Jury lüftet das Geheimnis

ISENTHAL ⋅ Ein Jahr lang nahm die Kulturkommission rund 300 Fotos aus aller Welt entgegen. Am Kilbisamstag werden die besten 40 auserkoren.
06. Oktober 2017, 08:43

Josef Schuler

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Erstmals bestimmen einheimische und auswärtige Gäste das Ausstellungsprogramm an der Isenthaler Kilbi. Die Idee des Fotowettbewerbs stammt von Markus Aschwanden. Mit Leidenschaft hat er die Ausstellungsidee umgesetzt. «Inspiriert hat mich die anmutige Sagenfigur am Waldrand beim Birchi», erinnert sich das Kulturkommissionsmitglied. «Der Bursche auf dem Sagen- und Skulpturenweg Isenthal steht unter einer mächtigen Linde, unmittelbar bei der zweiten Station des Handwerkwegs. Er schaut geheimnisvoll ins Tal und vermittelt mit sanften Rundungen etwas geheimnisvoll Weibliches.»

Isenthal ist finanziell nicht auf Rosen gebettet und diesbezüglich auf der Schattenseite. Doch Gemeinschaftswille und die findige Suche nach wertschöpfenden Nischen sind positive Konstanten. Das Jahr 2016 war geprägt von willkommenen Höhepunkten: Die Urner Wildheuertradition schaffte es in grössere Tageszeitungen und würdigte die gepflegte Kulturlandschaft. Auch ein Käfer machte Schlagzeilen. Der geschützte Alpenbock wird mit der Isenthaler Landschaft in Verbindung gebracht.

Fotografen erhalten wertvolle Preise

Das Medienecho verfehlte die Wirkung nicht. Man traf deutlich mehr Gäste im Tal an als im Vorjahr. Dazu trugen aber auch die zahlreichen Freizeit- und Kulturveranstaltungen bei, die meist von einheimischen Betrieben oder Vereinen organisiert wurden. Es profitierten nicht nur Hotels und Seilbahnen, sondern das ganze Tal. Und für die Kulturkommission war dies ein gewichtiges Argument für die Lancierung eines Fotowettbewerbs «Zum Verlieben – das Isenthal». Warum nicht Wanderer ermuntern, das Tal auch im Jahr 2017 zu erkunden, Neues zu entdecken und den eigenen Fotoapparat auf das Besondere des Bergtals zu richten? Ein Jahr lang nahm die Kulturkommission gut 300 Fotos aus aller Welt entgegen. An der Vernissage am Kilbisamstag wird das Geheimnis gelüftet. Die Jury vergibt den Trägern der 40 auserkorenen schönsten Fotos eindrückliche Preise.

Was ist das Besondere? Dieser Frage ging 2016 die Ausstellung 25 Jahre Kilbiausstellung Isenthal nach. Die neu digitalisierte Tonbildschau «Das Tal hinter der Insel» von Irene Elber zeigt eindrücklich, wie sich Isenthal stetig verändert. Die Übersichtsausstellung zeigte auch, was die Menschen seither beschäftigte und was in dieser Zeit unternommen wurde, um als Tal weiterzukommen. Lebten vor wenigen Jahrzehnten die meisten von der Berglandwirtschaft, so sind heute Pendler und im Gewerbe- und Dienstleistungsbereich Beschäftigte in der Mehrzahl. Einzelne Chancen eröffnen sich vermehrt im naturnahen Tourismus, aber auch für die Berglandwirtschaft.

Mit gelebtem Brauchtum und gepflegtem Handwerk zeigten am Handwerksmarkt die 30 Standbetreiber qualitätsvolle regionale Werke und Produkte. Rund 1000 Gäste waren zugegen. Im Mittelpunkt der touristischen Wertschöpfung stehen weiterhin die Naturschönheiten und die Kulturlandschaft. Unterwegs begegnet man Menschen und Besonderheiten des Tals: auf dem Bären- oder dem Gitschener Naturweg, auf der Suche nach Steinböcken oder auf offener Seilbahnfahrt zum Mundartweg und zur Musenalp. Das Erlebnis steht stets im Vordergrund.


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