Hürlimann verteidigt seinen Verbleib im Kantonsrat

SEXSKANDAL ⋅ Markus Hürlimann begründet seinen Rücktritt als Parteipräsident der SVP Zug damit, dass er nicht mehr das «nötige Vorbild» sein könnte. Sein «privates moralisches Fehlverhalten» beeinträchtige hingegen seine Arbeit im Kantonsrat in keinster Weise.

Der Rücktritt als Parteipräsident der SVP Zug enstpreche seinem schon seit Weihnachten gehegten Wunsch, schreibt Markus Hürlimann in einer von ihm gezeichneten Stellungnahme vom Dienstag. Der Entscheid sei keine Reaktion auf den Druck seitens der Partei oder den Medien. Hürlimann führt zwei Gründe an, die ihn zum freiwilligen Verzicht auf die Rückkehr zum Präsidium bewogen hätten: Erstens sei er sich bewusst, «dass ich nicht mehr das das nötige Vorbild sein könnte, um die SVP Kanton Zug als Präsident weiterhin zu vertreten.»

Zweitens, und für ihn noch wichtiger sei, «dass nach einem solchen belastenden und einschneidenen Ereignis die Prioritäten bei meiner Familie liegen und deren Wohlbefinden» an erster Stelle stehe.

«Bin meinen Wählern verpflichtet»

Hingegen sei es für ihn selbstverständlich, dass er sowohl seine Wähler als auch die SVP weiterhin im Kantonsrat vertreten werde. «Ihnen bin ich verpflichtet und ich bin mir sicher, dass ich eine Chance verdient habe, um zu beweisen, dass sie den richtigen Mann in den Kantonsrat gewählt haben.»

Sein «privates moralisches Fehlverhalten» beeinträchtige die Arbeit als Kantonsrat in keinster Weise, gibt sich Hürlimann kämpferisch. Er will im Rat und den Kommissionen «den Auftrag der Bevölkerung professionell umsetzen». In vier Jahren sollten dann die Wähler sein Wirken beurteilen dürfen.

«Hätte gerne längst Stellung genommen»

Bekanntermassen sind sich SVP-Kantonalpräsident Markus Hürlimann und Alternative-die Grünen Co-Präsidentin Jolanda Spiess-Hegglin an der Landammannfeier nahe gekommen. Nachdem die Staatsanwaltschaft im Dezember ein Vorverfahren wegen möglichen Verstosses gegen die sexuelle Integrität Spiess-Hegglins eröffnet hatte, gab Hürlimann die Parteileitung ab. Thomas Aeschi hat in der Folge die Leitung der Partei bis zur Generalversammlung am 12. März 2015 ad interim übernommen.

Ein Skandal — Zwei Rücktritte bei der SVP

Am Montag war es im Nachgang zum Skandal zu einem parteiinternen Eklat gekommen: Der Stadtzuger Willi Vollenweider, der sowohl im Stadtparlament wie im Kantonsrat sitzt, ist nämlich aus der SVP ausgetreten. Seiner Meinung nach hätte sich der Parteivorstand bei der Stadt Zug «in aller Form» entschuldigen müssen für das «eklatante und unbestrittene Fehlverhaltens» ihres vormaligen Parteipräsidenten. Gleichzeitig wurde auch bekannt, dass Hürlimann nicht mehr als Parteipräsident der SVP Zug zurückkehren würde.

pd/uus


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