Economy Rocks: Kämpfer gewähren Einblicke in ihr Leben

ALTDORF ⋅ Die Junge Wirtschaftskammer Uri rührt an ihrer Veranstaltung im Theater Uri mit der grossen Kelle an. Am Economy Rocks sprachen Schwingerkönig Matthias Glarner und Landwirt Alois Zgraggen über ihre Lebensphilosophie.
09. Oktober 2017, 08:50

Bereits zum fünften Mal führte die Junge Wirtschaftskammer Uri am Freitag den Wirtschafts-Event Economy Rocks durch. Im Vergleich zu den vorangegangenen Auflagen wurde mit deutlich grösserer Kelle angerichtet. Die Veranstaltung fand im Theater Uri in Altdorf statt und lockte Hunderte Interessierte an. Einen «Abend voller Highlights» versprachen die Organisatoren im Vorfeld.

Der Hauptteil der Veranstaltung fand im grossen Theatersaal statt. Walti Tresch, Präsident der Wirtschaftskammer, kündigte «zwei Lebensgeschichten, die mich tief beeindrucken und mir Energie für mein eigenes Leben geben», an. Er sei stolz, dem Publikum zwei Helden des Alltags präsentieren zu können. «Ich hoffe, dass die beiden Persönlichkeiten aus dem Berggebiet Sie ebenfalls faszinieren und elektrisieren werden.»

Im Talboden warten Früchte auf die Ernte

Mit diesen beiden Helden beziehungsweise Persönlichkeiten meinte er den amtierenden Schwingerkönig Matthias Glarner und den Urner Landwirt Alois Zgraggen, der bei einem Unfall beide Arme verlor, sein Leben aber dennoch virtuos meistert. Lanciert wurde der Bühnenteil jedoch mit einem Referat von Christoph Bugnon. Der CEO der Urner Kantonalbank gab einen Einblick in die Wirtschaft des Kantons. «Uri hat die Chance, mit dem Entwicklungsschwerpunkt Urner Talboden rund um den Altdorfer Bahnhof zu einem der grössten Entwicklungszentren in der Zentralschweiz zu werden, mit rund tausend Arbeitsplätzen und Wohnraum für 500 Personen», sagte Bugnon. Der Kanton Uri habe sehr viel zu bieten. «Die Menschen hier haben eine hervorragende Arbeitsmoral. Das Personal ist sehr gut ausgebildet. Zudem verfügt der Gotthardkanton über gute Infrastrukturen, flexible Strukturen und nicht zuletzt über wunderschöne Landschaften.» Die Früchte seien vorhanden. «Jetzt muss man sie nur noch ernten und richtig verarbeiten.»

Schwingerkönig Glarner zeigte in seinem Referat detailliert auf, wie akribisch er sich auf seinen ganz grossen Coup im 2016 vorbereitet hatte. Er ging aber auch auf seinen schweren Seilbahnunfall ein, bei dem er «viel Glück im Unglück» gehabt hatte.

«Kopf geht voraus, der Körper kommt nach»

Zu seinem aktuellen Gesundheitszustand sagte Glarner: «Ich bin auf dem Weg der Besserung. Nur mein lädierter Fuss macht noch nicht ganz, was ich möchte.» Während seines Spitalaufenthalts habe er sich immer wieder eines gesagt: «Ich muss immer positiv denken. Der Kopf geht voraus, und der Körper kommt dann schon irgendwie nach.»

Glarner ist zuversichtlich, den Anschluss an die Spitze wieder zu schaffen. Sein grosses Ziel ist die erfolgreiche Titelverteidigung am «Eidgenössischen» 2019 in Zug. Sein Credo: «Nach Stolpersteinen muss man sich wieder neu orientieren und das Beste daraus machen. Für mich war der Unfall kein Rückschritt, sondern ein Ansporn, um noch mehr Anlauf zu holen Richtung Zug.»

«Ein ‹Geht nicht› gibt es für mich nicht»

Der Erstfelder Landwirt Alois Zgraggen hat zwar beim tragischen Betriebsunfall vor 15 Jahren beide Arme verloren. Nicht verloren ging beim vierfachen Familienvater die Freude am Leben. Trotz der körperlichen Einschränkung meistert er mit grossem Willen und viel Leidenschaft seinen Bauerbetrieb. Zgraggens Lebensmotto: «Wenn man etwas erreichen will, muss vor allem der Kopf bereit sein dafür. Ein ‹Geht nicht› gibt es für mich nicht.»

Nach den Referaten führte der bekannte Werber und Fernsehmann Frank Baumann, der bei diesem Event als Moderator agierte, mit den Hauptprotagonisten noch ein kurzes Podiumsgespräch. Vorangegangen war dem Hauptteil im Saal ein Apéro riche im Foyer.

 

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch


Leserkommentare

Anzeige: