Flüelen rechnet im kommenden Jahr mit Verlust

BUDGET ⋅ Nach Jahren «äusserst positiver Gemeinderechnungen» sieht es für Flüelen nun weniger rosig aus. Dennoch sollen Behördenmitglieder bei Sitzungen und Tagungen besser entgolten werden.
14. November 2017, 08:26

Auch im nächsten Jahr wird die Gemeinde Flüelen mehr Geld ausgeben als einnehmen. Das geht aus dem Budget hervor, über das die Offene Dorfgemeinde am Donnerstag, 23. November, befinden wird. Noch 2016 schloss die Gemeinderechnung leicht im Plus ab. Seither ist die Bilanz negativ: Für dieses Jahr rechnet die Gemeinde mit einem Minus von 250'000 Franken, für 2018 gar von 375'000 Franken.

Gründe dafür nennt die Gemeinde einige, wie etwa die höheren Amtsentschädigungen und Sitzgelder, worüber das Flüeler Stimmvolk ebenfalls entscheiden muss. Diese will die Gemeinde um rund 20 Prozent anheben – auf das Niveau von «vergleichbaren Urner Gemeinden». Der Hauptgrund für das Defizit sind indes Abschreibungen für das neu renovierte Schulhaus Gehren.

Aber auch die zusätzliche Stelle in der Bauabteilung wird sich laut Gemeinderat negativ auf das Budget auswirken. Gleichzeitig muss Flüelen künftig mehr in den kantonalen Finanzausgleich einzahlen. Zudem will die Gemeinde im nächsten Jahr für über eine Viertelmillion Franken investieren: Die Sportplatzbeleuchtung soll erneuert (60'000 Franken) und die Strasse Ober Winkel saniert werden (200'000 Franken).

Gemeinde will weiterhin Steuerfuss senken

Trotz budgetierter Verluste hält der Gemeinderat an der Senkung des Steuerfusses von 96 auf 93 Prozent fest. Auch weil die «Gemeinderechnungen der vergangenen Jahre immer äusserst positiv abgeschlossen» haben, wie der Gemeinderat in einem Kommentar zum Budget festhält. Den Kapitalsteuersatz für juristische Personen hingegen will er unverändert bei 0,01 Promille belassen.

Der Gemeinderat möchte zudem die Verordnung für das Alters- und Pflegeheim Seerose an die neue Gesetzeslage anpassen. Nach seinen Plänen wird das Heim zwar auch künftig eine ­öffentlich-rechtliche Institution bleiben, erhält aber ein selbstständiges Finanz-Personalreglement. Was wiederum eine Überarbeitung der Personalverordnung der Gemeinde bedingt. Auch darüber entscheiden die Flüelerinnen und Flüeler am 23. November.

Schliesslich gilt es noch einen Nachfolger zu finden für den ­vorzeitig zurücktretenden Vize­präsidenten des Schulrates Pius Planzer.

 

Raphael Zemp

raphael.zemp@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Die Offene Dorfgemeinde findet am Donnerstag, 23. November, um 19.30 Uhr im Schulhaus Matte statt.


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