Rat befindet über die Zukunft des «Rosenbergs»

KORPORATION URI ⋅ Die Korporation will sich aus dem Betrieb des Alters- und Pflegeheims Rosenberg zurückziehen. Zudem wählt der Korporationsrat an seiner nächsten Sitzung einen neuen Weibel.
17. Juni 2017, 04:39

An der nächsten Sitzung des Korporationsrates Uri steht das Alters- und Pflegeheim Rosenberg in Altdorf im Mittelpunkt: Einerseits muss der Rat die Jahresrechnung 2016 genehmigen. Andererseits soll er am kommenden Freitag, 23. Juni, die Zukunft des «Rosenbergs» aufgleisen.

Konkret soll der «Rosenberg» eine neue Trägerschaft erhalten. Heute betreiben die Korporation Uri, die Korporationsbürgergemeinde Altdorf und die Gemeinde Altdorf das Heim gemeinsam als einfache Gesellschaft. Doch diese Organisation stammt aus einer Zeit, also noch die Bürgergemeinde für das sogenannte Armenwesen zuständig war. Das Sozialwesen ist aber längst Sache der Gemeinde. Deshalb wollen sich Korporation und Bürgergemeinde nun aus dem Betrieb zurückziehen.

Dabei sollen auch die Eigentumsverhältnisse mit einem Landabtausch neu geregelt werden. Heute steht das Heim auf einem Boden, der je zur Hälfte der Korporation und der Bürgergemeinde gehört. Jetzt soll die Bürgergemeinde den Baugrund übernehmen. Dafür übergibt sie den rund 10 Hektaren umfassenden Landwirtschaftsbetrieb Byfang auf der Altdorfer Allmend der Korporation Uri.

Der Korporationsrat muss am 23. Juni über die entsprechende Absichtserklärung befinden. Die Bürgergemeinde Altdorf hat der neuen Organisation des «Rosenbergs» und dem damit verbundenen Landabtausch Ende April zugestimmt (unsere Zeitung berichtete). Die Gemeinde Altdorf wird an einer Urnenabstimmung im Herbst darüber befinden.

Leute sind im Schnitt noch 14 Monate im Heim

Das Alters- und Pflegeheim Rosenberg konnte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 113000 Franken verbuchen – dies bei einem Aufwand von rund 12,148 Millionen Franken. Damit fiel das Jahresergebnis rund 105000 Franken besser aus als budgetiert. Zwar verzeichnete das Heim im vergangenen Jahr mit 44966 Aufenthaltstagen eine leicht tiefere Belegung als im Vorjahr. Da jedoch die Pflegebedürftigkeit der Bewohner zunehmend steigt und der «Rosenberg» auch die Pflegekosten leicht erhöhen konnte, resultierte dennoch ein Gewinn.

Ohnehin nimmt die Auslastung der Urner Altersheime seit einigen Jahren stark ab. Dadurch entsteht gemäss Jahresbericht 2016 auch ein Konkurrenzkampf zwischen den Urner Institutionen. Denn heute würden die Leute erst ins Altersheim gehen, wenn es wirklich nicht mehr anders geht. Deshalb beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im «Rosenberg» heute noch lediglich 14 Monate.

Die Korporation Uri will zudem an ihrer nächsten Sitzung rechtlich verankern, was eigentlich seit Jahren praktiziert wird. Mehrere Mitglieder des engeren Rates sitzen als Vertreter der Korporation in verschiedenen Verwaltungsräten und Kommissionen. Dabei können sie die Sitzungsgelder selber behalten, müssen jedoch alle übrigen Entschädigungen der Korporation Uri abliefern. Verwaltungsangestellte der Korporation Uri, die solche Mandate während der Arbeitszeit ausüben, müssen hingegen auch die Sitzungsgelder der Korporation abliefern. Diese Praxis soll nun in der neuen «Verordnung über Einkünfte aus Verwaltungsratsmandaten und Kommissionen» verankert werden.

Alpweg droht einzustürzen

Der Korporationsrat muss an der Sitzung vom kommenden Freitag überdies über einen Kredit von maximal 113 400 Franken befinden. Denn die Korporationsbürgergemeinde Seelisberg plant, den bestehenden Weg auf die Alp Matten in Bürglen für rund 630000 Franken zu sanieren und auszubauen. Der bestehende Viehtriebweg entspricht nicht mehr den Anforderungen für eine Zufahrt mit Fahrzeugen und droht an einem Ort gar einzustürzen.

RPK-Präsident Beat Zgraggen tritt zurück

Zudem muss der Rat an der nächsten Sitzung einen neuen Korporationsweibel wählen. Martin Aschwanden aus Altdorf übte das Amt seit 2009 aus. Als Nachfolger ist der frühere Korporationsrat Alois Gisler-Herger aus Schattdorf vorgeschlagen.

Weiter muss der Korporationsrat per 2018 die Rechnungsprüfungskommission wählen. RPK-Präsident Beat Zgraggen aus Schattdorf tritt zurück, und Fredy Furger aus Göschenen soll das Präsidium übernehmen. Neben den bisherigen Mitgliedern Manuela Herger aus Bürglen, Lukas Wyrsch aus Attinghausen und Robert Gisler aus Altdorf muss der Rat ein weiteres RPK-Mitglied wählen.

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch


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