Gymis mit dem Latein am Ende

BILDUNG ⋅ Immer weniger Schüler entscheiden sich für eine Lateinmatura. Kreative Ideen können das Fach aber wiederbeleben.

Noch im vergangenen Schuljahr war Latein im Kollegi Stans eines der beliebtesten Schwerpunktfächer, nur Wirtschaft und Recht war noch populärer. Ein Schock war es deshalb für den Lateinlehrer Johann Brülisauer, als fürs nächste Schuljahr nur vier Schüler Latein als Schwerpunktfach wählten – zu wenige, um es auch durchführen zu können. Weshalb das Resultat so ausgefallen ist, kann er sich nicht erklären.

Möglicherweise liegt es nur an einer vorübergehenden Baisse, vielleicht ist die Realität aber auch in Stans angekommen. Im Kanton Luzern sind die Anzahl Schüler, die eine Lateinmatura absolvieren, seit Jahren rückläufig. Vor zehn Jahren machten 127 Schüler ihre Matura in der antiken Sprache, 2013 waren es noch 48.

An der Kantonsschule Zug wagten sich im vergangenen Jahr sechs von über 200 Schülern an die Lateinmatura, im aktuellen Schuljahr keiner.

Obwalden lockt mit Reisen

Eine Trendwende herbeigeführt hat die Kantonsschule Obwalden. Vor einigen Jahren überlegte sich die Schulleitung, ob sie Latein als Schwerpunktfach mangels Interesse einstellen müssen. Sie entschieden sich fürs Latein, und zwar richtig: «Wir suchten nach Möglichkeiten, Latein bei den Schülern wieder attraktiver zu machen», sagt Rektor Patrick Meile. Unter anderem hat er Studienreisen in die antiken Zentren wie Rom und Neapel eingeführt. Seither kommt Latein als Schwerpunktfach wieder gut zustande.

 


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