Kinder lernen, Respekt einzuflössen

SPORTPASS ⋅ Von Bouldern über Biathlon bis hin zu Kunstradfahren. 37 verschiedene Sportarten stehen während dreier Tage für Urner Schulkinder zur Auswahl. Nach dem ersten Tag ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz.
10. Oktober 2017, 04:39

Philipp Zurfluh

philipp.zurfluh@urnerzeitung.ch

Die 7-jährige Taylor strahlt über das ganze Gesicht: «Diese Sportart finde ich super cool, ich wollte mal etwas Neues ausprobieren.» Sie ist eines der 15 Kinder, die gestern Morgen am Karate-Kurs teilgenommen haben. Dieser fand in den Räumlichkeiten des Vereins Shukokai Karate Uri statt. Die Schülerin hat sich für dieses Angebot entschieden, da ihr älterer Bruder diese Kampfkunst ausübt, erklärt sie. Für sie stehen mit Golf, Tennis und Klettern noch drei weitere Aktivitäten auf dem Programm während dieser Woche. «Diese drei Tage sind eine gute Abwechslung zum Alltag in der Schule.»

Patrick Bieri ist der Kursleiter und bringt den Kids die Basis der Kampfkunst bei. Der 20-jährige Seedorfer betreibt die Kampfsportart seit 15 Jahren und hat schon den Schwarzen Gürtel erlangt. «Respekt und Disziplin sind Voraussetzung beim Karate», sagt der Kursleiter zu den Kindern. Nach einer Stafette zum Warmlaufen stehen die Grundtechniken im Karate auf dem Programm. Die Ausführung wird jeweils mit einem lauten Kampfschrei begleitet, was die Kinder begeistert nachahmen.

Erstmalige Absage 2015

Auch in der Hagenturnhalle beim Trampolinspringen zeigt sich ein ähnliches Bild. Wo man hinschaut: Die Kinder sind mit ­Feuer bei der Sache. «Sie sind teilweise kaum zu bändigen, man muss immer ein Auge auf sie haben», sagt die Kursleiterin und ehemalige Kunstturnerin Thekla de Back. «Bei vielen Teilnehmern steht zu Hause im Garten ein Trampolin, und deswegen haben viele schon einiges an Erfahrung mitgebracht.»

Der Sportpass Uri ist eine Erfolgsgeschichte: Seit den 1990er-Jahren wurde damit eine Lücke in der Urner Sportförderung geschlossen. Auch dieses Jahr erhalten Kinder im obligatorischen Schulalter einen spannenden und erlebnisreichen Einblick in die vielfältige Welt des Sports. Rund 290 Teilnehmer haben sich dieses Jahr angemeldet. Die Palette der angebotenen Schnupperlektionen ist riesig und reicht von Indoor-Aktivitäten wie Handball, Zumba oder Volleyball bis zu Outdoor-Sportarten wie Biathlon, Rodeln oder Reiten.

Eine Plattform für die Sportvereine

Vor zwei Jahren musste der Sportpass erstmals abgesagt werden aufgrund des geringen Angebots und Anzahl an freiwilligen Leitern. Doch dieses Jahr ist es dem Verein Sportpass Uri gelungen, dank viel Freiwilligenarbeit das Angebot wieder auf die Beine zu stellen. Mit dem gestrigen Start zeigte sich Marie-Andrea Egli vom Verein Sportpass Uri sehr zufrieden: «Es ist alles rund gelaufen, und ich bin zuversichtlich, dass auch heute und morgen die Aktivitäten wunschgemäss klappen.» Einziger Wermutstropfen war die Absage vom Skateboard-Kurs in Sarnen. «Weil der Untergrund des Skateparks nicht trocken war, wollten die Verantwortlichen kein Risiko eingehen.»

Am meisten Anmeldungen gab es dieses Jahr beim Trampolinspringen, Bouldern, den Schiesssportarten und Golf. Im Vergleich zu 2013 sind dieses Jahr 60 Schüler mehr dabei. Blickt man aber noch weiter zurück, waren es bis 500 Schüler, die teilgenommen haben. Warum das so ist, darüber kann Marie-Andrea Egli nur spekulieren. «Viele Familien gehen im Herbst in die Ferien, zudem sind die Jahrgänge nicht mehr gleichstark wie dazumal.» Der Verein Sportpass Uri ist aber zuversichtlich, dass auch 2019 das dreitägige Sportprogramm wieder stattfindet. «Wir möchten den Schülern in den Herbstferien eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten und andererseits den Sportvereinen eine Plattform bieten, um sich zu präsentieren», meint Marie-Andrea Egli.


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