Tellbus ist «absolutes Erfolgsprodukt»

KANTON URI ⋅ Der ÖV ist und bleibt der Kernbereich der Auto AG Uri. Aber das Unternehmen will sich gemäss neustem Geschäftsbericht auch im nicht abgeltungsberechtigten Bereich vermehrt profilieren.
16. Mai 2017, 05:00

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

Die Auto AG Uri (AAGU) hat im Geschäftsjahr 2016 (ohne Postauto) 2072725 (2125949) Personen befördert. Der leichte Rückgang um 53'224 Fahrgäste ist gemäss AAGU auf ein neues Fahrgastzählsystem zurückzuführen. Effektiv waren es etwa gleich viele Fahrgäste wie 2015.

Als «absolutes ÖV-Erfolgsprodukt» wird dabei einmal mehr der Tellbus bezeichnet. Er verkehrt seit gut zehn Jahren als SBB-Direktverbindung zwischen Altdorf und Luzern. Betrieben wird der Tellbus von der AAGU und der Verkehrsbetriebe Luzern AG (VBL). 2016 konnte erneut eine markante Zunahme der Fahrgäste registriert werden, und zwar von 163'595 auf 182'155. Die AAGU selber beförderte 88'053 (85'407) Tellbus-Passagiere.

Kantonalbahnhof als «Quantensprung»

Aber auch auf andern Abschnitten des AAGU-Netzes wurden höhere Frequenzen registriert, so etwa auf der Linie Flüelen–Amsteg mit 1'053'025 (1'016'207) oder auf der Strecke Schattdorf–Seedorf mit 46'876 (36'129) beförderten Personen. Auch mit Blick in die Zukunft gibt sich der AAGU-Verwaltungsrat im Geschäftsbericht optimistisch: «Als weiterer Quantensprung im öffentlichen Verkehr des Kantons Uri» stehe die Eröffnung des Kantonalbahnhofs Altdorf im Jahr 2021 bevor. «Er wird eine massive Qualitätsverbesserung für alle Verkehrsteilnehmer erlauben.» Erwartet werden in erster Linie «effiziente Umsteige­beziehungen zwischen Bus und Bahn». «Die neue Infrastruktur, sichtbar insbesondere durch die Haltekanten an den Bushöfen Ost und West beim Kantonalbahnhof, die Verbindung und der A2-Halbanschluss Attinghausen schaffen raschere, direktere und somit attraktivere Orts-, Regional- und Fernverbindungen im Busverkehr», betonen die AAGU-Verantwortlichen.

Die 30 Busse der Auto AG Uri haben im Geschäftsjahr 2016 total 1'891'354 Kilometer zurückgelegt – 80'911 mehr als 2015. «Auch 2016 schritt die Flottenerneuerung planmässig voran», heisst es im Geschäftsbericht. Ende des vergangenen Jahres stiessen vier neue dreitürige Niederflurbusse zur AAGU. Ersetzt wurden ältere Fahrzeuge mit Emissionsnorm Euro 3 und über 1 Million Kilometer Laufleistung. Die AAGU-Flotte ist nun vollständig auf die Euronormen 5 EEV und Euro 6 ausgerichtet.

Zweites Standbein wird ausgebaut

Die Auto AG Uri wird prioritär im Linienbetrieb wahrgenommen. Sie profiliert sich aber immer mehr auch als wichtiger Partner auf dem Markt des nicht abgeltungsberechtigten Gelegenheitsverkehrs. Zu diesem zweiten Standbein gehören etwa Fahrten mit dem 2016 angeschafften Oldtimer-Reisebus oder auch Vereinsreisen oder Hochzeitfahrten. Der Fahrzeugpark wurde dafür entsprechend ergänzt. Erneut konnten aber auch Bahnersatzfahrten für die SBB ausgeführt werden.

Dass man mit der Entwicklung und Intensivierung im Bereich der nicht abgeltungsberechtigten Tätigkeiten auf Kurs sei, habe auch der Strategiecheck 2016 gezeigt. «Für eine konzessionierte Transportunternehmung in der Grösse der AAGU ist die Ausübung von Tätigkeiten in diesem Bereich, in dem auch Gewinne erzielt werden können, überlebenswichtig», hält Verwaltungsratspräsident Hansjörg Felber in seinem Vorwort im Geschäftsbericht fest. «In den kommenden Jahren werden die entsprechenden Anstrengungen weiter intensiviert.»

Zwei Hauptgründe für Unternehmensverlust

Im Geschäftsjahr 2016 hat die AAGU einen Unternehmens­verlust von 1800 (2015: Gewinn von rund 300'000) Franken eingefahren. Dafür sind zwei Hauptgründe verantwortlich: die aus­serordentlichen Rückstellungen für die Pensionskasse (268000 Franken) und Rückzahlungen an Postauto Schweiz (178'000 Franken) aufgrund eines Fehlers im Fahrgastzählsystem der Jahre 2012 bis 2015.

Mit rund 5,4 (Vorjahr: 5,1) Millionen Franken respektive 50 (48) Prozent machten die Abgeltungen von Bund, Kanton und Gemeinden den Hauptanteil auf der AAGU-Ertragsseite aus. Aus Extrafahrten und aus dem Postauto-Kursbetrieb resultierten 25 Prozent (26) des Ertrags be­ziehungsweise 2,727 (2,792) Millionen Franken (2,723). Die Erträge aus dem Betrieb des 57,5 Kilometer langen Liniennetzes mit 80 Haltestellen beliefen sich auf 22 (23) Prozent oder 2,42 (2,46) Millionen Franken. Die Nebenerträge machten im vergangenen Jahr 3 (3) Prozent respektive 327'000 (284'000) Franken aus.

Grösste Ausgabenposten waren der Personalaufwand mit 53 (58) Prozent beziehungsweise 5,786 (5,964) Millionen Franken. Der übrige Betriebsaufwand (für Energie- und Verbrauchsstoffe, Fahrzeugunterhalt und -miete, Reparaturen et cetera) machte 2,21 (2,24) Millionen Franken aus. Gegenwärtig beschäftigt die Auto AG Uri 78 (68) Personen, die insgesamt 6127 (5175) Stellenprozente besetzen.

Hinweis

Die GV der Auto AG Uri findet am Donnerstag, 8. Juni, 18.15 Uhr, im Hotel Höfli in Altdorf statt.


Leserkommentare

Anzeige: