 3. Säm Gisler, 66,25; 4. Moritz Ziegler, 64,75; 5. Jan Gisler, 56.50; 6. Silvan Kempf, 55,25; 7. Ivo Schumann, 55,00; 8. Marcel Arnold, 54,75; alle mit Kranz.


Leserkommentare

Anzeige: