Raiffeisen Schächental bleibt eigenständig

BANK ⋅ Während die Raiffeisenbanken Urner Oberland und Urner Unterland einen Zusammenschluss anstreben, hat sich die Raiffeisenbank Schächental für die Eigenständigkeit entschieden. Der Verwaltungsratspräsident erklärt die Gründe.
07. Dezember 2017, 07:35

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Die Raiffeisenbanken Urner Oberland und Urner Unterland planen eine Fusion, die sie den Genossenschaftern 2019 unterbreiten werden. Das teilten die beiden Banken am Dienstag, 28. November, mit (unsere Zeitung berichtete).

Was wird aus dem dritten im Bunde der Raiffeisen-Gruppe in Uri, der Raiffeisenbank Schächental? Man sei informiert über die Fusionsgespräche der beiden Raiffeisenbanken Urner Oberland und Urner Unterland, sagt David Schuler, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Schächental, auf Anfrage. Auf die Frage, ob auch die Raiffeisenbank Schächental bei der geplanten Fusion mitmachen werde, ist die Antwort klar: nein.

Raiffeisenbank Schächental spürt keinen Fusionsdruck

Liest man die Medienmitteilung der Raiffeisenbanken Urner Oberland und Urner Unterland, scheint sich ein Zusammenschluss der beiden Banken geradezu aufzudrängen. «Die Bankenwelt sieht sich zunehmend mit grossen Herausforderungen konfrontiert», ist dort zu lesen, aber auch von «steigenden regulatorischen Anforderungen und daraus resultierenden Kosten», von einer rasanten Entwicklung der Technologie und von veränderten Kundenbedürfnissen aufgrund der Digitalisierung.

Hat die Raiffeisenbank Schächental diese Probleme nicht? David Schuler relativiert: Zwar sei es schwieriger, als ganz kleine Bank die regulatorischen Erfordernisse zu erfüllen, weshalb eine gewisse Mindestgrösse sicherlich wichtig sei. Und es könne durchaus vorkommen, dass ganz kleine Banken aufgrund dieser «regulatorischen Druckmomente» fusionieren müssten. «Das ist aber meines Wissens bei keiner der drei Raiffeisenbanken im Kanton Uri der Fall», sagt ­David Schuler.

Die Raiffeisenbank Schächental sei kerngesund, bestens aufgestellt und könne die regulatorischen Anforderungen bestens erfüllen. Insofern verspüre man «keinerlei Druck» zu einer Fusion, wie David Schuler ausführt.

Ein strategischer Entscheid

So habe man im Verwaltungsrat die Pro- und Kontra-Argumente einer möglichen Fusion gegen­einander abgewogen und entschieden, dass die Raiffeisenbank Schächental aufgrund ihres Geschäftsganges, ihrer Aufstellung und Grösse weiterhin eigenständig bleiben wolle.

David Schuler betont, dass die Entscheidung der Raiffeisenbank Schächental eine strategische war. «Wir haben uns nicht etwa gegen eine Fusion entschieden, sondern für die Eigenständigkeit.» Die anderen beiden Raiffeisenbanken in Uri hätten den fehlenden Fusionsdruck als Pro-Argument herangezogen und wollen sich «aus der Stärke heraus» zusammenschliessen. «Und wahrscheinlich sind beide Überlegungen nicht falsch», gibt Schuler zu bedenken.


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