Kulturkloster gewährt spannende Einblicke

ALTDORF ⋅ Musiktherapie, Gestalten mit pflanzengefärbter Wolle und Seide und Steinhauen: All dies konnte am vergangenen Samstag im Kulturkloster Altdorf bestaunt werden.
11. September 2017, 07:47

Seit rund sieben Jahren ist das Kulturkloster Altdorf im ehemaligen Kapuzinerkloster Altdorf aktiv. Seit dem 1. März 2010 mieten und betreiben die beiden Ehepaare Wendelin und Verena Gisler-Davidshofer sowie Eduard und Margrit O. Indermaur die Liegenschaft. Der Verein Freunde des Kulturklosters Altdorf startete ebenfalls vor sieben Jahren und zählt mittlerweile rund 240 Vereinsmitglieder.

Die Bevölkerung war nun eingeladen, um in die verschiedenen Ateliers von Musiktherapie, Gestalten mit pflanzengefärbter Wolle und Seide, Pflanzenfärberei und Steinhauen hineinzublicken. Überrannt mit Besuchern wurde das Kulturkloster nicht, aber die eher kleine Gruppe an Interessierten zeigte viel Neugier an den künstlerisch-therapeutischen Ateliers.

Die Musiktherapeutin Verena Gisler-Davidshofer begrüsste die Besucher im Spielraum, umgeben von mindestens 100 verschiedensten Musikinstrumenten. In Kurzreferaten erläuterte sie in verständlicher Art die Musiktherapie und ihre Wirkung. In der Musiktherapie wird mit ganz einfachen spielbaren Instrumenten und der eigenen Stimme gearbeitet. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich, es braucht lediglich Freude und Lust, sich auf Unbekanntes einzulassen. Mit dem «Monochord – Wohlklang für die Seele» demonstrierte sie auf eindrückliche Weise die wohltuende Wirkung von Saitenklängen.

Vertrag läuft noch bis März 2020

Mit Eduard Indermaur konnten die Besucher tief in die Geheimnisse der Pflanzenfärberei eintauchen. Auf der terrassierten Gartenanlage betreut er die umfangreichste Färberpflanzen-Sammlung der Schweiz mit nahezu 200 färbenden Pflanzen. Seit über 40 Jahren sammelt er Erfahrungen in der Pflanzenfärberei, immer wieder gibt es Neues zu entdecken. Mit Freude und grossem Fachwissen referierte er über die kulturgeschichtliche Bedeutung und die Methoden dieses uralten Handwerks. Für das Gestaltungsatelier seiner Frau Margrit O. Indermaur kreiert er immer wieder neue Farbtöne und Farbabstufungen für Wolle und Seide.

Im Steinhaueratelier demonstrierte Wendelin Gisler, wie aus rohen Steinen Skulpturen entstehen. Der Tierarzt und Homöopath betreibt das Hobby Steinhauen seit 17 Jahren. Auch er veranstaltet regelmässig Kurse in seinem Atelier. Gisler ist überzeugt, dass jeder Stein eine Form in sich hat, die gilt es, mit Geschick herauszuholen und eine freie Form entstehen zu lassen.

Der Präsident des Vereins Freunde des Kulturklosters Altdorf hätte etwas mehr Besucher erwartet, denn der Tag der offenen Tür soll auch Werbung in eigener Sache beinhalten. Ziel des Vereins ist es nach wie vor, alle Tätigkeiten im Kulturkloster ideell und materiell zu unterstützen. Der Vertrag mit der Eigentümerin Korporation Uri endet im März 2020. Bereits ist eine Arbeitsgruppe daran, die Zukunft zu planen, neue Ideen und Impulse zu verwirklichen. Er hofft, dass es weitergeht und die Frequenzen im Seminarhaus in Zukunft noch gesteigert werden können. «Der kulturelle Wert Kapuzinerkloster muss unbedingt erhalten bleiben», meinte Wendelin Gisler.

Georg Epp

redaktion@urnerzeitung.ch


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