«Schützenmatt» hat positive Effekte

ALTDORF ⋅ Der Aufbau und der Betrieb des Restaurants Schützenmatt in Altdorf sind Sache des SRK Schweiz. Weder für den Kanton noch für die Gemeinden ist dies mit finanziellem Aufwand verbunden.
06. Oktober 2017, 08:41

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) hat im Mai mit dem Restaurant Schützenmatt sein zweites Gastroausbildungszentrum in Altdorf eröffnet. Wie schon im Restaurant Fomaz an der Tellsgasse sind auch hier vorläufig aufgenommene oder anerkannte Flüchtlinge dafür besorgt, dass sich die Gäste wohlfühlen. Ziel des SRK ist es, Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingsbereich Ausbildungs- und Arbeitsplätze in der Gastronomie bereitzustellen.

Die finanzielle sowie personelle Führung läuft über den Betrieb des SRK Schweiz in Bern, und das Restaurant Schützenmatt ist somit ein eigenständiger und vom SRK-Asyl- und Flüchtlingsdienst Uri unabhängiger Betrieb. Er steht nicht im Zusammenhang mit den bestehenden Programmvereinbarungen des Kantons. Dies geht auch aus der am Mittwoch im Landrat traktandierten Antwort der Regierung auf eine Interpellation von Christian Schuler (SVP, Erstfeld) zu Fragen rund um die Unterbringung von Asylsuchenden in Uri hervor. Dem Kanton Uri oder den Gemeinden entstehen gemäss Regierung auch keine finanziellen Aufwendungen, weder für den Aufbau noch für den aktuellen Betrieb des Restaurants. «Im Gegenteil: Es entstehen sogar positive Effekte wie die Erhöhung der Integrationsquote, die Senkung der Sozialhilfekosten oder auch die Zuführung von ausgebildetem ­respektive berufserfahrenem Personal an den Urner Arbeitsmarkt im Gastrobereich», erklärte Sozialdirektorin Barbara Bär am Mittwoch.

SRK Schweiz hat transparent informiert

Trotzdem sprach der Landrat Pascal Blöchlinger (SVP, Altdorf) bei der Beratung des Vorstosses von einer «subventionierten Konkurrenz des einheimischen Gastgewerbes». Er wollte von der zuständigen Direktionsvorsteherin wissen, was die Regierung davon halte und wie die Reaktionen der andern Betreiber von Gastrobetrieben ausgefallen seien. Bär hielt fest, dass das SRK den ­Aufbau des Restaurants Schützenmatt der Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion Uri gegenüber immer transparent kommuniziert habe. Das Schweizerische Rote Kreuz sei auch mit den andern Urner Gastrobetrieben im stetigen Austausch. Alle Urner Gastrobetriebe hätten zudem von den «Schützenmatt»-Betreibern eine Einladung erhalten und seien über das entsprechende Konzept informiert worden.

Das Restaurant Schützenmatt wird beim SRK Schweiz im Departement von Christine Kopp in der Abteilung Soziale Integration und Migration geführt und ist dem entsprechenden Abteilungsleiter Hugo Köppel direkt unterstellt. «Nach Rückfrage bei den SRK-Verantwortlichen sind uns keine kritischen Rückmeldungen seitens anderer Gastrobetriebe hinsichtlich des Restaurants Schützenmatt bekannt», erklärte Bär.

Alle «Schützenmatt»-Arbeitsplätze seien normale, bezahlte Arbeitsplätze im ersten Arbeitsmarkt. Die Personen würden ausgebildet und könnten auch erste Berufserfahrungen im ersten Arbeitsmarkt sammeln. Aufgrund der nicht vorhandenen Subventionierungen oder Finanzierungen des Restaurants Schützenmatt durch Kanton oder Gemeinden sei der Betrieb den gleichen Bedingungen unterworfen wie das gesamte Urner Gastgewerbe. «Alle andern Gastro­betriebe in Uri haben diese Möglichkeit auch», betonte Bär.

Uri immer in den ersten fünf Rängen

Bär ging in ihrer Antwort auch auf die Statistik des Staatssekretariats für Migration ein. «Im Vergleich mit den anderen Kantonen liegt Uri bei der Erwerbsquote von anerkannten Flüchtlingen schweizweit regelmässig in den ersten fünf Rängen», betonte die zuständige Regierungsrätin. Ende Mai 2017 lebten in Uri total 204 anerkannte Flüchtlinge mit Ausweis B, davon 140 erwerbsfähige Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren. 55 von ihnen (39,3 Prozent) waren erwerbstätig. Ende Mai 2017 lag die Erwerbsquote nur in Nidwalden höher (45,5).


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