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Demo: 140 Kontrollen und 22 Verhaftungen

ZUG ⋅ Das Anti-WEF-Bündnis hat am Samstagnachmittag in der Stadt Zug gegen das Davoser Weltwirtschaftsforum demonstriert. Der Fackelumzug der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Zug wurde deshalb abgesagt.

  • Anti WEF Demonstration in Zug
  • Anti WEF Demonstration in Zug

Am Samstagnachmittag findet auf dem Bundesplatz in Zug eine Anti-WEF-Demo statt. Die Polizei ist vor Ort.

Am Bundesplatz haben sich am Samstagnachmittag um kurz nach 15 Uhr rund 250 Personen zu der Demonstration eingefunden, darunter auch gewaltbereite und vermummte Personen. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot präsent, schreibt die Zuger Polizei in einer Mitteilung.

Als die Gruppe gegen 15:30 Uhr zu einem Demonstrationszug durch die Stadt startete, verhinderten die Ordnungsdienstkräfte dies, indem sie die Demonstranten auf dem Bundesplatz einkesselten. Insgesamt wurden 140 Personen kontrolliert, davon wurden 22 Personen festgenommen und rund 100 Personen wurden mit einer Wegweisung belegt.

Nach 17:30 Uhr waren die Polizeikontrollen auf dem Bundesplatz beendet. Der Polizei sei es gelungen, bis zum Abend Personen zu schützen und Sachbeschädigungen zu verhindern.

Aus der linken Zürcherszene seien mehrere Personen identifiziert worden, sagte die Zuger Polizeisprecherin Judith Aklin.

Die Polizei führte bereits im Vorfeld der Kundgebung mehrere Personenkontrollen durch - unter anderem am Bahnhof. «Wir informierten Passanten oder mögliche Kundgebungsteilnehmende zuvor präventiv, dass sie sich strafbar machen, wenn sie an der unbewilligten Demonstration teilnehmen», sagte die Polizeisprecherin.

In Zug standen am Samstag über 300 Polizisten im Einsatz, um die Sicherheit rund um die Anti WEF Demonstration zu gewährleisten. Polizei und Stadt ziehen nun Bilanz. Demonstranten kritisieren, dass der Einsatz unverhältnismässig gewesen sei. Die Zuger Bevölkerung ist geteilter Meinung. (Tele 1, 24.01.2016)

Verkehr eingeschränkt

«Wipe out WEF - Zug um Zug zur sozialen Revolution» lautete einer der Slogans auf einem Transparent. Das Anti-WEF-Bündnis kritisiere nicht das WEF als Veranstaltung, sondern das kapitalistische System, welches am WEF die globale Ausbeutung vernetze und plane, hiess es im Aufruf zur Demo. Zug mit all seinen Konzernen, Briefkastenfirmen und Steuerflüchtlingen sei ein passender Ort für ihre Kundgebung.

Wegen der Kundgebung war der öffentliche und private Verkehr rund um den Bundesplatz zeitweise beeinträchtigt, da die umliegenden Strassen für den Polizeieinsatz gesperrt werden mussten. Eine Umleitung war signalisiert.

Die Demonstration gegen das WEF hat auch Auswirkungen auf eine andere für heute geplante Veranstaltung. Der Fackelumzug der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Zug wurde abgesagt, teilte die Stadt Zug auf Twitter mit.

 

Charly Keiser/zfo/sda/pd

Am Samstag protestierten rund 200 Demonstranten gegen das WEF. (Charly Keiser, 23. Januar 2016)

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Leserkommentare (16)
  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 24.01.2016 15:28

    Leider ist es so dass zu solchen "bewilligten" Demos aufgerufen wird. Anschliessend wird geschaut wie viele kommen und aus dem Rest wird gemacht was passiert! Jedes Jahr entstehen so am 1. Mai Sachschäden im siebenstelligen Bereich und das nur in Zürich.
    Liebe Chaoten ich bin kein Milliardär und auch kein Zuger und kein Zürcher, trotzdem darf ich über meine Versicherung mitzahlen wenn meine Prämie wieder einmal steigt.
    Denkt darüber nach!

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 24.01.2016 09:42

    Super wie die Zuger Polizei alles im Griff hatte, grosses Kompliment! Für mich als Zugerin ist es sehr beruhigend zu wissen, dass Zug sich sehr dafür einsetzt, uns Bürgerinnen und Bürger zu schützen vielen Dank, A.Langenegger

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    geschrieben am 23.01.2016 19:23

    ich finde die Zuger-Polizei hat gut reagiert , Kompliment.

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    geschrieben am 23.01.2016 21:35
    als Antwort auf das Posting von Josef Nietlispach, cham am 23.01.2016 19:23

    Ja die hat echt super reagiert...hundertausende franken ausgegeben für ein paar unvermummte Teilnehmer einer zwar unbeweilligten aber scheinbar friedlichen demo... bravo stadt zug... ihr scheint das geld als klopapier anzuschauen

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    geschrieben am 25.01.2016 16:11
    als Antwort auf das Posting von , am 23.01.2016 21:35

    Geschätzter Pat Pulder, im Vorfeld konnte niemand wissen, ob das Ganze friedlich bleibt oder nicht. Erfahrungen haben gezeigt, dass solche Demos oftmals ausufern und dass eben zu grossen Sachschäden führen. Wäre die Demo anders gelaufen, würden dieselben Kritiker nun Fragen, wo die Polizei geblieben ist. Deshalb ein grosses Kompliment an die Einsatzkräfte. SUPER GEMACHT. Jürg Messmer, SVP-Fraktionschef, GGR Stadt Zug

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    geschrieben am 24.01.2016 00:08
    als Antwort auf das Posting von , am 23.01.2016 21:35

    Warum wurden von den friedlichen Menschen immerhin 22 verhaftet? Nur aus blosser Willkür der Ordnungskräfte?

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    geschrieben am 23.01.2016 19:23

    Wie viele? Echt jetzt?......Muhahahahaa😂! Lol!!!!

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 23.01.2016 18:11

    Wäre das jetzt eine unbewilligte Pegida-Demo von einzelnen Splittergruppen: Es ginge ein Aufschrei und blankes Entsetzen durch die Bevölkerung. Sofort würde eine Task-Force und Dialog gefordert - so sieht heute leider die Realität aus!

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    geschrieben am 23.01.2016 16:20

    Es würde mich nicht wundern, wenn dieser Demo-Aufruf nur ein Fake war um die Polizei abzulenken... Und jetzt dann irgendwo in einer Schweizer Stadt die 'wahre' Demo beginnt.... Würde mich jetzt schon interessieren, was der Polizeieinsatz heute in Zug kosten wird...

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    geschrieben am 23.01.2016 16:16

    WEF abschaffen wäre u.a. eine Lösung um diese jährlichen Chaoten-Aufstände einzuschränken. Was bringt dieser Anlass ausser immensen Sicherheitksosten für die Steuerzahler und sechsstellige Beträge für die teilnehmenden Konzern-Delegationen, welche selbstverständlich bei der Kalkulation der Konsumentenpreise belastet werden.....

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    geschrieben am 23.01.2016 16:25
    als Antwort auf das Posting von Reto Zeller, Baar am 23.01.2016 16:16

    jährliche Chaoten-Aufstände??
    Das mag mal so gewesen sein... Aber wo sehen sie aktuell in Zug Chaoten-Aufstände? Nochmals das sind gelangweilte Teilnehmer einer unbewilligten Demo... Das alleine macht sie aber
    nicht zu Chaoten

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 23.01.2016 16:21
    als Antwort auf das Posting von Reto Zeller, Baar am 23.01.2016 16:16

    Ja das sehe ich genauso

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 23.01.2016 16:11

    das sind ja mehr schaulustige als wef-gegner! zwei um das tranparent zu halten mehr seh ich nicht

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 23.01.2016 15:35

    Einpacken und in den nächsten Zug setzen... return to sender!

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    geschrieben am 23.01.2016 16:11
    als Antwort auf das Posting von Martha Hess-Binder, Zug am 23.01.2016 15:35

    ja genauso würde ich es auch machen,

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 23.01.2016 16:07
    als Antwort auf das Posting von Martha Hess-Binder, Zug am 23.01.2016 15:35

    Na dann bis zum nächsten Jahr

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