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Familienholding: Vorgehen des Sika-VR ist «illegal»

BAAR ⋅ Die Holding der Gründerfamilie Burkard bezeichnet das Ansinnen des Sika-Verwaltungsrates, das Stimmrecht der Familie auf 5 Prozent zu beschränken, als illegal. Das vom Verwaltungsrat beschlossene Vorgehen komme einer Enteignung der Familie gleich, heisst es in einer Mitteilung vom Montag.

Das Video zeigt den Tele 1 Beitrag zu den neuen Entwicklungen bei der Baustofffirma Sika in Baar. (, )

Die Behauptung des Sika-Verwaltungsrates, dass die Vinkulierung umgangen werde, sei falsch, schreibt die Schenker-Winkler Holding der Gründerfamilie. Bisher seien die Aktien nicht übertragen worden. Die Vinkulierung, die sich auf die Übertragung von Aktien beziehe, sei daher nicht anwendbar. Bei vinkulierten Aktien kann der Verwaltungsrat den Eintrag ins Aktienregister verweigern.

Ausserdem hänge die Einberufung einer Generalversammlung nicht von den Stimmrechten, sondern allein vom Kapital ab, schreibt die Familienholding. Die Schenker-Winkler Holding halte 16 Prozent des Kapitals. Die Einberufung einer Generalversammlung könne deshalb nicht verweigert werden. Um eine ausserordentliche Generalversammlung einzuberufen, ist ein Anteil von mindestens zehn Prozent notwendig.

Die Familienholding hatte die Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung verlangt, um die drei Verwaltungsräte Paul Hälg, Monika Ribar und Daniel Sauter abwählen zu lassen, welche sich gegen einen Verkauf von Sika an Saint-Gobain wehren.

«Umgehung der Stimmrechtsbeschränkung»

Die Sika-Führung hatte zuvor mitgeteilt, die Familie Burkard mit ihrer Schenker-Winkler Holding bilde mit Saint-Gobain eine Gruppe und übe somit ihr Stimmrecht an der Generalversammlung nach den Weisungen von Saint-Gobain aus. Darin liege gemäss wiederholter bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine unzulässige Umgehung der statutarischen Stimmrechtsbeschränkung.

Die Entscheidung des Verwaltungsrates werde durch ein Rechtsgutachten von Professor Peter Nobel gestützt, hiess es weiter. Die Familie Burkard und Saint-Gobain bildeten demnach eine Aktionärsgruppe. Mit der faktischen Übertragung der Stimmrechte an Saint-Gobain müsse die in den Statuten vorgesehene Stimmrechtsbeschränkung von 5 Prozent angewendet werden.

Die Schenker-Winkler Holding lässt zudem durchblicken, dass sie die Einschätzung von Professor Nobel nicht für massgebend hält. In einem vergleichbaren früheren Fall, in dem ebenfalls mit einem Gutachten des Professors operiert worden sei, habe das Zürcher Obergericht in anderer Weise entschieden.

sda

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