Sturm bläst Anhänger um – Tanne stürzt auf Autos

ZENTRALSCHWEIZ ⋅ Das Sturmtief «Susanna» fegte am Dienstag und in der Nacht auf Mittwoch über die Schweiz. Auf den Bergen wurden Windspitzen bis zu 150 Stundenkilometer gemessen.

Hinter der Kaltfront des Sturmtiefs «Susanna» hat sich der Wind beruhigt und die stärksten Sturmböen sind überstanden, meldet Meteonews. Dennoch bleibt es auf der Alpennordseite auch in der Nacht und am MIttwoch windig. Meteorologen rechnen mit mässigem bis starkem Südwest- und Westwind. Auf die kräftigen Niederschläge am Dienstagnachmittag folgen in der Nacht und am Mittwoch weitere Schauer. Die Schneefallgrenze sinkt bis in tiefe Lagen.

Bei den Polizeien in den Zentralschweizer Kantonen gingen dutzende Meldungen über kleineren Sturmschäden ein, wie es auf Anfrage hiess. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Im Kanton Luzern mussten acht Feuerwehren entwurzelte Bäume wegräumen, die auf Strassen gefallen waren. In Grosswangen wurde das Dach eines Wohnhauses teilweise abgedeckt (Zum Artikel »). Für das Skigebiet in Sörenberg war «Susanna» nicht «das Gelbe vom Ei», wie Direktor Karl Lustenberger sagt. Das Rothorn konnte den ganzen Tag nicht angefahren werden und der Sessellift Steinetli musste zeitweise abgestellt werden. Einbussen sieht Lustenberger vor allem bei den Tagesgästen. Generell seien die Feriengäste zufrieden, «aber wenn es im Mittelland regnet, fehlt die Stimmung, die die Tagesgäste auf die Piste bewegen würde».

Ein paar umgestürzte Bäume und beschädigte Telefonmasten führten im Urnerland zu kurzen Strassensperrungen respektive zu vereinzelten «Kommunikationsunterbrüchen». Gemäss Pressesprecher Gusti Planzer gingen bei der Kantonspolizei Uri nur wenige Meldungen ein. So musste die Tellsgasse in Altdorf am Dienstagmittag wegen eines Ziegelwurfs für rund eineinhalb Stunden gesperrt werden. Der Verkehr wurde umgeleitet. Bei der A 2-Ausfahrt in Flüelen machte sich ein wegen einer Föhnböe ausgekuppelter Anhänger eines Autos selbstständig, ohne allerdings grösseren Schaden anzurichten. Eine orkanartige Böe bekam auch der Lenker eines Fahrzeugs mit Urner Kontrollschildern in Seedorf zu spüren, als er auf der Seedorferbrücke die darunterliegende Autobahn A2 überqueren wollte. Weil der Anhänger eine zu grosse Angriffsfläche bot, wurde er von der Wucht des Föhns auf die Seite gedrückt und kippte gegen das Geländer am nördlichen Ende des Trottoirs.

Bei der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Schwyz gingen in der Nacht auf Mittwoch ein Dutzend Meldungen ein, die mehrheitlich umgestürzte Bäume sowie Baustellenabschrankungen und -signale betrafen. Die Stützpunktfeuerwehr Küssnacht musste an die Bahnhofstrasse ausrücken, weil eine Tanne auf vier parkierte Autos stürzte. Die Feuerwehr Galgenen räumte einen umgestürzten Baum zur Seite, der die Wägitalstrasse blockierte. Verletzt wurde niemand.

In Alpnach wurde ein Partyzelt weggeblasen. Es gab keine Verletzten. In Engelberg löste der Wind nach Angaben der Polizei fälschlicherweise einen Brandalarm aus.

«Kritische Lawinensituation»

Das Lawinnenbulletin des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) vermeldet am Dienstagabend eine «mit Neuschnee und Wind verbreitet kritische Lawinensituaiton». Die Gefahrenstufen bewegen sich je nach Gebiet von mässig bis erheblich.

Hinweis: Aktuelle Wetterprognosen »

Die heftigsten Sturmböen in der Zentralschweiz am Dienstag

  • Gütsch, UR (2287 m ü.M.): 139 km/h
  • Schattdorf; UR (466 m ü.M.): 110 km/h
  • Titlis, OW (3040 m ü.M.): 108 km/h
  • Altdorf, UR (449 m.ü.M): 103 km/h
  • Egolzwil, LU (522 m ü.M.: 97 km/h
  • Altendorf, SZ (700 m ü.M): 93 km/h
  • Pilatus, LU (2106 m ü.M): 92 km/h
  • Luzern; LU (456 m ü.M.): 91 km/h
  • Flühli, LU (884 m ü.M.): 91 km/h
  • Steinhuserberg (Wolhusen), LU (806 m ü.M.): 82 km/h
  • Schüpfheim, LU (760 m ü.M.): 79 km/h
  • Schwyz, SZ 448 m ü.M.): 75 km/h

Quelle: Meteonews

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