Virus schmälert Viehschau

ALTDORF ⋅ An der Urner Grossviehschau liefen wegen der BVD-Fälle rund hundert Tiere weniger auf als im Vorjahr. Trotzdem lockte die Veranstaltung sehr viele Besucher an. Und die Züchter erhielten viele Komplimente.
08. Oktober 2017, 18:07

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Es war ein etwas anderes Bild als in den Vorjahren, das sich den vielen Besuchern am Samstag im Eyschachen in Altdorf präsentierte. Insgesamt 504 herausgeputzte Tiere buhlten an der Urner Grossviehschau um die Gunst der auswärtigen Experten. Damit lag die Aufführzahl deutlich unter derjenigen von 2016. Die teils grossen Lücken in den Ausstellungsreihen waren unverkennbar. Der Grund für den Schwund waren die kürzlich bekanntgewordenen BVD-Fälle (wir berichteten).

«Die Auswirkungen für uns sind weniger frappant als befürchtet, sondern liegen in einem erträglichen Mass», beschwichtigte OK-Präsident Karl Schilter. Rund 90 Tiere konnten nicht zugelassen werden. «Wir haben nun trotzdem eine sehr schöne Ausstellung. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden, auch mit dem Publikumsaufmarsch und der Stimmung.» Das Thema BVD sei an der Viehschau gar nicht so oft diskutiert worden. «Inzwischen hat sich das Ganze etwas beruhigt», so Schilter. Für die Betroffenen sei die Situation zwar bedauerlich, aber das OK habe nichts beeinflussen können, erklärte er.

«Absage wäre schade gewesen»

Auch Regierungsrat Camenzind ging in seiner Kurzansprache auf das dominierende Thema ein. Er sagte: «Die vergangene Woche ist etwas hektisch verlaufen.» Diverse Aktionen hätten kurzfristig lanciert werden müssen. «Dem OK gebührt ein dickes Lob dafür, dass der Anlass nun doch durchgeführt werden konnte. Eine Absage wäre sehr schade gewesen», so Camenzind. «Die Urner Landwirtschaft hat bewiesen, dass sie in einer schwierigen Situation professionell, korrekt und innert kurzer Zeit Massnahmen ergreifen und umsetzen kann, sodass es am Schluss gut herauskommt.»

Die Organisatoren und die Schaulustigen profitierten von grossem Wetterglück. Die Sonne lachte pausenlos vom stahlblauen Himmel, und es herrschten angenehm warme Temperaturen. Insbesondere das Geschehen im Ring stiess bei den Zaungästen auf ein gewaltiges Interesse. Die Präsentation der schönsten Tiere nach der Mittagspause lockte besonders viel Volk an, wobei der Hauptfokus natürlich dem ultimativen Highlight galt, der Ausmarchung um den begehrten Titel der Miss Uri.

Siegerin steht einen Zacken über allen anderen

Der für die Wahl zuständige Experte Heini Stricker aus Mörsch­wil machte es sehr spannend. Zunächst drehten alle Abteilungssiegerinnen im Schlepptau ihrer sichtlich stolzen Besitzer einige Runden vor dem dichten Publikumsspalier. Danach sortierte Stricker die in seinen Augen drei schönsten Tiere aus.

Bevor er die Katze endgültig aus dem Sack liess, richtete der Ostschweizer einige Komplimente an die Urner Viehzüchter. «Was uns hier im Ring präsentiert wird, ist absolute Spitzenklasse», betonte er. «Das sind alles wunderschöne Kühe, die das Herz jedes Experten höherschlagen lassen.» Zum Champion und damit zur Tagessiegerin kürte Ryhner die Kuh Evolet aus dem Stall von Manuel und Sandra Arnold in Erstfeld. «Diese Kuh steht einen Zacken über allen anderen», sagte Heini Stricker. «Sie ist eine absolute Hammerkuh und überzeugt durch ihre Harmonie und Ausgeglichenheit.»

Drei weitere Tiere gekürt

Für einen weiteren Programmhöhepunkt sorgte die Wahl der schönsten Vertreterin der Original-Braunvieh-Rasse. Hier ging die Siegerinnenschlaufe an Kuh Mädi aus dem Stall von Theo und Toni Kempf in Attinghausen.

Schliesslich wurden an der Grossviehausstellung auch noch zwei Rinder-Champions gewählt. Bei den BS-Rindern triumphierte Alisa aus dem Stall von Michi und Hanspeter Herger in Altdorf, und bei den OB-Rindern obsiegte Tamara aus dem Stall von Christian und Manuela Arnold in Spiringen.

  • Die Grossviehschau in Altdorf. (© Urs Hanhart)
  • Die Tagessiegerin Evolet von Manuel und Sandra Arnold. (© Urs Hanhart)
  • Gross und Klein besuchten die Viehschau. (© Urs Hanhart)

An der Urner Grossviehschau zeigten bei schönstem Wetter die Züchter ihre Tiere.


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