Ehemaliges eidgenössisches Getreidesilo in Altdorf wird Kunstsilo

KANTON URI ⋅ Wo früher Getreide für den Kriegsfall gelagert wurde, soll künftig Kunst produziert werden: Der Kanton Uri hat das ehemalige eidgenössische Getreidesilo in Altdorf an Christoph Hürlimann verkauft, der das Gebäude zum "Kunstsilo Altdorf" umfunktionieren will.
10. April 2018, 09:36

Der Kanton Uri als Eigentümer der «Werkmatt Uri» kann nach dem Verkauf der ersten Parzelle an die Kässbohrer Schweiz AG im Dezember 2017 einen weiteren Erfolg vermelden. Er verkauft die Parzelle mit dem Gebäude des ehemaligen eidgenössischen Getreidesilos an Christoph Hürlimann. Das denkmalgeschützte Gebäude wird seiner Funktion als Wahrzeichen für das Areal «Werkmatt Uri» erhalten bleiben. Es soll als Treffpunkt für kulturelle, künstlerische und gesellschaftliche Begegnungen zur Belebung des Areals beitragen. Eine kommerzielle Nutzungsform steht nicht im Vordergrund. «Ich freue mich, dass wir so schnell einen Käufer für das denkmalgeschützte Getreidesilo finden konnten. Das Gebäude hat das Potenzial als Türöffner des Werkmatt-Areals – hier trifft man sich, hier begegnet man sich», sagt Urban Camenzind, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Uri.

Christoph Hürlimann ist kein Unbekannter im Kanton Uri. Der im Kanton Zug lebende Hürlimann hat 2012 die private «Stiftung Kunstdepot» mit Sitz in Göschenen ins Leben gerufen, um aufstrebenden jungen wie auch engagierten bestandenen Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt eine vertiefte Auseinandersetzung mit ihrer Arbeit zu ermöglichen. Dazu hat er das ehemalige Zeughaus umgebaut, so dass es den Anforderungen der Kunstschaffenden sowie seiner Kunstsammlung im «Kunstdepot Göschenen» Rechnung trägt.

Die Vision von Christoph Hürlimann ist ein «Weg der Kunst» im Kanton Uri. Dieser könnte beim Haus für Kunst Uri in Altdorf beginnen, sich fortsetzen zum «Kunstsilo Altdorf» in der «Werk-matt Uri», über das «Kunstdepot Göschenen» führen und den Abschluss im Museum «Sasso San Gottardo» auf dem Gotthardpass finden. Das ehemalige eidgenössische Getreidesilo könnte dabei zum Beispiel für Ateliers, Ausstellungsräume und als Begegnungsstätte genutzt werden. Die aktive Umsetzung der Vision soll nach der kantonalen Gewerbeausstellung Uri18 beginnen. «Die Haupther-ausforderung bei der Realisierung des Projekts ist die Abwägung von Schutzinteressen des Denkmal-schutzes und von Nutzungsmöglichkeiten. «Ich bin bereit und motiviert, diese Herausforderung anzu-nehmen. Unser Team befasst sich bereits seit längerer Zeit mit dem Objekt und wir haben einige Überlegungen zu möglichen Nutzungen angestellt», sagt ein erfreuter Christoph Hürlimann. 

pd/dvm

Das Team um die «Kunstsilo Altdorf»-Ideen

Seit fast drei Jahren wird an möglichen Umnutzungen des Getreidesilos gearbeitet. Das Kernteam besteht aus: Christoph Hürlimann, Inhaber der Bentom AG, ein im Immobilienmarkt tätiges Unter-nehmen. Marianne Burkhalter und Christian Sumi von Burkhalter Sumi Architeken. Jürg Consett vom Ingenieurbüro Conzett Bronzini Partner AG. (pd)


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