Wassen will von Bau der «zweiten Röhre» profitieren

GEMEINDEVERSAMMLUNG ⋅ Die Gemeinde sieht im Milliarden-Projekt nicht nur eine wirtschaftliche Chance für die Region, sie erhofft sich auch, Verkehrsprobleme zu lösen. Vorderhand stehen aber Investitionen an, die Wassen selber stemmen muss.
04. Dezember 2017, 04:38

Die Bevölkerung von Wassen hat an der Gemeindeversammlung vom Freitag dem Budget 2018 zugestimmt. Bei einem Aufwand von 1,857 Millionen Franken wird mit einem Defizit von 155040 Franken gerechnet. Laut Gemeindepräsidentin Kristin T. Schnider liegt dies im grünen Bereich. Der Steuerfuss bleibt bei 117 Prozent.

Vorgesehen sind für 2018 Bruttoinvestitionen von 896 200 Franken. Die Brücke Seebach in Meien wird erneuert, ebenso wie der Kinderspielplatz beim Schulhaus. Die Gesamtsanierung der Nutzungsplanung und die Revision der Bau- und Zonenordnung stehen an.

Genehmigt haben die Wassner auch ein Amtsentlassungsgesuch von Sozialvorsteher Lukas Schär. Dieser zieht aus familiären Gründen weg von Wassen. Der Gemeinderat hat bis zum Ende dessen Amtsperiode eine Übergangslösung gefunden: Für ein Jahr stellt sich die frühere Sozialvorsteherin Yolanda Parietti zur Verfügung. Sie tritt zur Ersatzwahl am 4. März 2018 an.

Sanierungsprojekt kostet 820000 Franken

Ebenfalls am 4. März kommt es zu einer wichtigen Kreditabstimmung, über welche die Bevölkerung am Freitag informiert wurde. Der Schulhausplatz muss dringend saniert werden, da er sich in einem sehr schlechten Zustand befindet. Ursprünglich war dort eine Tiefgarage geplant, doch die Idee konnte nicht umgesetzt werden. Der Gemeinderat hat nun die Vorbereitungen für die Sanierung an die Hand genommen und der Dorfbevölkerung ein Projekt mit Kosten von 820000 Franken vorgestellt.

Einige Bürger erkundigten sich nach den späteren Parkiermöglichkeiten auf dem Platz. Wie Vizepräsident Markus Baumann-Jauch ausführte, existiert zwar ein Parkplatzkonzept. Die Details können aber erst geklärt werden, wenn zum Sanierungsprojekt Ja gesagt wird. Hierzu soll es eine separate Infoveranstaltung geben.

Der Wassner Gemeinderat erklärt sich nicht einverstanden mit dem neuen Konzessionsvertrag mit dem Elektrizitätswerk Altdorf (EWA). Insbesondere stört sich der Rat daran, dass künftig keine Rabatte auf die Stromkosten von öffentlichen Gebäuden gewährt werden sollen. Der bisherige Vertrag wurde gekündigt, er gilt jedoch noch für zwei Jahre. Während dieser Zeit will der Gemeinderat «das Beste für die Gemeinde Wassen herausholen», wie es an der Versammlung hiess.

Im Hinblick auf den Bau der zweiten Gotthard-Strassenröhre spannen die drei Gemeinden Gurtnellen, Wassen und Göschenen zusammen. «Wir wollen, dass etwas von den Milliarden­investitionen auch unserer Region zugutekommt», so Schnider. Die Bevölkerung wurde deshalb aufgefordert, aufzuzeigen, welche Dienstleistungen oder auch Immobilien zur Verfügung stehen. Allein in Wassen hätten sich bisher 17 Personen gemeldet. Die Volkswirtschaftsdirektion biete zudem Hand bei der Erstellung eines professionellen Dossiers.

Weiter besteht der Wunsch, im Zuge des Tunnelbaus auch die Verkehrsprobleme in den Oberländer Gemeinden zu lösen. «Hier beissen wir noch auf Granit», so Schnider. Für die Autobahnausfahrt Wassen fordert der Gemeinderat eine dritte Spur.

Der Ball liegt beim Kanton

Ein Dauerthema ist die Bewilligungspraxis für den alten Sustenweg. Der Ball liegt zurzeit beim Kanton, der entsprechende Signalisationen bis im Frühling anbringen muss. Erst dann kann die Gemeinde Gebühren erheben. Zum Schluss der Versammlung bedankte sich die Gemeindepräsidentin für die Weihnachtsdekoration in der Gemeinde. Zur Eröffnung wird es auf dem Schulhausplatz einen öffentlichen Apéro geben. (zf)


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