Gemeinde will Beteiligung an Kraftwerk

SEEDORF ⋅ An der Dorfgemeinde stimmten die Seedorfer einer Senkung der Wassertarife zu. Zudem orientierte der Gemeinderat über eine geplante Urnenabstimmung.
11. November 2017, 10:22

Das Elektrizitätswerk Altdorf (EWA) plant beim Palanggenbach ein neues Laufkraftwerk. Darüber ­informierte Gemeindepräsident Max Aschwandern an der Offenen Dorfgemeinde am vergangenen Donnerstag. Das Kraftwerk soll ab dem Jahr 2020 Strom für 2000 Haushaltungen liefern. Das EWA rechnet mit Kosten in der Höhe von 16 Millionen Franken. Dazu soll nun die Kraftwerk Palanggenbach AG ­gegründet werden, an der neben dem EWA auch die Korporation Uri beteiligt sein wird.

Da die Anlagen auf dem Gemeindegebiet zu stehen kommen, möchte sich die Gemeinde ebenfalls mit 10 Prozent respektive 480000 Franken am Kraftwerk beteiligen. Die Seedorfer sollen an einer Urnenabstimmung im kommenden Jahr darüber befinden können.

Gemeinden treiben allfällige Fusion voran

Weiter orientierte der Gemeinderat über anstehende Investitionen bei der Turnhalle und der Mehrzweckhalle. Der Rat plant, ein Konzept für eine Gesamt­sanierung zu erarbeiten. Einige Sanierungsarbeiten im Umfang von rund 264000 Franken können aber nicht mehr länger hinausgeschoben werden und sollen nun realisiert werden.

Zudem sollen die Quartiere Riederbach und Untere Feldgasse nun mit LED-Leuchten ausgestattet werden, nachdem bereits andere Strassen seit vergangenem Jahr eine solche Beleuchtung erhielten.

Laut Gemeindepräsident Max Aschwanden laufen die ­Fusionsabklärungen mit der ­Gemeinde Bauen weiter. Die ­Gemeinderäte von Seedorf und Bauen haben nun beim Kanton ein Gesuch eingereicht für einen einmaligen Beitrag an die Projektkosten.

Reservoir ist günstiger als budgetiert

Die Dorfgemeinde genehmigte das Budget 2018. Dieses rechnet mit einem Defizit von 144000 Franken – bei einem Aufwand von 5,48 Millionen Franken (siehe unsere Zeitung vom 20. Oktober). Der Steuerfuss wurde bei 90 Prozent und der Kapitalsteuersatz bei 0,01 Promille belassen.

Dafür konnten die Seedorfer die Wassertarife senken. Die Grund- und Mengengebühren für den Wasserbezug werden um rund 20 Prozent gesenkt. Die Grundgebühren werden sich neu zwischen 40 (Ein- bis Zweieinhalbzimmerwohnungen) und 80 Franken (Gewerbe und Industrie) bewegen. Bisher lag diese Marke zwischen 50 und 100 Franken. Die Mengengebühr pro Kubikmeter (1000 Liter) Wasser wird künftig 50 statt 65 Rappen betragen. Die Tarifsenkung ist aufgrund der guten Finanzlage der Wasserversorgung Seedorf möglich. Zudem kostet das neue Reservoir Bocktritt 2 weniger als ursprünglich budgetiert.

Rochade innerhalb der Wasserversorgung

Zudem stimmte die Dorfgemeinde oppositionslos der neuen Bau- und Zonenordnung zu sowie dem revidierten Nutzungsplan.

Auf der Traktandenliste standen mehrere Wahlgeschäfte. So wurden Philipp Dubacher als Präsident und Manuela Arnold als Mitglied des Kreisprimarschulrats Seedorf-Bauen bestätigt. Auch die Mitglieder der Baukommission, Tobias Baumann, Alfred Kempf und Thomas Kempf, wurden wiedergewählt. Stefan Aschwanden wurde zudem als Präsident der Wasserversorgung gewählt. Der bisherige Präsident Alfred Zwyssig ist neu nur noch Mitglied der Behörde. Wieder­gewählt wurde auch Mitglied Bernhard Riesen. Bestätigt wurden überdies die beiden Abstimmungsbeamten Priska Gisler und Daniela Ritter sowie Gemeindeweibel Hans Schuler.

 

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch


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