In eigener Sache

Bewegte Zeiten – wir freuen uns darauf!

Chefredaktor Jérôme Martinu zum Jahresanfang.
03. Januar 2018, 04:39

Die Korken haben hoffentlich ordentlich geknallt. Und nun halten Sie, liebe Leserinnen und Leser, die erste Zeitungsausgabe des neuen Jahres in der Hand. Herzlich willkommen im 2018! Es gehört zum guten Brauch unserer Zeitung, dass wir Ihnen einmal im Jahr die Redaktion mit all ihren Köpfen präsentieren. Da wir Sie tagaus, tagein mit unseren Berichten, Kommentaren, Bildern und Videos begleiten, zeigen wir gerne, wer alles hinter all diesen Inhalten steht.

An den Redaktionsstandorten in Luzern, Zug, Stans, Sarnen, Altdorf und im Berner Bundeshaus stehen täglich über 130 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. Hinzu kommen die Kolleginnen und Kollegen unserer Partner­zeitung «St. Galler Tagblatt», mit denen wir im Verbund der NZZ-Regionalmedien gemeinsam den Inland- und den Auslandteil sowie Teile der Berichterstattung in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft, Wissen sowie im Sport planen und umsetzen. Dies, um unseren rund 330000 Leserinnen und Lesern in Print und Online ein Menü mit sorgfältig aufbereiteten Inhalten bieten zu können. Ein Menü, das möglichst relevant, aktuell und stark regional geprägt sein soll.

Im Redaktionsteam ist es mit dem Jahreswechsel traditionsgemäss zu Beförderungen gekommen. Am Abschluss der journalistischen Ausbildungszeit steht die sogenannte Zeichnungsberechtigung. Ich freue mich, dass wir drei Kollegen zu Redaktoren befördern konnten: Federico Gagliano (29) im überregionalen Nachrichten­ressort, Niels Jost (25) im Ressort Kanton Luzern und Philipp Zurfluh (28) in unserer Regionalausgabe in Uri. Allen drei gratuliere ich herzlich zu diesem beruflichen Entwicklungsschritt und wünsche weiterhin viel Erfolg und journalistischen Biss.

Entwicklungsschritte medienpoli­tischer und -wirtschaftlicher sowie journalistisch-inhaltlicher Art wird es dieses Jahr einige geben. Mit der No-Billag-Initiative, über die wir in acht Wochen am 4. März abstimmen, steht eine grosse Weichenstellung an: Wollen wir wirklich die mit unseren Gebühren finanzierte SRG in ihrer heutigen Form zerschlagen? Klar ist, dass der träge, zu gross und etwas selbstgefällig gewordene SRG-Konzern reformiert werden muss. Und klar ist aber auch, dass die No-Billag-Initiative zu radikal ist.

Immerhin: Die Service-public-Debatte rund um den «Staatssender» SRF macht in der Öffentlichkeit deutlicher als je zuvor, in welch schwieriger Lage sich die privaten Medien befinden. Die Erträge bei den Verlagen, insbesondere bei den Zeitungen, schwinden massiv. Einerseits lässt die Zahlbereitschaft der Leser nach. Andererseits, in weit höherem Ausmass, schmelzen die Inserateeinnahmen weg. Die Anzeigen wandern ins Netz. Doch dort profitieren globale Giganten wie Google und Facebook statt Schweizer Verlagshäuser. Inmitten dieser grossen wirtschaftlichen Herausforderungen steht auch unsere Zeitung als Teil der NZZ-Regionalmedien. Entsprechend haben wir unser Unternehmen darauf einzustellen. Erfreulich ist das Leserschaftswachstum im Online-Kanal. Dort werden wir bis im Sommer mit einen rundum erneuerten Portal in den Lesermarkt treten. Mit dem neuen Webauftritt werden wir die Bezahlschranke wieder aktivieren. Denn journalistische Inhalte müssen ihren Preis haben.

In diesem Jahr werden gemäss Planung auch die Konzept- und Umbauarbeiten zu einem Joint Venture anlaufen, welches uns NZZ-Regionalmedien mit den AZ Medien des Aargauer Verlegers Peter Wanner in einem neuen Verbund zusammenfasst. Das eröffnet uns neue Entwicklungsmöglichkeiten. Denn innerhalb dieses neuen Unternehmens werden, anders als heute, alle vom Gleichen reden: nämlich von Medieninhalten, die ganz gezielt die jeweilige Verbreitungsregion ins Zentrum stellen. Und dass eine Zusammenarbeit über recht unterschiedliche Regionen hinweg keineswegs zu einem «Einheitsbrei» führt, das beweisen wir schon heute zusammen mit dem «Tagblatt». In Inland, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft, Sport wird weiterhin, wo nötig, mit regionalisiertem Fokus berichtet.

Es stehen also bewegte Zeiten an im neuen Jahr– wir freuen uns darauf!

Jérôme Martinu, Chefredaktor

jerome.martinu@luzernerzeitung.ch


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