Zuversicht für Impreglon-Personal

ALTDORF ⋅ Der Urner Volkswirtschaftsdirektor glaubt, dass die 17 Mitarbeiter, die voraussichtlich entlassen werden, rasch eine Anschlusslösung finden. In Verruf geraten ist mittlerweile ein ehemaliger Geschäftsführer.
12. August 2017, 08:38

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Die Firma Impreglon Coatings in Altdorf muss 17 Stellen streichen (siehe Ausgabe von gestern). Hauptgrund dafür sind die negativen Zahlen der letzten beiden Jahre und der Verlust eines Grossauftrags. Dieser macht jährlich 2 Millionen Franken aus, was für das Altdorfer Unternehmen, das sich auf die Oberflächenbehandlung spezialisiert hat, 20 Prozent der Wertschöpfung bedeutet. «Der Kunde hat entschieden, das Produkt selber herzustellen», sagt Kurt Fähndrich, Geschäftsführer der Impreglon Coatings, Altdorf. «Unser Unternehmen muss deshalb eine neue Strategie verfolgen.» Klar sei jedoch: «Wir wollen am Standort Altdorf festhalten und so viele Arbeitsplätze wie möglich sichern.»

Zurzeit laufe das Konsultationsverfahren, wie es bei Massenentlassungen üblich sei. Die Mitarbeiter können während dieser Zeit Vorschläge einbringen, wie die Arbeitsplätze allenfalls erhalten werden könnten. Das Konsultationsverfahren wird am 29. August abgeschlossen. «Erst dann entscheiden wir und sprechen die nötigen Kündigungen aus.» Mit den betroffenen Mitarbeitern, denen gekündigt werden soll, habe man persönliche Gespräche geführt – mit Ausnahme von fünf Personen, die ferienhalber abwesend waren. Fähndrich betont auch: «Wir arbeiten eng mit dem RAV Uri und den entsprechenden Amtsstellen zusammen, um den Mitarbeitern möglichst gute Unterstützung bei der Arbeitssuche zu bieten.»

Diese Unterstützung sichert auch Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind zu. Ganz überraschend sei die Hiobsbotschaft jedoch nicht gekommen. «Wir haben in den vergangenen Jahren diverse Gespräche geführt und versucht, auf die Kosten der Firma Einfluss zu nehmen.» Es sei ein Rückschlag für den Industriestandort Uri. Dass dadurch jedoch ein Imageschaden entstehe, glaubt Camenzind nicht. «Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Entlassenen rasch wieder beschäftigt werden können», so der Volkswirtschaftsdirektor. Die Arbeitslosigkeit sei zurzeit in Uri tief. «Und ich habe auch Signale von Unternehmen, die zurzeit auf der Suche nach Mitarbeitern sind. Ob das zusammenpasst, wird sich zeigen.»

Geld sparen will Impreglon künftig dadurch, dass von bisher zwei Gebäuden im Industriegebiet nur noch eines gemietet werden soll. Nicht von den Einsparungen betroffen sei der Bereich, der auch Mitarbeiter der Stiftung Behindertenbetriebe Uri (SBU) beschäftigt. Seit 2015 engagiere sich Impreglon sozial, indem es einfachere Arbeiten den SBU-Mitarbeitern übergebe, so der Geschäftsführer: «Es ist eine Win-win-Situation für uns.»

Die Gerüchte werden dementiert

Durch die angekündigten Entlassungen in Verruf geraten ist ein ehemaliger Geschäftsführer der Impreglon. Das Gerücht macht die Runde, dieser soll mit dem Verlust des Grossauftrags in Verbindung gebracht werden. Der heutige Geschäftsführer Kurt Fähndrich dementiert diese Gerüchte. Der ehemalige Geschäftsführer konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden. Bis Ende 2016 war er Teilzeit bei Impreglon Coatings beschäftigt.

2012 kaufte die deutsche Impreglon das Werk in Altdorf der Ruag ab. Über den Kaufpreis wurde damals nur spekuliert. Heute erwirtschaftet Impreglon Coatings, Altdorf, einen Umsatz von rund 20 Millionen Franken. Angeboten werden Dienstleistungen wie Eloxieren, Verzinken, Verzinnen, Lackieren sowie das Reinigen mit Glasperlenstrahlen und Sandstrahlen.


Leserkommentare

Anzeige: