Zentralschweizer Umweltdirektoren warnen vor Luftverschmutzung

LUFTQUALITÄT ⋅ Die Luftqualität in den sechs Zentralschweizer Kantonen hat sich im Jahr 2016 verbessert. Die Belastung mit Schadstoffen war noch nie so tief seit Beginn der Messungen 1999. Geholfen hat auch der Sommer, Sorgen bereitet vor allem der Russ.
12. September 2017, 10:19

Trotz der gesunkenen Schadstoffbelastung bestehe keine Grund zur Entwarnung, schreiben die Zentralschweizer Umweltdirektionen (ZUDK) anlässlich der Veröffentlichung des Messberichts am Dienstag. So seien die Grenzwerte für Stickstoffdioxid, Feinstaub, Ozon und Russ deutlich überschritten worden.

Die Russimmissionen seien besonders besorgniserregend, da Russ krebserregend sei. Der empfohlene Jahresmittelwert von 0,1 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wurde in der ganzen Zentralschweiz grossräumig und bis um das Zehnfache überschritten. Russ entsteht hauptsächlich in Dieselmotoren ohne Partikelfilter und bei der schlechten Verbrennung von Holz.

Abgenommen hat 2016 dagegen die durchschnittliche Belastung mit Feinstaub. Am besten standen hier höher gelegene ländliche Gebiete da. Sie liegen im Winter über der Inversionsgrenze. Die Massnahmen bei Holzheizungen und motorischen Emissionen etwa mit Partikelfilter würden Früchte tragen, schreiben die ZUDK.

Zu optimistisch waren dagegen frühere Prognosen zur Reduktion des Stickoxidausstosses, der vor allem auf den motorisierten Verkehr zurückzuführen ist. Zwar war die Belastung rückläufig, lag aber wegen nicht eingehaltene Abgasgrenzwerte und der Verkehrszunahme bisweilen über dem Grenzwert.

Dass die Messwerte insgesamt besser waren als im Vorjahr sei einerseits auf den geringeren Ausstoss von Schadstoffen und anderseits auf weniger Hitzeperioden im Sommer zurückzuführen. So verzeichneten die Messer tiefere Grenzüberschreitungen beim Ozon. Dieses bildet sich unter Sonneneinstrahlung bei warmen Temperaturen unter anderem aus Stockoxiden. Die ZUKD fordert daher, zur Ozonbekämpfung die Vorläuferschadstoffe zu vermindern. (sda)


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