In Uri herrscht Aufbruchstimmung

SEEDORF ⋅ Am kantonalen FDP-Parteitag verabschiedeten die Mitglieder das überarbeitete Leitbild. Regierungsrat Urban Camenzind macht in seinem Referat auf die Stärken des Kantons aufmerksam.
11. November 2017, 10:23

«Das neue Leitbild ist eine wichtige Geschichte, und es hat eine längere Zeit gedauert, bis die Arbeitsgruppe den ersten Entwurf zur Vernehmlassung abgegeben hat, nun liegt die endgültige Fassung vor», erklärte am Donnerstagabend Präsident Matthias Steinegger am kantonalen Parteitag der FDP in der «Company Lodge» in Seedorf.

Im neuen Leitbild steht geschrieben: «Die FDP vertritt eine liberale und reformorientierte Politik. Im Zentrum unseres Handelns steht eine liberale Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik.» Die FDP steht ein für Selbstverantwortung, Wettbewerb und gesunde Staatsfinanzen. «Wir bekämpfen Bevormundung, Bürokratie und einen aufgeblähten Staat. Wir kämpfen für die Freiheit und übernehmen Verantwortung.» Die 37 Mitglieder stimmten in der Folge einstimmig dem neuen Leitbild zu.

Regierungsrat Urban Camenzind hielt anschliessend ein Referat zum Thema «Uri und seine Zukunft». «Ich bin hier am richtigen Ort, denn, wie die FDP, bin ich der Ansicht, dass wir jetzt unsere Chance für die Zukunft richtig anpacken müssen.» Der Kanton Uri habe seine Hausaufgaben gemacht, und die Urner seien positiv unterwegs. «Das zeigt das Beispiel rund um das Tourismusressort in Andermatt», sagte der Volkswirtschaftsdirektor. Die steigenden Übernachtungszahlen und die Zunahme der Bevölkerung stimmen zuversichtlich.

Auf dem Weltmarkt behaupten

Camenzind kam auch auf die grösste Urner Wirtschafts- und Erlebnismesse (Uri 18) vom 6. bis 9. September zu sprechen. «Wir haben die Gelegenheit, einem breiten Publikum unser Angebot zu zeigen und zu präsentieren, wie es in Zukunft weitergehen könnte.» Uri habe seine Stärken mit einem tiefen Kostenniveau und einem guten Leistungsausweis. Die Urner müssten jetzt an den Fortschritt glauben, erklärte der Volkswirtschaftsdirektor. So gäbe es immer noch Flächen für neue Wirtschaftsbetriebe. «Wir haben hier gute Unternehmer, welche sich auf dem Weltmarkt behaupten können, und zudem steigen unsere Chancen mit dem künftigen Kantonsbahnhof und der zweiten Gotthardröhre, wo im Jahr 2020 mit dem Bau begonnen wird», sagte Camenzind.

Beim anschliessenden Podiumsgespräch nahmen der frühere Botschafter Werner Baumann, Regierungsrat Urban Camenzind, René Röthlisberger, Präsident von Wirtschaft Uri, der Andermatter Tourismusdirektor Flurin Riedi und Matthias Steinegger teil. Riedi meinte: «Wir befinden uns in einer gewaltigen Aufbruchstimmung mit steigenden Übernachtungszahlen und können heute mit unserem Skigebiet in Andermatt mit den grossen Playern auf dem Markt mithalten.» Auch Röthlisberger sieht das ähnlich: «Heute geht es uns gut bis sehr gut, aber wir dürfen uns jetzt nicht ausruhen, sondern müssen vorwärtsschauen. Für die Unternehmer ist jeder Tag ein Kampf, denn sie müssen ein gewisses Wachstum erreichen, sonst wird es schwierig.» Botschafter Werner Baumann brachte es auf den Punkt: «Der Kanton Uri wird heute von aussen positiv wahrgenommen, denn hier findet noch ein soziales Leben statt, es gibt gute Bildungswege, eine vielfältige Kultur. Mit anderen Worten, wir bieten den hier lebenden Leuten etwas.»

 

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch


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