Wasserkraftwerk bei Realp wird 1,5 Millionen Franken teurer

ENERGIE ⋅ 17,5 Millionen Franken sind nicht genug: Das neue Wasserkraftwerk im Gebiet Schweig-Geren ob Realp wird teurer als gedacht. Der Talrat der Korporation Ursern beantragt daher einen Nachtragskredit von 1,5 Millionen Franken.
11. August 2017, 11:51

Eine ausserordentliche Talgemeinde in Andermatt muss am 24. August über das Geschäft befinden, wie die Korporation Ursern am Freitag mitteilte. Sie ist Eigentümerin des Elektrizitätswerks Ursern (EWU), welches das neue Wasserkraftwerk baut.

Bereits beim Baubeginn im Sommer 2015 habe es erste Probleme mit der Erschliessungsstrasse zum Zugangsstollen im Gebiet "Schweig" gegeben, teilt die Korporation mit. Die Strasse musste mit zusätzlichen Hangsicherungen und Entwässerungsmassnahmen ergänzt werden. Nicht vorgesehen war auch eine Felssicherung im Bereich der Wasserfassung bei der Mündung der Witenwassern- und Muttenreuss.

Der grösste Teil der Mehrkosten fiel allerdings bei einem felsigen Steilhang an, über den die Stahldruckleitung ins Gerental geführt wird, wie es auf Nachfrage beim Elektrizitätswerk Ursern hiess. Der Hang erwies sich als sehr schiefrig und brüchig, so dass er praktisch über die gesamte Fläche mit Ankern und Netzen gesichert werden musste. Die Auflager der Druckleitung mussten massiv in den Steilhang einbetoniert werden, was auch zu Verzögerungen führte.

Pech gehabt

Man hab einfach wirklich Pech gehabt, sagte ein Sprecher des Elektrizitätswerks und wies darauf hin, dass es sich um ein Bauprojekt in der Natur handle, in einem Gebiet, in dem noch nie gebaut worden sei. Man hätte mehr Probebohrungen vornehmen können, doch das sei am Ende auch wieder ein Kostenpunkt.

Trotz all dieser Widrigkeiten im Bauablauf sollte das neue Wasserkraftwerk wie geplant im November 2017 in Betrieb genommen werden können. Es sei stets die Maxime gewesen, schnelle Lösungen zu finden, damit der Zeitplan eingehalten werden könne. Laut dem Elektrizitätswerk ist die Finanzierbarkeit gegeben, es sei in der Vergangenheit genügend Eigenkapital angehäuft worden.

Das neue Kraftwerk wird eine Leistung von 2,7 Megawatt haben und pro Jahr 9,5 Gigawattstunden Strom produzieren. Damit können 2000 Haushalte versorgt werden. Es ist bereits das zweite Kraftwerk, dass die EWU in der Gemeinde Realp betreiben wird. (sda)


Leserkommentare

Anzeige: