Kirchenschätze strahlen in neuem Gewand

ALTDORF ⋅ Das Kirchenschatzmuseum feierte seine Wiedereröffnung. Mit den neuen, hellen Räumen möchten die Verantwortlichen das Museum zeitgemäss gestalten – die alten Objekte bleiben aber alle erhalten.
17. April 2018, 08:05

Robi Kuster

redaktion@urnerzeitung.ch

Pfarrer Daniel Krieg ist der Meinung, dass das Kirchenschatzmuseum in Altdorf nicht wissenschaftlich einzuordnen sei. Vielmehr sei es ein frisch renovierter Ausstellungsraum für Objekte seit dem Ablassstreit, sagte er an der Wiedereröffnungsfeier vom vergangenen Sonntag. Das Museum stehe auch da für Liturgie, Frömmigkeit und gebe Anlass zum Nachdenken über seinen eigenen Glauben.

Trudi Müller, Verantwortliche des Kirchenschatzmuseums, dankte bei ihrer Begrüssung der Kirchgemeinde und der Gemeinde Altdorf für die Unterstützung. «Eine Renovation hat sich aufgedrängt. Die Räume waren nicht mehr zeitgemäss, und die Vitrinen konnten kaum mehr geöffnet werden, um neu auszustellen», meinte Trudi Müller. Seit der ­Renovation des Beroldinger Marienpfrundhauses 1981 blieben die Räumlichkeiten unverändert. Für die neue Planung und Ausführung waren die Dekorationsbauer Burkart-Pfaffen zuständig.

Nun strahlt das renovierte Museum eine gewisse Ruhe aus. Der Boden sowie die Decken und Wände erscheinen in neuem Licht, und die ausgestellten Objekte werden auf schwarzen Untergrund gestellt oder in offenen Vitrinen übersichtlich geordnet. Da die alten Messgewänder nun an Büsten zu bewundern sind, kommen sie auch besser zur Geltung. Der Besucher hat genügend Zeit, um zurückzuschauen, denn die Schriftentafeln sind weniger zahlreich, dafür kompakter und enthalten nur die wichtigsten geschichtlichen Daten. Wer sich eingehender informieren möchte, kann dies mit den bereitgestellten Mappen tun. Trudi Müller sagte, sie sei nach anfänglichen Bedenken begeistert von den neuen Räumlichkeiten. Sie dankte auch Margrith Mathys, die ihr bei der Ausstellung behilflich war.

Es gibt das älteste Messgewand zu bestaunen

Ausser ein paar wenigen Neuerwerbungen werden die selben kirchlichen Objekte wie vor der Renovation ausgestellt. Da gibt es zum Beispiel das älteste Messgewand zu bestaunen, das von Josef Anton Schmied in Auftrag gegeben wurde und welches aus Teilen der Regimentsfahne des Feldzugs 1688 in Morea hergestellt wurde. Das Messgewand sollte an seine beiden gefallenen Söhne erinnern.

Das Museum enthält Angaben zu zahlreichen Heiligen: Katharina, Nikolaus, Rochus, Sebastian und Markus Rey. Die Messkleider Humerale (Schultertuch), Albe (weisses Gewand), Zingulum (Gürtel), Stola (Amtsabzeichen) und Birett (Kopfbedeckung) werden an Büsten fach­gerecht getragen. Selbst die bekanntesten Urner Goldschmiede haben mit Schriftentafeln Eingang im Museum gefunden, wie Martin Adam Trogen (1601), Michelangelo Tibaldi (1622) und Josef Tibaldi (1629).

In der Kirche gab es immer Schätze. Im Matthäus-Evangelium 2.11 heisst es: Sie fielen nieder und nahmen auch ihre Schätze heraus und brachten ihm Geschenke dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Neu im Museum sind auch zwei Objekte zu sehen, die St. Martin zeigen. Einerseits der in Holz geschnitzte Weibelstab und anderseits der Entwurf der Brunnenfigur von Eugen ­Püntener (1904–1954). Es sind Dauerleihgaben der Gemeinde Altdorf. Seit 2008 sind auch sakrale Gegenstände des Kapuzinerklosters als Leihgaben im Museum gelagert und zur Besichtigung zugänglich.

Hinweis

Öffnungszeiten des Kirchenschatzmuseums: von Mitte April bis zur Kilbi an Sonntagen von 10.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Jeden zweiten Sonntag im Monat gibt es Führungen von 11 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist gratis.


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