Regierung will Wettbewerbsfähigkeit Uris weiter verbessern

WIRTSCHAFT ⋅ Die Regierung sieht im geplanten neuen Kantonsbahnhof Altdorf zahlreiche neue Möglichkeiten. Sie will aber, dass die Chancen für alle Wirtschaftszweige und für die Entwicklung des gesamten Kantons gewinnbringend genutzt werden.
15. November 2017, 07:28

Für die Regierung ist klar: «Der Kanton Uri besitzt viele wirtschaftliche Potenziale.» Ohne eine aktive Förderung bestehe jedoch die Gefahr, im ständigen Wettbewerb mit anderen Wirtschaftsstandorten an Boden zu verlieren, das schreibt sie in der Antwort auf eine Kleine Anfrage des Schattdorfer CVP-Landrats Franz Christen.

Die Regierung hält an der bestehenden Wirtschaftsförderungsstrategie fest und möchte die Chancen des neuen Kantonsbahnhofs in Altdorf nutzen. Der Halt von neuen, hochwertigen Zügen erhöhe die Attraktivität als Unternehmensstandort sowie als Arbeitsort für Pendler. «Industriegebiete im Urner Talboden und ein Grossteil der Unternehmen im Kanton Uri werden von einer besseren Erreichbarkeit profitieren», ist die Regierung überzeugt. Der Kantonsbahnhof werde durch die Drehscheibenfunktion im öffentlichen Verkehr zu einem wichtigen Ausgangspunkt vor allem auch für Tagesausflüge.

Eine einseitige und ausschliessliche Vermarktung des Kantonsbahnhofs als Ausgangsdrehscheibe für Erholung und Erlebnis reiche aber nicht aus, so die Regierung. Die Investitionen würden vielmehr erfordern, dass man alle Potenziale nutze. Das solle allen Wirtschaftszweigen und der Entwicklung des gesamten Kantons dienen.

Uri will Innovationen gezielt fördern

Die Regierung versuche laufend, die Wettbewerbsfähigkeit des Kantons zu verbessern. Als entscheidende Punkte erwähnt sie die Förderung von Innovationen im Rahmen des Programms «Zentralschweiz innovativ». Das Kostenumfeld werde mit attraktiven Steuersätzen tiefgehalten. Auf der Basis solider Kantons­finanzen werde eine wachstumsorientierte Finanz- und Wirtschaftspolitik ermöglicht. Im Regierungsprogramm wird die stärkere Anbindung an Bildungs- und Forschungsinstitute als Massnahme explizit erwähnt.

Die Regierung findet, dass der Kanton Uri im Standortwettbewerb durchaus auch Top-Positionen besitzt, die in den verschiedenen Ranglisten – wie beispielsweise in der Studie der UBS über den kantonalen Wettbewerbsindikator – nicht direkt sichtbar sind. In Uri finde man sehr attraktive und bestens erschlossene Flächen direkt an der europäischen Nord-Süd-Achse. Auch das Kostenumfeld sei äusserst attraktiv, und die Urner profitierten vom höchsten verfügbaren Einkommen in der Schweiz. Einen Vorteil sieht die Regierung auch darin, dass Unternehmen in einem kleinen Kanton wie Uri kurze Wege zu den Entscheidungsträgern haben.

Mit aktiver Förderung neue Arbeitskräfte ansiedeln

Die Strategie zeige auf, warum eine aktive Wirtschaftsförderung wichtig ist: Sie federt die negativen Auswirkungen des Strukturwandels in der Wirtschaft – in­klusive Tourismus – ab, nutzt ­Synergien, sorgt für gute Rahmenbedingungen und fördert die Ansiedlung von Unternehmen mit qualifizierten Arbeitskräften und entsprechendem Know-how.

Die Regierung hält fest, dass die Umsetzung der Wirtschaftsförderungsstrategie laufe. Beispielsweise wurde die Verkaufs- und Vermarktungsorganisation für die «Werkmatt Uri» festgelegt. Wie die Regierung schreibt, werden Verkaufsverhandlungen bereits geführt. Das Kommunikationsprofil des Standortmarketings wurde geschärft, und erste Massnahmen, wie beispielsweise eine intensivierte Kommunikation unter Einbezug der sozialen Medien, werden umgesetzt.

Die Regierung ist überzeugt, dass die Wirtschaftsförderungsstrategie für den Kanton Uri passend ist und die Umsetzung weiter vorangetrieben werden soll. Eine Anpassung nach weniger als einem Jahr erachtet sie als «nicht zweckmässig». Wie geplant soll die Strategie jedoch im Rhythmus des Regierungsprogramms und der Legislaturperioden im Jahr 2020 überprüft werden. Richtig sei Christens Feststellung, dass beim Tourismus auch immer die Wirtschaft mit profitiere. So habe die Regierung beispielsweise im Rahmen der Abstimmung über das kantonale Tourismusgesetz im Jahr 2012 auf die Bedeutung des Tourismus hingewiesen. Dabei hat sie festgehalten, dass jeder Franken, den Touristen ausgeben, in anderen Wirtschaftszweigen zusätzliche Einnahmen von 50 Rappen einbringt.

Einzelne Handlungsfelder der Wirtschaftsförderungsstrategie beziehen den Tourismussektor explizit mit ein. So soll die zunehmende Internationalisierung durch die Entwicklung des Tourismusresorts in Andermatt auch für die Zwecke der Wirtschaftsförderung genutzt werden.

 

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch


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