Uri will helfen und Verständnis wecken

DEMENZ ⋅ Die Zahl der Demenzerkrankungen dürfte sich bis 2035 im Vergleich zu heute verdoppeln. Die Gesundheitsdirektion will mit einem Aktionsplan dafür besorgt sein, dass auch künftig alle Menschen mit einer Demenzerkrankung bedürfnisgerecht versorgt werden.
05. Dezember 2017, 20:10

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

 

Demenzkrankheiten sind eine der grossen gesundheitspolitischen und sozialen Herausforderungen (siehe Box). «Von Demenz sind früher oder später, direkt oder indirekt, alle einmal betroffen», sagt die Urner Gesundheitsdirektorin Barbara Bär. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird der Anteil älterer Personen in der Bevölkerung in den kommenden Jahren deutlich ansteigen.

Da das Alter der Hauptrisikofaktor für Demenz ist, werden bis ins Jahr 2035 im Kanton Uri ­voraussichtlich rund 1300 Menschen mit einer Demenz leben. «Das sind fast doppelt so viele wie heute», gibt Barbara Bär zu bedenken. Mit Demenz konfrontiert würden aber nicht nur die ­erkrankten Personen, sondern auch die Angehörigen sowie Personen, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit oder ihres freiwilligen Engagements regelmässig Kontakt mit Menschen mit Demenz haben.

Verständnis wecken, Akzeptanz fördern

Auf der Grundlage der Nationalen Demenzstrategie hat die Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion den «Aktionsplan Demenz Uri 2017–2023» erstellt. Ziel ist es, dass auch künftig alle Urnerinnen und Urner mit einer Demenzerkrankung bedürfnisgerecht versorgt werden können. In der Bevölkerung sollen das Verständnis für Demenzerkrankungen und die Akzeptanz für die Betroffenen gefördert werden.

Bund und Kantone haben im November 2013 im Rahmen des Dialogs Nationale Gesundheitspolitik die «Nationale Demenzstrategie 2014–2017» verabschiedet. Diese enthält eine Bestandesaufnahme und zeigt den Handlungsbedarf auf. Im November 2016 haben Bund und Kantone die Nationale Demenzstrategie bis 2019 verlängert und Prioritäten für die Jahre 2017 bis 2019 gesetzt.

Eine demenzgerechte Sicherstellung der Versorgungsstrukturen liegt in der Verantwortung der Kantone und der Gemeinden. Dies hat die Urner Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion veranlasst, auf der Grundlage der nationalen Strategie die Versorgungslücken und den Handlungsbedarf im Kanton Uri sowie konkrete Empfehlungen aufzeigen. Um den Ist-Zustand zu erfassen, wurden im Vorfeld Interviews mit den Gemeinden und den beteiligten Institutionen sowie zwei Workshops durchgeführt. Zusätzlich hat eine kantonale Begleitgruppe, in der die Gemeinden und alle relevanten Akteure vertreten waren, die Erarbeitung des Aktionsplans unterstützt. Damit konnte gewährleistet werden, dass der Aktionsplan breit abgestützt und akzeptiert wird. Im nun vorliegenden «Aktionsplan Demenz Uri 2017–2023» wird das bestehende Angebot in Uri beschrieben und der Handlungsbedarf aufgezeigt. Mit dem Aktionsplan liege nun für den Kanton Uri eine praxisnahe Grund­lage vor, gibt sich Barbara Bär überzeugt. Diese sei langfristig ausgelegt und zeige die weiteren notwendigen Massnahmen auf.

Prozesse optimieren, Zusammenarbeit verstärken

Im Aktionsplan sind insgesamt 14 Empfehlungen mit unterschiedlicher Priorität aufgeführt. Dabei soll der Handlungsbedarf ausgelotet werden. «Es geht darum, aufzuzeigen, in welchen Bereichen Prozesse optimiert werden müssen und die Zusammenarbeit verstärkt werden muss», erklärt Barbara Bär. Je nachdem sei auch ein politischer Prozess notwendig, insbesondere wenn es darum gehe, die notwendigen finanziellen Mittel zu erhalten.

Bei den Empfehlungen sind auch die entsprechenden Zuständigkeiten aufgeführt. So sind im Aktionsplan Massnahmen enthalten, für die ausschliesslich der Kanton, die Gemeinden oder Organisationen wie beispielsweise die Alzheimervereinigung, die Pro Senectute, die Spitex oder das Schweizerische Rotes Kreuz zuständig sind. Es gibt aber auch Massnahmen, die im Verbund von Kanton und Gemeinden gemeinsam umgesetzt werden müssen.

Als nächster nun geplanter Schritt werden die entsprechenden Empfehlungen des Aktionsplans von den zuständigen Behörden und Organisationen ausgearbeitet und umgesetzt. Der «Aktionsplan Demenz Uri 2017 bis 2023» ist im Internet unter www.ur.ch/demenz abrufbar.


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