Urner Nachwuchsathleten sollen mehr Geld erhalten

SPORTFÖRDERUNG ⋅ Die Urner Regierung erkennt in der Förderung von Urner Sporttalenten eine Lücke. Diese soll nun mit einer Revision der Sportverordnung geschlossen werden.
15. Juli 2017, 08:20

Urner Elitesportler können – etwa im Gegensatz zu Sportlern aus Nidwalden oder Luzern – nicht auf Unterstützung durch Gelder aus dem Lotterie- respektive dem Sportfonds des Kantons zählen. Der finanzielle Support beschränkt sich heute auf die Nachwuchsförderung in Form von Auszahlungen aus dem Sportfonds oder Übernahme von Schulgeldern (siehe Box).

Der Schattdorfer CVP-Landrat Flavio Gisler hat in einer im Dezember 2016 eingereichten Motion gefordert, diese Förderungslücke beim Übergang vom Nachwuchs- zum Elitekader zu schliessen. Konkret sollen Talente mit einer realistischen Chance auf eine Olympiateilnahme jährlich bis zu 12000 Franken aus dem Lotterie- respektive Sportfonds erhalten. In Ausnahmefällen seien Sportler, die nichtolympische oder paraolympische Sportarten ausüben, mit maximal 6000 Franken pro Jahr zu unterstützen. «Voraussetzung wäre, dass die Anspruchsteller darzulegen hätten, dass sie auf die Gelder tatsächlich angewiesen sind», betonte Gisler bei der Begründung seines Vorstosses. «So käme beispielsweise eine Auszahlung an Sportler, die grosse Sponsoringeinnahmen generieren, nicht in Frage.»

Nachweis und Vereinbarung

Gisler stellte unter anderem die beiden folgenden Forderungen:

-Die Auszahlung der Gelder sei im Rahmen einer Überprüfung des Nachweises von Kostenauslagen, einer Gesamtschau und in Zusammenarbeit mit Verbänden wie Swiss Olympic zu beurteilen.

-Mit den Sportlerinnen und Sportlern sei eine Vereinbarung über die Verwendung der Gelder, Repräsentationspflichten zu Gunsten des Kantons, Abmachungen über die Rückzahlung bei Dopingmissbrauch et cetera abzuschliessen.

Der Sportfonds erhält aufgrund der Praxis der Urner Regierung 28 Prozent aus dem gesamten Lotteriegeld. Dieser Anteil wäre gemäss Gisler entsprechend zu erhöhen, um die Nachwuchsförderung nicht zu gefährden. Der Schattdorfer CVP-Vertreter geht davon aus, dass drei bis vier Urner für diese Förderung in Frage kommen könnten. «Im Verhältnis zu den insgesamt über 1,8 Millionen Franken an Lotteriegeldern, die im Vorjahr im Kanton Uri ausgeschüttet wurden, würden die maximal 12000 Franken pro Sportler einen äusserst kleinen Teil ausmachen», meinte der Motionär bei der Begründung seines Vorstosses. «Für die einzelne Athletin oder den einzelnen Athleten kann dieser Beitrag aber entscheidend sein, ob der Sport professionell ausgeübt werden kann oder ob weiterhin einem Erwerb nachgegangen werden muss.»

Motion soll erheblich erklärt werden

Der Regierungsrat erkennt in seiner Antwort auf die Motion die bestehende Lücke. Überbrückt werden könne diese allenfalls durch Förderinstrumente wie Absolvierung der Sportler-Rekrutenschule, Einsatz als Zeitsoldat oder Leistungen der Schweizer Sporthilfe. Letztere unterstütze auf Antrag hin Schweizer Elitesportler, die sich in ungenügendem Masse selber vermarkten oder die Ausübung ihrer Sportart finanzieren könnten. Allerdings müssten dann sportliche Leistungen auf internationalem Top-Niveau erbracht werden. «Diese Hürde ist sehr hoch angesetzt», schreibt die Regierung. Um die erkannte Lücke beim Übergang vom Nachwuchs- zum Elitekader schliessen zu können, empfiehlt sie dem Landrat deshalb, die Motion an der Session vom 6. September erheblich zu erklären.

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch


Leserkommentare

Anzeige: