Margrith Hächler-Wehrli feiert ihren 100. Geburtstag

ERSTFELD ⋅ Die Jubilarin ist noch sehr fit. Als tolle Überraschung trat das Jodelduett Monika Nötzli/Monika Steiner auf.
01. Dezember 2017, 07:41

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

Am vergangenen Mittwoch, 29. November, feierte Margrith Hächler-Wehrli im Betagten- und Pflegeheim Spannort ihren 100. Geburtstag. Den Erstfeldern ist sie vor allem durch den grossen Gemüse- und Blumengarten und den gepflegten Rasen bekannt, den sie im Aecherli pflegte. Seit etwas mehr als vier Jahren lebt sie nun im «Spannort».

«Ich wollte nicht mehr allein im Haus sein», erinnerte sich die rüstige Rentnerin, die ihren Mann schon im Jahr 1984 verloren hat. «Mit Peter Brügger hatte ich viele Jahre einen sehr netten Lokführer als Untermieter im Haus. Als dieser berufshalber wegzog, wurde es mir zu langweilig, und zudem konnte ich den riesigen Garten nicht mehr selber pflegen. «Heute geht es mir gesundheitlich recht gut, ich kann sogar noch fast alles selber erledigen und brauche praktisch keine fremde Hilfe», sagte Margrith Hächler zufrieden.

Geld für eigenes Haus von den SBB ausgeliehen

Den seltenen Geburtstag konnte sie mit ihren beiden Kindern Roland Hächler und Franziska Montirosi, deren Ehepartnern sowie mit einigen Grosskindern und Urgrosskindern feiern. Aufgewachsen ist die Jubilarin in Küttigen AG. 1940 hat sie ihren Mann in Bern geheiratet. Durch dessen Beruf des Lokführers hat es das junge Ehepaar nach Erstfeld verschlagen, wo sie zuerst zehn Jahre lang in der Kellergasse wohnten, bevor sie 1954 ihr eigenes Haus beziehen konnten. «Das war eine sehr harte Zeit, denn mein Mann verdiente damals auch als Lokführer nicht viel Geld, und wir konnten das Land für das Haus nur kaufen, weil uns die SBB Geld ausgeliehen hatten», erzählte sie an ihrem Festtag. Ein paar Franken konnte sie dazuverdienen, indem sie unzählige Taschentücher «rollierte» (verzierte), und zudem hat sie viel Zeit in Freiwilligenarbeit investiert, sei es im reformierten Frauenverein oder im Kirchenchor. «Aber am liebsten war ich immer im Garten, da musste alles picobello sein», betonte sie.

Für Gemeindepräsidentin Pia Tresch war es ein freudiger Anlass, dass sie in den letzten zwei Monaten schon zum vierten Mal einer 100-jährigen Frau zum Geburtstag gratulieren durfte, und sie überreichte der Seniorin einen schönen Blumenstrauss, dazu ein paar Pralinen, die Margrith Hächler sehr liebt. Zur grossen Freude aller Anwesenden sang das Jodelduett Monika Nötzli / Monika Steiner, begleitet von Louis Camenzind, ein paar wunderschöne Lieder.


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