Franziska Dahinden ist auf vielen Bühnen zu Hause

FLÜELEN ⋅ Franziska Dahinden, die Dirigentin des Jodlerklubs Seerose Flüelen, freut sich auf die Konzertreihe «Yys fräiwt’s!». Die Proben zusammen mit der Bauernmusik Altdorf gehen bereits in die Endphase.
13. Oktober 2017, 04:30

Georg Epp


redaktion@urnerzeitung.ch

Vor über dreizehn Jahren wurde die Allrounderin Franziska Dahinden angefragt, in der Notlage übergangsmässig den Jodlerklub Seerose Flüelen zu übernehmen. Das war ein absoluter Glücksfall. Die 47-jährige Altdorferin ist geblieben und auch heute noch mit grossem Engagement und viel Herzblut Dirigentin des Klubs.

Franziska Dahinden genoss eine breite musikalische Ausbildung. Sie ist ausgebildete Querflötistin und Sängerin und besitzt ein Diplom für Schulmusik mit Schwerpunkt Chordirektion. Studiert hat sie an der Musikhochschule Luzern. Ein Jahresaufenthalt an der Bernstein Scool of Musical Theatre in Bologna rundete ihre musikalische Ausbildung ab.

Auch eine sehr erfolgreiche Regisseurin

Sopranistin Franziska Dahinden ist die jüngere Schwester der bekannten Fernsehen-SRF-Moderatorin Sabine Dahinden, ist auf verschiedenen Musikbühnen der Zentralschweiz als Protagonistin in Operetten und Singspielen zu sehen und zu hören. Als Präsidentin des 2005 gegründeten Forum Musikbühne Uri ist sie Dreh- und Angelpunkt und meist auch Regisseurin der attraktiven Produktionen. In bester Erinnerung ist das Stück «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel», bei dem sie im vergangenen Jahr Regie führte, oder auch das unvergessliche «My Fair Lady» im Jahr 2013, bei dem sie die Verantwortung für Regie und musikalische Leitung trug. «Es freut mich wirklich sehr, dass bei den letzten Produktionen immer wieder auch viele Mitglieder des Jodlerklubs Seerose mitgemacht haben», sagt Franziska Dahinden.

Viel Abwechslung im Programm

Nach verschiedenen gewagten Experimenten freut sie sich über die gemeinsamen Auftritte mit der Bauernmusik Altdorf im ­Rahmen der Konzertreihe «Yys ­fräiwt’s!». Die Zusammenarbeit kam zu Stande, weil die Geschwister Peter Gisler, Dorothea Ziegler-Gisler und Marlene Melchiori-Gisler eine besondere Beziehung zur Bauernmusik Altdorf respektive zum Jodlerklub Seerose haben. So ist Peter Gisler Drahtzieher der Bauernmusik Alt­dorf mit Kontrabass und Ör­geli. Er hat bei der Auswahl der Musikliteratur entscheidend mitgeholfen und viele der Stücke arrangiert, unter anderem «Der Postillon vom Gotthard» für Männerchorbesetzung. Die Fassung in Urnerdeutsch zu diesem Stück stammt aus der Feder von Franziska Dahinden und Wisu Kempf.

Weil die Bauernmusik neben Peter Gisler mit Hanspeter Wigger (Trompete Alphorn, Büchel), Patrick Stadler (Posaune), Erich Herger (Flügelhorn) und Sepp Wipfli (Klarinette) über ausgezeichnete Musikanten verfügt, gestaltete sich die Zusammenarbeit sehr einfach. «Einzig die Tempi mussten wir einander etwas angleichen», erklärt Franziska Dahinden. Das Konzert bietet viel Abwechslung, unter anderem auch mit zwei Duetten, nämlich Antoinette Crawley/Annegret von Bergen mit «Hesch de Zyt», und Marlene Melchiori/Kurt Gisler mit «Sunntig i dä Bärgä». Trotzdem zieht ein roter Faden oder eine Einheit durchs Programm.

Über die ausgezeichnete Probenarbeit überzeugte sich der Schreibende gleich selber. Von ungefähr kommt die Tatsache nicht, dass der Jodlerklub Seerose seit dem Jahr 1995 ohne Unterbruch immer mit der Höchstnote «sehr gut» von Eidgenössischen oder Zentralschweizerischen Jodlerfesten zurückkehrte. Hier betont die Dirigentin aber sofort: «Dies ist aber nicht allein mein Verdienst, sondern der Lohn für die ganze Jodlerfamilie. Disziplin, Hilfsbereitschaft und der Wille jedes Einzelnen, das Beste herauszuholen, sind wirklich vorhanden.» Natürlich ist das Jodellied «B’hüet di Gott, mi liebi Heimat», das am Eidgenössischen Jodlerfest in Brig vorgetragen wurde, ebenfalls im 90-minütigen Programm des neuen Projekts integriert.

Im OK sind Aufgaben optimal verteilt

Im OK mit Markus Ziegler an der Spitze und den Mitgliedern Franziska Dahinden, Annegret von Bergen, Kurt Gisler und Stefan Bissig konnten die Aufgaben optimal verteilt werden. Die grösste Vorarbeit ist erledigt. Gefordert ist jetzt vor allem noch Kurt Gisler: Er ist noch damit beschäftigt, optimale Hintergrundbilder oder alte Filme («Postillon») für die Konzertabende auszusuchen. Und für die Seerose-Mitglieder und die Musikanten gilt es dann, sich möglichst schnell an die unterschiedlichen Akustikverhältnisse in den vier Kirchen im Kanton Uri anzupassen. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei. Die Besucherinnen und Besucher können ihre Freude und Wertschätzung aber gerne mittels Türkollekte ausdrücken.

Hinweis: Die Konzerte des Jodlerklubs Seerose Flüelen und der Bauernmusik Altdorf finden am 29. Oktober (Pfarrkirche Flüelen), am 12. November (Pfarrkirche Andermatt), am 19. November (Pfarrkirche Bürglen) und am 26. November (Pfarrkirche Seelisberg) jeweils um 17 Uhr statt. Der Eintritt ist frei (Türkollekte).


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