Zwei Gäste sorgen für viel Spass

ALTDORF ⋅ Madlen Arnold und Noldi Abplanalp, zwei Bergler mit viel Charme und Witz, erzählten in der Radiotalkshow «Persönlich» aus ihrem Leben. Sie sorgten mit ihrer äusserst unkonventionellen Art für viele amüsante Momente.
19. Juni 2017, 05:00

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

«Es ist ein wunderschöner ­Sommermorgen, und wir sind im Theater Uri in Altdorf. Heute habe ich zwei Personen zu Gast, die sich ein Leben ohne Berge nicht vorstellen könnten und zudem einen besonderen Lebensweg haben»: Mit diesen Worten begrüsste Moderatorin Sonja Hasler das Publikum zur Radiotalkshow «Persönlich». Weit über hundert Zuhörer wohnten der Livesendung vor Ort bei.

Bei den Gästen handelte es sich um die Urner Käserin und Schauspielerin Madlen Arnold (32), die bis 2016 jeden Sommer ihres Lebens auf der Alp Mettenen im Schächental verbracht hat, und den gebürtigen Berner Oberländer Noldi Abplanalp (69), der drei Jahrzehnte lang Wirt im Hospiz auf dem Gotthardpass war, aber inzwischen seinen verdienten Ruhestand geniesst.

«Ich habe gar kein Bikini»

Madlen Arnold erschien barfuss zur Sendung. Deshalb wollte Hasler zu Beginn von ihr wissen, was es damit auf sich habe. «Da steckt keineswegs ein Konzept dahinter», antwortete die Altdorferin. «Manchmal ist es mir ganz einfach am wohlsten ohne Schuhe. Zudem liebe ich es, die Beschaffenheit des Bodens zu spüren.»

Noldi Abplanalp ist kein Stubenhocker. Er verbringt kaum je zwei Tage hintereinander in seiner Wohnung in Airolo. Sein Coiffeur ist in Mailand zu Hause, sein Zahnarzt in Varese. Abplanalp ist einer, der gerne auf der «Leutsch» ist. Arnold hingegen ist am liebsten zu Hause und reist nicht viel herum. Ob es sie denn nicht reizen würde, mal ans Meer zu fahren, wollte die Moderatorin wissen. «Ich habe gar kein Bikini»: Mit dieser Antwort sorgte die schlagfertige junge Frau bei den Zuhörern im Foyer des Theaters Uri für veritable Lachkrämpfe.

Während der Sendung gab es aber auch sonst noch viele amüsante Momente. So etwa, als Arnold erklärte: «Das Theater brauche ich für den Kopf und den Ranzen, wo die Gefühle sind.» Künftig wolle sie sich mehr auf die Schauspielerei konzentrieren. Den Alpbetrieb habe sie in der Zwischenzeit einer ihrer Schwestern übergeben. Als Begründung sagte Arnold: «Ich höre mit der Landwirtschaft auf, weil mir die Richtung nicht passt, die eingeschlagen wird. Ich fühlte mich zu fest eingeengt und habe andere Wertvorstellungen. Zudem ist meine Agenda jetzt voll mit Theaterterminen.»

Arnold hat eine Ausbildung an der Dimitri-Schule im Tessin gestartet, kam dann jedoch nicht in die engere Auswahl jener Kandidaten, die fortfahren durften. «An dieser Schule habe ich mich eigentlich sehr wohl gefühlt, denn dort waren viele komische Vögel wie ich», sagte sie.

Schwerelos dank eines Elefanten

Abplanalp, der ebenfalls einer Bauernfamilie entstammt, mit der Landwirtschaft aber nie viel am Hut hatte, lernte Vermessungszeichner und wurde Bauleiter im Furkatunnel. Doch seine Berufung fand er als Wirt auf dem Gotthardpass. «Ich bin süchtig nach Menschen», verriet er. «Auf dem Gotthard kam ich auf meine Rechnung.» Abplanalp erwähnte einige Anekdoten aus seiner Zeit auf dem wohl bekanntesten Alpenübergang. Einen bleibenden Eindruck habe ihm etwa der damalige Bundesrat Jean-Pascal Delamuraz hinterlassen, weil er ohne Manuskript aus dem Stegreif eine 1.-August-Ansprache hielt. Einmal hatte der Herzblut-Beizer sogar zwei Elefanten zu Gast, die für Dreh­arbeiten im Zusammenhang mit einem Film über Hannibal auf dem Gotthard weilten. «Seither weiss ich, dass man schwerelos werden kann», so Ablanalp. «Ich bin damals mit einer Kiste Äpfel etwas zu nah an einem Elefanten vorbeigelaufen. Der wollte sich natürlich bedienen und hat mich dabei ganz schön ausgehebelt.»


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