Luftseilbahn Flüelen-Eggberge ist unter Druck

KANTON URI ⋅ Erneut hat die Luftseilbahn Flüelen–Eggberge weniger Personen befördert. Sie spürt nicht nur das schlechte Wetter, sondern auch die Konkurrenz grösserer Bahnen.
17. April 2018, 08:02

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

«Wir sprechen wiederum von einem eher schlechten Jahr», schreibt der Verwaltungsrat der Luftseilbahn Flüelen-Eggberge AG im kürzlich veröffentlichten Jahresbericht. Denn im vergangenen Jahr fuhren gerade einmal 73354 Personen mit der Seilbahn. Das sind nicht nur weniger Personen als budgetiert, sondern auch rund 3620 Personen weniger als im langjährigen Schnitt. Somit kann der Verwaltungsrat wie bereits im Vorjahr keine Spitzenergebnisse präsentieren.

«Als Bahn mit einem grossen Anteil touristischer Fahrten sind wir sehr stark vom Wetter abhängig», schreibt der Verwaltungrat im Jahresbericht weiter. Doch das Wetter sei nicht der einzige Grund, weshalb die Bahn rückläufige Personenfrequenzen habe. «Viel mehr spüren wir den Druck der grossen Tourismusorte, die mit grossem finanziellem Aufwand Seilbrücken, neue Bahnen und andere Attraktionen anbieten», heisst es im Jahresbericht.

Verwaltungsrat möchte Bergweg abtreten

Dazu kommt jedoch, dass die Seilbahn im vergangenen Jahr während rund drei Wochen im Mai nicht in Betrieb war. Denn alle sechs Jahre muss sie umfassend revidiert werden. Der Zustand der Bahn wurde dabei als sehr gut bewertet. Die Kosten für die Hauptrevision beliefen sich auf rund 120000 Franken.

Die Jahresrechnung der Luftseilbahn schloss mit einem Gewinn von 4147 Franken – dies bei einem Gesamtaufwand von 523148 Franken. Der Gewinn kam insbesondere auch wegen der anhaltend guten Einnahmen der Parkplatzgebühren von rund 67000 Franken zu Stande. Er soll dem bestehenden Gewinnvortrag von 6814 Franken zugewiesen werden. Davon sollen 5000 Franken in den Reservefonds eingelegt werden. Der Verwaltungsrat hat zudem 2017 ein Arbeitspapier für die anstehenden Revisionen und Investitionen bis 2026 erstellt.

Turnusgemäss müssen bis im Jahr 2022 die beiden Seilbahnkabinen ersetzt oder überholt werden. Die Kosten dafür werden sich nach aktuellen Schätzungen auf rund 170000 bis 250000 Franken. Da die Eggberge nicht nur ein Ausflugsziel ist, sondern auch ein Wohngebiet, hat die Bahn Leistungsvereinbarungen mit den Gemeinden Altdorf und Flüelen. Die Verträge sollen demnächst erneuert werden. Zudem prüft der Verwaltungsrat nun, ob sie ihren Bergweg, der heute mehr einer Strasse gleicht und von der Bergstation zu den Siedlungen führt, abtreten könnte.

Hinweis

Die GV findet am Samstag, 28. April, um 10.30 Uhr im Restaurant Schützenstube in Flüelen statt.


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