Landgericht spricht Ignaz Walker teilweise frei

URTEIL ⋅ Alte Vorwürfe holen Ignaz Walker nur zum Teil ein: Das Landgericht spricht ihn schuldig, einen Polizisten bedroht, Auskunftspflichten verletzt und bei Pfändungen betrogen zu haben. In vier Fällen wird er freigesprochen.
10. November 2017, 05:00

Als Ignaz Walker Ende Oktober vor Gericht stand, ging es für einmal nicht um den Mordauftrag an seiner damaligen Ehefrau vom November 2010; dieser wird am Donnerstag, 17. November, vor dem Obergericht neu verhandelt.

Diesmal stand eine Reihe von Delikten im Zentrum, die Walker zwischen 2006 und 2009 begangen haben soll – insgesamt sieben Anklagepunkte. Oberstaatsanwalt Thomas Imholz plädierte für eine unbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten und eine Busse von 500 Franken. Walkers Ex-Frau forderte Schadenersatz von 338 Franken sowie eine Genugtuung von 6500 Franken. Walkers Verteidiger Linus Jaeggi ­plädierte für einen Freispruch.

Schuldig in drei von sieben Anklagepunkten

Nun hat das Landgericht ein Urteil gefällt. Es spricht Walker in drei der sieben Anklagepunkte schuldig. Das Gericht ist überzeugt, dass Walker einen Polizisten bedroht, der Arbeitslosenkasse eine Auskunft verweigert und dem Betreibungsamt mehrfach Vermögenswerte verschwiegen hat. Es verurteilt ihn deshalb wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Verletzung der Auskunftspflicht und mehrfachen Pfändungsbetrugs zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten und einer Busse von 250 Franken. Zudem muss er den geprellten Gläubigern Schadenersatz von über 30000 Franken bezahlen.

Von den Vorwürfen, er habe seine damalige Frau geschlagen, bedroht und genötigt, einen Gast mit einem Baseballschläger ­verletzt und Personen falsch ­beschuldigt, wird Walker frei­gesprochen. Es betrifft dies die Anklagepunkte der mehrfachen qualifizierten Körperverletzung, der mehrfachen Drohung, der mehrfachen Nötigung und der falschen Anschuldigung.

Damit fällt das Landgericht ein für Walker milderes Urteil als noch 2011. Das Gericht hatte die Fälle – bis auf den Pfändungs­betrug und die falsche Anschuldigung, die später dazukamen – schon einmal behandelt. Bereits damals hatte es Walker von der häuslichen Gewalt freigesprochen, ihn jedoch – im Unterschied zum aktuellen Urteil – wegen der Verletzung des Gastes verurteilt. Das Urteil wurde weitergezogen und wegen Verfahrensfehlern ans Landgericht zurückgewiesen.

Das aktuelle Urteil kann ebenfalls angefochten werden. Oberstaatsanwalt Imholz sagt auf Anfrage, es scheine zum jetzigen Zeitpunkt als wahrscheinlich, dass er Berufung einlegen wird. Verteidiger Jaeggi wollte sich dazu nicht äussern. (eca)

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