Urner Zweitwohnungen werden im Durchschnitt 63 Tage im Jahr genutzt

ALTDORF ⋅ Im Kanton Uri stehen schätzungsweise 2500 touristisch genutzte Zweitwohnungen. Diese sind im Durchschnitt an 63 Tagen im Jahr bewohnt. Die Investitionen in die Gebäude belaufen sich auf über 20 Millionen Franken.
10. Oktober 2017, 12:09

Im Zusammenhang mit dem Monitoring Gotthard-Achse (MGA) des Bundesamts für Raumentwicklung ARE sind im Januar und Februar Zweitwohnungseigentümer im Kanton Uri schriftlich befragt worden. Am Dienstag wurden die Ergebnisse der Erhebung veröffentlicht.

Demnach werden die Zweitwohnungen durchschnittlich an 63 Tagen im Jahr genutzt und zwar im Mittel durch zwei Personen. Rund 17 Prozent der Wohnungen werden vermietet. Im Schnitt entfallen 53 Belegungstage auf die Eigentümer selbst und 10 Tage auf Mieter.

Im Durchschnitt werden pro Jahr 8700 Franken pro touristische Zweitwohnung investiert, was einem Gesamtvolumen von 21,3 Millionen Franken entspricht. Fast 90 Prozent des Geldes fliesst in Umbauten und Renovationen.

15 Millionen laufende Kosten

Erfasst haben die Studienautoren zudem die laufenden Kosten für den Unterhalt der Objekte. Dabei handelt es sich etwa um Wasser, Elektrizität, Reinigung und Steuern. Die Ausgaben liegen hier im kantonalen Durchschnitt bei 6000 Franken pro Objekt. Dies ergibt total rund 15 Millionen Franken pro Jahr. Am meisten wird für Ferienhäuser im Urserntal ausgegeben am wenigsten für Alphütten in den Seitentälern.

Die Eigentümer mit Wohnsitz ausserhalb des Kantons wurden gefragt, wie häufig sie regionale Läden und Restaurants frequentieren. Fast die Hälfte nutzt diese sehr häufig und ein weiteres Drittel häufig. 13 Prozent hingegen nutzen die regionale Geschäfte selten und eine Minderheit von 6 Prozent nutzt sie sehr selten.

Mit 88 Prozent der Befragten geht eine grosse Mehrheit nicht davon aus, dass der Gotthard-Basistunnel eine Auswirkung auf die Auslastung der Wohnungen hat.

Grossteil Ferienhäuser

Der Gesamtwohnungsbestand im Kanton Uri beträgt laut ARE über 19'000 Wohnungen, davon sind fast 4000 Zweitwohnungen. Insgesamt standen für die Befragung rund 2000 Adressen von Eigentümern zur Verfügung. Mit 1077 gültiger Fragebögen sei der Rücklauf sehr gut gewesen.

Bei über der Hälfte der Objekte handelt es sich um Ferienhäuser, 36 Prozent sind Wohnungen. 64 Prozent der Eigentümer wohnen in der Schweiz, aber nicht im Kanton Uri, 5 Prozent wohnen im Ausland. (sda)


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