Die Sanierung des Kreisschulhauses kostet 5,2 Millionen

SPIRINGEN ⋅ Das Kreisschulhaus wird in mehreren Etappen bis 2025 saniert. Die beiden beteiligten Gemeinden Unterschächen und Spiringen bringt dies trotz der hohen Investitionen finanziell nicht aus dem Lot.
14. September 2017, 04:50

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Das Kreisschulhaus Spiringen muss renoviert werden. «Es liegt auf der Hand, dass nach einer Nutzungsdauer von 43 Jahren eine grössere Sanierung ansteht», heisst es in der Abstimmungsbotschaft für den 24. September. Die Infrastruktur soll nun den heutigen Bedürfnissen angepasst werden. Im Sommer 2018 ist eine erste Etappe geplant. Abgeschlossen sollen die Arbeiten 2025 sein.

Spiringen und Unterschächen, die ihre Oberstufenschüler ins Kreisschulhaus schicken, stimmen nun je über einen Kredit ab. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 5,2 Millionen Franken: eine erhebliche Summe für die beiden kleinen Gemeinden. Doch die Sanierung könne bis 2020 ohne Steuererhöhung finanziert werden, da die Gemeinde Spiringen über finanzielle Reserven verfügt, erklärt Rolf Baumann, Gemeindeschreiber von Spiringen. Der Steuerfuss beträgt für Spiringen aktuell 115 Prozent.

Verlegung und Neubau ausgeschlossen

Die Finanzierung ist mit ein Grund, weshalb die Arbeiten in Etappen über mehrere Jahre ausgeführt werden statt mit einer Gesamtsanierung. «Andererseits benötigen wir durch die Etappierung auch kein Provisorium für die Schüler, da die Arbeiten jeweils während der Schulferien ausgeführt werden», so Baumann. Ein Neubau oder eine Verlegung der Oberstufe in eine grössere Gemeinde, wie es kürzlich in Flüelen diskutiert wurde, waren keine Optionen.

Laut Brigitte Arnold, die das Rechnungswesen in der Gemeinde führt, droht auch Unterschächen keine Steuererhöhung. «Wir haben finanzpolitische Reserven angelegt, auf die wir nun zurückgreifen können», so Arnold. «Dadurch sollte es möglich sein, bis 2020 ausgeglichene Rechnungen vorzulegen.» Abhängig sei die Finanzlage der Gemeinden aber immer auch vom Kanton. Es sei vorgesehen, den Finanz- und Lastenausgleich und die Aufgabenteilung zwischen dem Kanton und den Gemeinden zu überprüfen und teilweise neu zu regeln. Die finanziellen Folgen für die Gemeinden könnten zurzeit nicht abgeschätzt werden.

Eine eigene Oberstufe in der Nachbargemeinde sei sicherlich ein wichtiger Faktor für die Standortattraktivität, sagt Arnold. Die Schülerzahlen seien stabil und momentan verzeichne Unterschächen sogar ein Bevölkerungswachstum – auch wegen Familien mit Kindern.

54 Schüler werden unterrichtet

Die Kosten teilen sich Spiringen und Unterschächen mit einem Schlüssel auf, der sich aus Einwohner- und Schülerzahlen zusammensetzt. Demnach übernimmt Spiringen 54,9 Prozent respektive 3 Millionen Franken. Unterschächen trägt 45,1 Prozent, was 2,2 Millionen ausmacht. Das Kreisschulhaus wurde 1974 eingeweiht. 1991 wurde ein Nebentrakt angebaut. 2016/2017 besuchten 54 Schüler die Kreisschule Spiringen.

Eine Arbeitsgruppe hat das Sanierungsprojekt zusammen mit dem Architekten Erwin Scheiber ausgearbeitet. In der ersten Etappe 2018 sollen Duschen, Garderoben sowie die Schulküche saniert werden. Weiters wird ein Notausgang bei der Turnhalle eingebaut. Hinzu kommen Elektroarbeiten sowie Dämmungen bei den Kellerböden und den Decken. 2020 steht eine umfassende Fassadensanierung inklusive Fenster und Storen an. Das Dach wird neu eingedeckt und zu einem Satteldach umgestaltet.

2022 wird ein behindertengerechter Lift eingebaut, der auch dem Warentransport dient. Im Dachgeschoss soll das Lehrerzimmer entstehen. 2024 folgt die erste Etappe der Komplettsanierung der Schulzimmer (Böden, Wände, Decken, Beleuchtung, Wandtafeln, Schränke, Schulmobiliar). 2025 werden die restlichen Schulzimmer und Nebenräume komplett saniert.


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