Finanzen der Treib-Seelisberg-Bahn sollen wieder ins Lot kommen

KANTON URI ⋅ Die Finanzlage der Bergbahn hat Konsequenzen: Es wird eine Stelle aufgehoben und per 2018 eine Tarifanpassung vorgenommen.
16. Juni 2017, 16:34

53 Aktionäre nahmen am vergangenen Freitag an der GV der Treib-Seelisberg-Bahn (TSB) im Hotel Tell in Seelisberg teil. Sie mussten von einem Verlust von 59'000 Franken im Geschäftsjahr 2016 Kenntnis nehmen. «Die grössten Mehrausgaben sind im Personalbereich sowie aufgrund der Unterhaltsarbeiten in der Bergstation entstanden», erläuterte Verwaltungsratspräsidentin Barbara Merz Wipfli, Flüelen, die Hauptgründe für den im Jahr 2016 eingefahrenen Verlust. «Gleichzeitig gingen bei den Einnahmen die Anteile der Halbtaxabos sowie der Generalabonnements zurück, und auch die Erträge aus den Nebeneinnahmen sind gesunken.»

Die Bergbahn verkehrte im vergangenen Jahr rund 10'000 Mal. Mit 91000 Passagieren waren mehr Gäste als in den Vorjahren mit der TSB unterwegs. So stiegen die Einnahmen aus dem Billettertrag der Einzelgäste, was vor allem auf die verschiedenen rege benützten Jubiläumsangebote zurückzuführen ist. Weiterhin eine wichtige Stütze sind die Einnahmen aus dem Postauto- und Ausflugsbusbetrieb, die nochmals gesteigert werden konnten und bald einen Drittel der Einnahmen für die Treib-Seelisberg-Bahn AG ausmachen. Verschiedene Erträge aus Vermittlungen im Gruppengeschäft fielen markant tiefer aus als im Vorjahr und tragen zum negativen Abschluss im Jahr 2016 bei. Hier macht sich auch für die Treib-Seelisberg-Bahn AG der schlechte Wechselkurs des Euro direkt bemerkbar.

Doppelt nachteilig bemerkbar machte sich in der aktuellen Situation auch, dass die Gesellschaft vor ein paar Jahren alle Reserven in die Verbesserung der Unterdeckung bei der Pensionskasse stecken musste.

Verwaltungsrat trifft Sofortmassnahmen

Dem Verwaltungsrat der Treib-Seelisberg-Bahn gehören neben Barbara Merz Wipfli, Flüelen, als Mitglieder Franz-Sepp Arnold, Flüelen, Erich Amstad, Seelisberg, Beat Aschwanden, Seelisberg, und Stefan Schulthess, Luzern, an. Dieses Gremium hat nun Sofortmassnahmen getroffen, um die Finanzen wieder ins Lot zu bringen. «Wir müssen eine neu geschaffene Stelle in der Administration wieder aufheben und werden auch eine Tarifanpassung für das kommende Jahr vornehmen», nannte die Präsidentin zwei konkrete Massnahmen. Zudem will man einen Verein «Freunde der Seelisberg-Bahn» ins Leben rufen, der Marketingprojekte und neue Angebote der TSB finanziell und ideologisch mittragen soll.

Betriebsbewilligung läuft Ende 2017 aus

Am Jahresende läuft die Betriebsbewilligung für den Bergbahntrieb nach 20 Jahren Gültigkeit aus. Grundsätzlich steht einer Erneuerung nichts im Weg. Die über 100-jährige Anlage präsentiert sich in einem guten Zustand. Trotzdem verlangen die zuständigen Kontrollorgane noch in diesem Jahr eine vertiefte Überprüfung der Stationen und auch des ganzen Trassees. «Wir sind überzeugt, dass die Überprüfung aufzeigen wird, dass die Anlagen der TSB trotz ihres Alters in bestem Zustand sind», zeigte sich Barbara Merz Wipfli überzeugt. «Die nostalgische Bergbahn wird noch viele Jahre Einheimische und Gäste vom Vierwaldstättersee zum Dorf Seelisberg transportieren können», sagte Merz Wipfli.

Christoph Näpflin

redaktion@urnerzeitung.ch


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