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Wird diese teure Fussgängerbrücke tatsächlich benutzt?

STEINHAUSEN/CHAM ⋅ Die Planer der Umfahrung Grindel-Bibersee haben nicht nur an Autos gedacht. Auch für den Langsamverkehr gibts neue Wege. An einer Stelle ist man aber auf den Hund gekommen.

Die Brücke an der Gemeindegrenze zwischen Steinhausen und Cham ist die derzeit längste und spektakulärste Fussgängerverbindung im Kanton Zug. Sie ist auch nicht ganz günstig gewesen: Der geschwungene, breite Weg mit schönen Geländern und rutschfestem Belag über den Autobahnzubringer hat über eine Million Franken gekostet. Ein schöner Luxus. Wird diese prinzipiell so edel und Sinn machende Fussgängerpasserelle überhaupt benützt? Ein Hofhund lässt ernsthafte Zweifel aufkommen.

Erstens ist der anschliessende Wanderweg durch den Hof Grindel nicht weiter konkret ausgeschildert. Stattdessen prangen nicht zu übersehen – Schilder von Privatweg und «Warnung vor dem Hunde» am Eingang zum landwirtschaftlichen Betrieb. Und last, but not least steht ebenfalls, noch weniger zu übersehen, eine Tafel vor einem, in possierlichem Schwiizerdütsch verfasst, die Velofahrer dringlich warnt, doch bitte abzusteigen, wenn man den Hof überqueren wolle. Denn durchzuradeln – das möge Hofhund Bäri gar nicht, heisst es da sinngemäss. Egal, ob Velofahrer oder Wanderer – irgendwie scheint einem diese Passage plötzlich gar nicht mehr so verlockend.

wh/red

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Leserkommentare (2)
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    geschrieben am 07.04.2015 16:36

    Ich habe den Bau dieser Überführung mit wachsendem Erstaunen mitverfolgt, wusste aber trotz aller übler Vorahnungen nicht, dass sie mehr als eine Million Franken gekostet hat.
    Die gute Nachricht ist aber, dass ich nach wochenlangen Beobachtungen am Ostersonntag doch erstmals zwei Fussgänger auf der Brücke gesehen habe.

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    geschrieben am 07.04.2015 10:28

    Ein weiteres Machwerk von Tännler, Michel & Co. Die sinnloseste Überführung seit Menschengedenken. Es gibt keinen Grund oder gar sinnige Wegroute, um diese Verbindung zwischen Niemandsland 1 (Kreisel-Suppen-Oswald-Baumschule) und dem Niemandsland 2 (das abgelegene Gehöft Grindel) zu nutzen. Das ganze Konstrukt ist ein reiner Schildbürgerstreich. Wieder wurde - zum wiederholtesten Male - der Zuger Baulobby ein massiver Bauauftrag von seitens der öffentlicher Hand zugeschanzt, ohne dass die Gesellschaft das Vorhaben forderte, benötigte oder ihr sonst wie dienlich ist - im Gegenteil. Das war schon bei der unsäglichen 40-Millionen-Bus-Unterführung beim Rigiblick der Fall, wodurch der Chamer Bevölkerung eine teurere, zeitlich länger dauernde und schlechter angeschlossenen Busverbindung aufgenötigt wurde. Jammerspiele zuhauf. Und es geht mit dem rechten Bauwahnsinn munter weiter. Ich hoffe, das Volk erkennt langsam aber sicher Tännlers Gauklereien und sägt im Juni den elenden Stadttunnel ab.

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