Revision lässt Stromproduktion sinken

AMSTEG ⋅ Das Kraftwerk Amsteg hat im vergangenen Jahr weniger Strom produziert als im langjährigen Durchschnitt. Dies wegen der Stollenrevision in Göschenen, bei der das Wasser des Fellibachs nicht genutzt werden konnte.
17. Juni 2017, 05:00

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Das Kraftwerk Amsteg der SBB ist eines von zwei grossen Kraftwerken, welche die Gotthardbahnlinie mit Strom versorgen. 2016 hat das Kraftwerk 397 Gigawattstunden produziert und an die SBB geliefert. Das sind 87 Gigawattstunden weniger als im Vorjahr und 13 Prozent weniger als im langjährigen Durchschnitt von 2006 bis 2015.

Als Hauptgrund nennt die Kraftwerk Amsteg AG im Jahresbericht die im ersten Quartal 2016 durchgeführte Stollenrevision in Göschenen. Dadurch habe man das Wasser des Fellibachs während des ganzen Jahres nicht nutzen können, was zu einem Verlust von 3 Prozent der durchschnittlichen Jahresproduktion geführt hat.

Knapp 10 Prozent weniger Jahresgewinn als im Vorjahr

Die Kraftwerk Amsteg AG verkaufte im vergangenen Jahr für rund 28,4 Millionen Franken Energie aus Wasserkraft an die SBB. Damit fiel der Nettoerlös rund 1,79 Millionen Franken tiefer aus als im Vorjahr. Da 2016 weniger Grossunterhalt ausgeführt wurde, fiel der betriebliche Aufwand mit 24,35 Millionen Franken rund 611062 Franken geringer aus als im Vorjahr.

Gesunken ist auch der Finanzaufwand, der mit 6,1 Millionen Franken rund 1,43 Millionen Franken tiefer ausgefallen ist. Dies aufgrund tiefer verzinslichen Fremdkapitals und günstigerer Fremdkapitalzinsen bei der Aufnahme neuer Darlehen, wie es im Geschäftsbericht heisst. So fällt denn auch der Jahresgewinn mit insgesamt 101053 Franken nur 10947 Franken tiefer aus als im Vorjahr.

Urban Camenzind in den Verwaltungsrat delegiert

Die Kraftwerk Wassen AG hatte geplant, den bestehenden Bristenstollen auszubauen, um die Wasserzuflüsse zu erhöhen. Das Projekt wurde im zweiten Quartal 2016 jedoch «aus wirtschaftlichen Gründen» gestoppt und nicht mehr weiterverfolgt, wie es im Jahresbericht heisst. Hingegen muss die Wasserfassung Chärstelenbach, deren Neubau zusammen mit dem Bristenstollen geplant war, in Stand gesetzt werden. Dies finde im Rahmen eines separaten laufenden Projektes statt.

Die Aktionäre haben den Jahresbericht an der GV Ende Mai genehmigt. Im Rahmen der GV sind ausserdem Markus Züst, Thomas Staffelbach und Matthias Gygax aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden. Als Nachfolger von Markus Züst wurde Regierungsrat Urban Camenzind durch den Kanton Uri in den Verwaltungsrat delegiert. Als Nachfolger der beiden anderen Abgänge wurden Daniel Koch, Leiter Energie der SBB Infrastruktur, und Wolfram Fritsch, Leiter Finanzen Energie der SBB-Infrastruktur, gewählt.


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