Wird diese teure Fussgängerbrücke tatsächlich benutzt?

STEINHAUSEN/CHAM ⋅ Die Planer der Umfahrung Grindel-Bibersee haben nicht nur an Autos gedacht. Auch für den Langsamverkehr gibts neue Wege. An einer Stelle ist man aber auf den Hund gekommen.

Die Brücke an der Gemeindegrenze zwischen Steinhausen und Cham ist die derzeit längste und spektakulärste Fussgängerverbindung im Kanton Zug. Sie ist auch nicht ganz günstig gewesen: Der geschwungene, breite Weg mit schönen Geländern und rutschfestem Belag über den Autobahnzubringer hat über eine Million Franken gekostet. Ein schöner Luxus. Wird diese prinzipiell so edel und Sinn machende Fussgängerpasserelle überhaupt benützt? Ein Hofhund lässt ernsthafte Zweifel aufkommen.

Erstens ist der anschliessende Wanderweg durch den Hof Grindel nicht weiter konkret ausgeschildert. Stattdessen prangen nicht zu übersehen – Schilder von Privatweg und «Warnung vor dem Hunde» am Eingang zum landwirtschaftlichen Betrieb. Und last, but not least steht ebenfalls, noch weniger zu übersehen, eine Tafel vor einem, in possierlichem Schwiizerdütsch verfasst, die Velofahrer dringlich warnt, doch bitte abzusteigen, wenn man den Hof überqueren wolle. Denn durchzuradeln – das möge Hofhund Bäri gar nicht, heisst es da sinngemäss. Egal, ob Velofahrer oder Wanderer – irgendwie scheint einem diese Passage plötzlich gar nicht mehr so verlockend.

wh/red


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