Uri, ein durchlöcherter Kanton

19. Dezember 2017, 18:58

Bunker Uri ist nicht nur der Kanton der Seilbahnen, sondern auch der Bunker. «Einige hundert Anlagen» hat die Armee hier dem Felsen abgetrotzt – «von wenige Quadratmeter kleinen bis hin zu sehr grossen», sagt Margrit Schwaller, Medienverantwortliche von Armasuisse Immobilien. Genaue Zahlen kann sie aus Gründen des Informationsschutzes indes nicht nennen.

Bekannt ist hingegen, dass es schweizweit rund 13000 militärische Anlagen gibt, die anein­andergereiht eine Länge von 250 Kilometern ergeben. Infrastrukturbauten unter Tag für Verkehr und Wasserkraft sind allerdings deutlich länger.

Noch bis in die 90er-Jahre hin­ein hat die Armee Festungen errichtet. Heute sind aber nur noch etwa 5 Prozent aller Bunker intakt und geheim. Die meisten Anlagen haben mit dem Ende des Kalten Kriegs gleich auch ihre Bedeutung verloren. Bereits Mitte der 90er-Jahre begann die Armee, erste Bunker zu verkaufen. Trotz strenger Auflagen für Verkauf und Vermietung von ehemaligen Militäranlagen: Gerade im Kanton Uri sind auch viele Prestige-Bunker an Private verkauft worden: etwa der Bundesratsbunker in Amsteg (2003 verkauft an Swiss Data Safe), wo heute Gold und andere Wertgegenstände lagern, oder aber das Werk K7 in Attinghausen der Firma Deltalis.

Wo sich die Armee einst für den Ernstfall eingrub, werden heute aber nicht nur Edelmetalle, Wertsachen und Datengold gelagert. Viele Stollen und Anlagen sind als Museen der Allgemeinheit zugänglich gemacht worden (Sasso San Gotthardo), in anderen werden Pilze gezüchtet (Gotthard-Bio-Pilze in Erstfeld) oder Hotelgäste einquartiert (La Claustra). (zar)

 


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