Göschener gewähren mehr Lohn

GEMEINDEVERSAMMLUNG ⋅ Durch eine bessere Amtsentschädigung erhofft sich die Gemeinde, dass sich mehr Bürger für Ämter zur Verfügung stellen. Sämtliche Sachgeschäfte wurden gutgeheissen und Gottfried Walker als neuer Brunnenmeister gewählt.
04. Dezember 2017, 04:38

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

 

Die Göschener Bevölkerung stand am vergangenen Freitag vor einer grossen Traktanden­liste. Sämtliche Anträge des Gemeinderats wurden dabei gutgeheissen. So auch eine Anhebung der Amtsentschädigungen, Sitzungs- und Taggelder sowie der Spesenvergütung. Diese wurden dem Niveau der Verbandsgemeinden Urner Oberland angepasst. Der Gemeinderat erhofft sich dadurch, dass sich eher Personen für frei werdende Ämter zur Verfügung stellen – was offenbar auch die Bevölkerung gleich sieht. «Ich interpretiere das als Wertschätzung, dass man die Arbeit in den Behörden anerkennt», sagte Gemeindepräsident Felix Cavaletti auf Anfrage.

Als jährliche Grundpauschale erhält neu der Gemeindepräsident 2500 Franken, bisher waren es 2300 Franken. Der Feuerwehrkommandant wird mit 1000 statt wie bisher 500 Franken entschädigt. Die Stundenentschädigungen wurden ebenfalls angehoben.

Gemeinde passt sich kantonalem Recht an

Auch die Teilrevision der Nutzungsplanung wurde gutgeheissen. Dabei geht es um die Zonenpläne Siedlung und Landschaft sowie um die Bau- und Zonenordnung. Mit der Änderung passt sich die Gemeinde der kantonalen Gesetzgebung an. Einzelne Bürger stören sich etwas an offen geführten Gewässern innerhalb des Gemeindegebiets und an den vorgeschriebenen Abständen in der Zonenordnung.

Ohne Diskussion wurde das Budget 2018 genehmigt. Bei einem Aufwand von 1,992 Millionen Franken ist ein Defizit von 90450 Franken vorgesehen. Behandelt wurde auch das Budget des Elektrizitätswerks Göschenen (EWG). Bei einem Aufwand von 712 800 Franken ist ein Plus von 4500 Franken vorgesehen. In Bezug auf das EWG wurde auch die Gemeindeordnung angepasst. Beantragt wurden die Änderungen vom EWG-Verwaltungsrat.

Auch künftig wählen die Stimmbürger den Präsidenten und die Mitglieder. Der Rat konstituiert sich aber selber. Auch die Grösse des Verwaltungsrats kann zwischen zwei und vier Mitgliedern variieren.

Neu fliesst Geld direkt in Gemeindekasse

Dem neuen Konzessionsvertrag mit dem Elektrizitätswerk Altdorf wurde zugestimmt. Das EWA wird künftig der Gemeinde eine Konzessionsabgabe bezahlen. Bisher wurde diese Abgabe gemäss separater Vereinbarung dem EWG entrichtet.

Gutgeheissen wurde die neue Kurtaxenverordnung. Die Kur­taxe beträgt 1.50 Franken pro Person und Logiernacht. Für Kinder von 6 bis 16 Jahren beträgt sie 0.50 Franken. Eigentümer und Dauermieter von Ferienhäusern und Ferienwohnungen sowie Inhaber von Mobil- und Wohn­heimen, die der Kurtaxenpflicht unterstehen, zahlen eine Jahrespauschale von 150 Franken.

Sämtliche Wiederwahlen wurden ebenfalls gutgeheissen: Im Kreisschulrat Urner Oberland stellt sich Beat Schädler als zweiter Delegierter zur Verfügung. Im EWG-Rat nehmen Hugo Gamma-Walker und Barbara Thürig eine weitere Amtsdauer in Angriff. Pius Tresch-Arnold bleibt weiter Mitglied der Baukommission Urner Oberland. Demissioniert hat Brunnenmeister René Walker. Als dessen Ersatz wurde Gottfried Walker gewählt.

Die Orientierungen zum Schluss fielen aufgrund der langen Traktandenliste eher kurz aus. Informiert wurde über den Verkauf des Schützenhauses, das bisher im Besitz der Gemeinde war, die abgeschlossene Sanierung der Bonacherstrasse und die laufende Hausanalyse im Zusammenhang mit einem Förderprogramm des Kantons zur Stärkung der Randgemeinden.


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