Lungenliga Uri erhält Preis

KONFERENZ ⋅ Die Lungenliga Uri hat den mit 5000 Franken dotierten Urner Gesundheitsförderungspreis 2018 erhalten. Der Aktionsplan «Demenz Uri 2017 bis 2023» soll schon bald in die Umsetzungsphase gehen.
10. April 2018, 07:59

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

An der 15. Kantonalen Gesundheitskonferenz in Erstfeld stand das Thema Demenz im Zentrum. «Demenz gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Alter», stellte Gesundheitsdirektorin Barbara Bär klar. «Aufgrund der steigenden Zahl von älteren Menschen in unserer Gesellschaft werden die Demenzerkrankungen weiterhin zunehmen, und sie werden zu einem ganz zentralen gesundheits- und sozialpolitischen Thema werden und uns entsprechend herausfordern.»

Heute leben in Uri schätzungsweise 700 Personen mit einer Demenz. Jährlich erkranken rund 130 Personen neu. Eine demenzgerechte Sicherstellung der Versorgungsstruktur liegt in der Verantwortung von Kanton und Gemeinden. Deshalb wurde in den vergangenen Jahren ein Aktionsplan «Demenz Uri 2017 bis 2023» erarbeitet. An der Konferenz wurde dieser ausführlich vorgestellt. Vorgängig hielt Michael Schmieder, ein schweizweit anerkannter Experte für Demenz, ein längeres Inputreferat, in welchem er den Versammelten Tipps zum richtigen Umgang mit an einer Demenz erkrankten Menschen gab.

Die Lücken aufzeigen, Handlungsbedarf definieren

Der Aktionsplan basiert auf der nationalen Demenz-Strategie des Bundes. «Unser Ziel ist, Versorgungslücken aufzuzeigen und den Handlungsbedarf zu definieren», erklärte Beat Planzer vom Amt für Gesundheit. Bei der Erstellung des Aktionsplans wurden alle kantonalen Akteure einbezogen, auch eine Begleitgruppe.

«Bei der Standortbestimmung hat sich gezeigt, dass wir im Kanton Uri schon jetzt eine breite Palette an Angeboten für Menschen mit Demenz und deren Angehörige haben», so Planzer. Diese erstrecken sich über den ganzen Verlauf einer Demenzerkrankung, von der Früherkennung bis hin zur stationären Betreuung und Pflege. «Bei der Unterstützung von Angehörigen gibt es allerdings noch Lücken, insbesondere bei jenen Demenzkranken, die noch zu Hause leben.»

Planzer orientierte über die nächsten geplanten Schritte. So ist die Gsud momentan damit beschäftigt, einen Leistungsauftrag mit der Alzheimervereinigung Uri aufzugleisen. Allerdings werde die Finanzierung zu einer Knacknuss. «Hinter dem Aktionsplan steckt viel Arbeit, die von verschiedenen Stellen geleistet worden ist», sagte Gsud-Vorsteherin Bär. «Mir ist es ein Anliegen, dass wir nicht einen Papiertiger produziert haben.» Jetzt gelte es die konkrete Umsetzung an die Hand zu nehmen. «Wir haben gute Strukturen im Kanton Uri, und es lohnt sich, den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiterzugehen.»

Wertschätzung für Lungenliga Uri

Im Zweijahresrhythmus wird an der Gesundheitskonferenz jeweils ein Preis verliehen, der an Organisationen geht, die sich in der Gesundheitsförderung und im Bereich Prävention besonders verdient gemacht haben. Diesmal wurde die mit 5000 Franken dotierte Auszeichnung der Lungenliga Uri verliehen. Deren Geschäftsführerin Rita Graf nahm den entsprechenden Check entgegen. «Die Lungenliga Uri engagiert sich in unserem Kanton schon viele Jahre in der Tabakprävention», sagte Barbara Bär in der Laudatio. «Dieses Engagement leistet die Organisation zusätzlich zu ihrem eigentlichen Leistungsauftrag, bei dem sie in der Betreuung von Menschen mit Lungenerkrankungen tätig ist.» Die Lungenliga habe in den vergangenen Jahren mehrere Präventionsprojekte erfolgreich umgesetzt, die sich an Jugendliche und junge Erwachsene richteten.

Graf freute sich riesig: «Dieser Preis hat nicht nur einen finanziellen Wert. Er ist auch eine Wertschätzung unserer Tätigkeit.» Mit dem erhaltenen Geld werden bestehende Projekte weitergeführt und optimiert sowie auch neue Projekte lanciert.


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