Sehnsucht erhält Ausdruck im Kulturkloster Altdorf

ALTDORF ⋅ Wer im Advent zum Kloster hochsteigt, kann sich mit suchenden Menschen und zahlreichen Tieren meditativ auf adventliche Pfade begeben.
02. Dezember 2017, 09:19

Hans Arnold-Bonetti

redaktion@urnerzeitung.ch

Franz von Assisi (1182–1226) liebte die Schöpfung in all ihren Ausdrucksformen. Besonders am Herzen lagen ihm neben wenig privilegierten Menschen die ­Tiere. In der schlichten Kirche des Kulturklosters Altdorf hat ein Team von Freiwilligen Wege und Aufbrüche hin zur Weihnachtskrippe inszeniert. Der steile, eindrückliche Weg hinauf zum ehemaligen Kloster, die erhebende Aussicht von oben sowie die beschauliche Stille der Kirche verbinden sich mit Wegerfahrungen von Menschen und Tieren. Ge­gen achtzig einfühlsam und ausdrucksstark gestaltete Figuren tragen in sich die spürbare Sehnsucht nach gelingendem und beglückendem Dasein.

Als Besucher kann man sich gedanklich einreihen ins gemeinsame Unterwegssein, in stilles Ruhen und Verweilen, in eine warme Zuwendung von Mensch und Tier, in die Grundbedürfnisse beider nach Schutz, Nahrung und Respekt. Einmal sind es ­Tiere, die auf ihre Weise zu erneutem Aufbruch drängen und Impulse vermitteln, dann wieder entdeckt man Frauen und Männer, die von Ziel, Sinn und Transzendenz wissen oder von Frieden, Freiheit und Erlösung träumen. Die adventliche Identifikation mit all den Wesen oder mit einzelnen von ihnen kann hier vortrefflich gelingen. Persönliche Lebensgeschichten finden einen Ort des Verweilens, der befreienden Öffnung, vielleicht auch der überraschenden Klärung.

Auch mit Uri verbunden

Geschaffen wurden die in weissem Ton gebrannten Figuren von der Pastoralassistentin und Schriftstellerin Elisabeth Bernet. Durch ihre Zusammenarbeit mit dem vor Monaten verstorbenen Bruder Anton Rotzetter ist sie auch mit Uri verbunden. Gerne stellt sie im Kulturkloster die in vielen Jahren geschaffenen Werke aus. Die Reihen werden noch immer ergänzt.

Auch die jetzige Inszenierung in der Klosterkirche verändert sich weiter. Die Heilige Familie kommt erst an Weihnachten an, und die drei Weisen mit ihren Kamelen treten später hinzu. Es liegen auch erläuternde Texte auf. Die Bewohner des Kulturklosters sowie das Impulsteam freuen sich über viele Besucher.


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