CVP stellt sich hinter den Zuger Stadttunnel

PAROLEN ⋅ Die CVP des Kantons Zug befürwortet das Jahrhundertbauvorhaben Stadttunnel – dies trotz starker Opposition innerhalb der Partei. Die Volksabstimmung findet am 14. Juni statt.

Das Projekt Stadttunnel Zug ist an der Urne gescheitert: Das Stimmvolk genehmigte das 890-Millionen-Projekt nicht und muss nun weiter mit einer Blechlawine leben.

Die Delegierten fassten am Mittwochabend in Steinhausen mit 41 gegen 31 Stimmen die Ja-Parole zum 890-Millionen-Franken-Objektkredit, wie ein Parteisprecher mitteilte.

Mit dem Stadttunnel soll das stark belastete Zentrum der Stadt Zug beruhigt und der Individualverkehr in den Untergrund verbannt werden. Geplant ist ein vierarmiges System mit einem unterirdischen Kreisel. Das Zentrum würde durch den Tunnel zu einer grossen Fussgängerzone mit autofreien Plätzen.

Für ein Ja setzte sich bei den CVP-Delegierten der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller (SP) ein. Dagegen votierte der Baarer CVP-Kantonsrat Heini Schmid.

Für die Befürworter ist der Stadttunnel nicht bloss ein lokales Strassenprojekt. Von einer Aufwertung der Stadt Zug als Werkplatz und als Lebensraum profitiere der ganze Kanton. Der Stadttunnel schaffe Mehrwerte auf Generationen hinaus.

Für die Gegner ist der Stadttunnel zu teuer und angesichts der angespannten Finanzlage des Kantons nicht verkraftbar. Das Projekt sei zudem eine verpasste Chance für mehr Lebensqualität Bei geringer Entlastung des Zentrums würden die Aussenquartiere mehr belastet.

Autofahrer kommen am meisten zur Kasse

Das Jahrhundertvorhaben kostet insgesamt 890 Millionen Franken. Davon übernehmen der Kanton 235 Millionen und die Stadt Zug 100 Millionen Franken.

Den Hauptbeitrag leisten die Autofahrer. Sie steuern über die "Spezialfinanzierung Strassenbau" 255 Millionen Franken bei. Das sind zweckgebundene Mittel, die aus dem Nettoertrag der Motorfahrzeugsteuer und dem Kantonsanteil des Treibstoffzuschlags stammen und jährlich geäufnet werden.

Zudem soll die Motorfahrzeugsteuer um 25 Prozent erhöht werden. Die Anhebung erfolgt zweckgebunden und befristet, bis der Teilbetrag von 300 Millionen Franken erreicht ist. Sagen die Stimmberechtigten Ja zum Projekt, kann frühestens 2022 mit dem Bau begonnen werden. (sda)


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