Kirche St. Josef im Wandel der Zeit

SISIKON ⋅ Mit einem Geschichtsvortrag von Historiker Hans Stadler und der Präsentation des besonderen Kirchenschatzes durch Markus Fischlin erinnerte die Kirchgemeinde Sisikon am vergangenen Samstag an das 50-jährige Bestehen der Kirche St. Josef.
17. April 2018, 08:05

Georg Epp

redaktion@urnerzeitung.ch

Kirchenratspräsidentin Priska Bucheli freute sich, dass sich am vergangenen Samstag trotz herrlichem Frühlingswetter rund 50 Personen für die Geschichte der Pfarrei Sisikon interessierten. Sie bedankte sich bei Hans Stadler und Markus Fischlin für ihre Beiträge zum 50-Jahr-Jubiläum der Pfarrei Sisikon.

Alt ist sie, die Geschichte der Pfarrei Sisikon. Bereits im Oktober 1387 realisierte man die Abkurung von der Mutterpfarrei Altdorf und startete als selbstständige Pfarrei. Damals war Altdorf nur auf einem umständlichen Seeweg erreichbar. Die 631-jährige Pergamenturkunde zur Errichtung der Pfarrei Sisikon stand im Mittelpunkt der Präsentation des Kirchenschatzes, welche Markus Fischlin vornahm.

Erste Kirche anno 1447 gebaut

Im Jahre 1389 wurde Walter Oexer als erster Pfarrer installiert, er war zuvor Kaplan in Altdorf. In den Anfangsjahren blieben Seelsorger nur selten über eine lange Zeit. Erst ab dem Jahre 1543 wurde die Pfarrei ein wenig dauerhafter eingerichtet.

Seit dem Jahr 2008 ist Notker Bärtsch von Flüelen Pfarrer in Sisikon, und ab August 2018 werden dann die beiden Mariann­hiller-Patres Damian Weber und Alistair Gogodo die Nachfolge des abtretenden Pfarrers Notker Bärtsch antreten.

Im Jahr 1447 ersetzte die erste gotische Kirche die Kapelle aus dem 12. Jahrhundert. Die barocke Kirche St. Ägidius wurde im Jahr 1683 erbaut. Weil die Bevölkerung zu dieser Zeit um 34 Prozent anstieg, wurde eine Erneuerung und Vergrösserung der Kirche nötig. Der Turm wurde gleich zweimal erhöht und auch ein neues Geläute angeschafft. Das Hochaltarbild, das in der neuen Kirche zu bestaunen ist, wurde damals von Carl Emanuel Bessler und Ehefrau Maria Anna von Beroldingen gesponsert.

Von 1803 bis 1804 wurde die Kirche renoviert. Ab 1860 wurden sukzessive eine neue Orgel, neue Glocken, die Aufstockung der südseitigen Sakristei, die Verlängerung der Kirche um eine Fensterachse und der Neubau Beinhaus realisiert. Unter Pfarrer Josef Sidler aus Küssnacht SZ und Denkmalpfleger Linus Birchler wurde das Gotteshaus im Jahr 1935 erneut renoviert.

Um 1960 wuchs die Bevölkerung auf rund 340 Personen an und der Bahnlärm wurde unerträglich. Die Denkmalpflege wollte mit allen Mitteln die Kirche aus dem Jahre 1447 erhalten. Unter Pfarrer Josef Dietrich fiel aber der Entscheid, nur den Turm zu erhalten und oberhalb des Turmes eine neue Kirche zu bauen. Der Neubau der Kirche St. Josef konnte von 1966 bis 1968 realisiert werden. Am 21. Juli 1968 weihte man das neue Gotteshaus mit dem heiligen Josef als Kirchenpatron ein. Die Bänke wurden im Halbrund um den Altar angeordnet, die moderne Kirche war damals eine der ersten Kirchen schweizweit in diesem neuen Geist. Paul Wyrsch, der damals als 25-Jähriger in die Baukommission gewählt wurde, kann sich bestens an diese Zeit erinnern: «Die Freude in Sisikon über das neue Gotteshaus war sehr gross, und fast jedes Wochenende wurde in der modernen Kirche eine Hochzeit gefeiert.» Die St.-Josefs-Kirche von Architekt Richard P. Krieg aus Regensdorf mit der neuzeitlichen Sakralarchitektur stand damals bis heute im Mittelpunkt von Sisikon. Als Bauunternehmer realisierte der einheimische Beat Fischlin mit Leuten aus Sisikon und Riemenstalden das neue Gotteshaus.

Anschliessend an das Referat von Historiker Hans Stadler konnte der von Markus Fischlin verwaltete Kirchenschatz bestaunt werden. Neben 600-jährigen Dokumente wie der Abkurungsurkunde waren auch ein Taufbuch, Kerzenständer, eine Kirchenlade und vieles mehr zu bestaunen. Es bot sich auch die Gelegenheit, im Turm bis zu den Glocken hinaufzuklettern.

Pfarrei feiert Jubiläum mit Festgottesdienst

Im Jahr 1947 feierte die Kirchgemeinde Sisikon das 500-Jahr-Jubiläum ihrer Kirche von 1447 und nun können 50 Jahre Kirche St. Josef gefeiert werden. Der Jubiläumsfesttag geht am Sonntag, 24. Juni, über die Bühne. Gottesdienst und Predigt hält Daniel Krieg, Dekan von Uri. Der Gospelchor unter der Leitung von Christof Tschudi wird den Gottesdienst musikalisch umrahmen. Anschliessend feiern die Sisiger mit der Musikgesellschaft und Ländlermusik im Festzelt der Quai-Anlage das Jubiläum.


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