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Kanton Zug: Mehr Einbrüche, weniger Straftaten

KRIMINALSTATISTIK ⋅ Im Kanton Zug sind 2014 etwa 7 Prozent weniger Straftaten begangen worden als im Jahr zuvor. Es ereigneten sich so wenige Delikte gegen Leib und Leben wie seit neun Jahren nicht mehr. Erneut zugenommen hat dagegen die Zahl der Einbrüche.

Der Rückgang der Straftaten von 8228 auf 7642 wird mit dem geänderten Betäubungsmittelgesetz begründet. Seit Oktober 2013 kann Cannabiskonsum von Erwachsenen mit einer Ordnungsbusse geahndet werden, wenn die beschuldigte Person nicht mehr als 10 Gramm bei sich trägt. Die Zahl der Betäubungsmittel-Straftaten nahm dadurch um 561 ab.

Pro tausend Einwohner wurden 2014 im Kanton Zug etwa 54 Straftaten registriert und damit deutlich weniger als im Schweizer Durchschnitt (fast 65 Straftaten).

Die Delikte gegen Leib und Leben erreichten den tiefsten Stand seit 2006. Es gab 301 solcher Straftaten, 43 weniger als im Jahr zuvor. Es gab vor allem weniger Tätlichkeiten und einfache Körperverletzungen. Die Anzahl schwerer Körperverletzungen nahm dagegen von 7 auf 10 zu.

Die Strafverfolgungsbehörden konnten erneut über 90 Prozent der Delikte gegen Leib und Leben aufklären und die Täter zur Rechenschaft ziehen, wie es in der Mitteilung heisst.

Weniger häufig mussten die Zuger Polizistinnen und Polizisten auch wegen häuslicher Gewalt ausrücken. Es gab 286 Einsätze, 9 Prozent weniger als 2013. In 110 Fällen war eine Strafanzeige die Folge (2013: 160 Strafanzeigen). Dank gezielter Nachbetreuung und Präventionsmassnahmen habe es weniger Wiederholungstaten gegeben, schreibt die Polizei.

Zwei Einbrüche pro Tag

753 Mal wurde eingebrochen, also rund zwei Mal pro Tag. In den vier Jahren zuvor lag die Zahl der Einbrüche jeweils zwischen 557 und 645. Für ihre Beutezüge wählten die Einbrecher gemäss Polizei oft Standorte entlang von Ausfallachsen und in der Nähe von Autobahnanschlüssen aus.

Vielerorts wurde tagsüber eingebrochen, wenn die Bewohner bei der Arbeit waren. Die Aufklärungsquote der Einbruchdiebstähle ist von 9 auf 11 Prozent gestiegen.

Die Zuger Polizei hat im letzten Jahr 1554 Personen festgenommen (2013: 1939 Personen), denen 3488 Straftaten (4495) zur Last gelegt werden. 53 Prozent der Beschuldigten waren Ausländerinnen und Ausländer.

Hinweis: Die detaillierten Zahlen »

Ausgewählte Delikte im Jahr 2014

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug und die Zuger Polizei haben zwei Jahre lang intensiv ermittelt und dabei einen Drogenhandel im grossen Stil aufgedeckt. Zwischen Mai 2013 und Oktober 2014 haben sie insgesamt 15 Personen verhaftet und 55 Kilogramm hochwertiges Heroin sichergestellt. Die Drogen hätten auf über 300 Kilogramm gestreckt werden und auf der Strasse einen Erlös von zirka zehn Millionen Franken einbringen können. Nebst Heroin wurden bei insgesamt 20 Hausdurchsuchungen auch Vermögenswerte in der Höhe von mehreren zehntausend Franken, Waffen, Munition und ein Dutzend Autos beschlagnahmt. Es handelt sich um das grösste Betäubungsmittelverfahren, das die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Zug je durchgeführt haben. Die hauptsächlich im Kanton Zug operierenden Männer schmuggelten das Heroin direkt von der Türkei in die Schweiz und handelten hierzulande damit. Die im Fokus der Ermittlungen stehenden Personen haben mehrheitlich eine Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung und ihren Lebensmittelpunkt im Kanton Zug. Einzelne betreiben hier ein Kleingewerbe, die meisten sind jedoch arbeitslos und beziehen Sozialhilfe oder Invalidenrenten. Bei den Verhafteten handelt es sich um Führungspersonen, die national und international miteinander vernetzt waren. Die Beschuldigten gingen arbeitsteilig vor: Die jeweiligen Aufgaben wurden von verschiedenen Personen wie beispielsweise Kurieren für Drogen, Kurieren für Geld, Lageristen, Vermittlern, Kleinhändlern usw. wahrgenommen. (Zum Artikel »)

Ende März war die Zuger Polizei stark gefordert, als in Unterägeri ein Mädchen vermisst wurde. Es folgten umfangreiche Suchaktionen und Ermittlungen. Glücklicherweise konnte die 11-Jährige rund 30 Stunden nach der Vermisstenmeldung wohlbehalten aufgefunden werden. Es stellte sich heraus, dass sie von der psychisch angeschlagenen Mutter zu Hause versteckt worden war. (Zum Artikel »)

Überfälle auf Bijouterien: 2014 ereigneten sich zwei Raubüberfälle auf Bijouterien in der Stadt Zug. Beim ersten Vorfall im Juni konnte das gesamte Deliktsgut in einer Wohnung in Baar aufgefunden werden. Drei Personen wurden verhaftet und später vor Gericht verurteilt (Zum Artikel »)

Bei einem zweiten Raub im November gelang es der Täterschaft, unerkannt zu fliehen. Trotz sofort eingeleiteter Fahndung konnten die drei Männer bis heute noch nicht dingfest gemacht werden (Zum Artikel »)

Diebstähle von Kompletträder-Sets Auch 2014 wurden immer wieder Kompletträdersets aus Sammel- und Tiefgaragen gestohlen. Diebstähle wurden nicht bloss in den «Wechselmonaten» April bzw. Oktober gemeldet. Strafanzeigen gingen bei der Zuger Polizei das ganze Jahr hindurch ein. Die Polizei empfiehlt, Räder nur in abgeschlossenen Kellerabteilen zu deponieren oder diese bei der Autogarage einzulagern. Warten Sie bei der Ausfahrt aus Ihrer Sammelgarage, bis sich das Tor hinter Ihnen vollständig geschlossen hat und achten Sie darauf, dass sich keine unberechtigten Personen Zutritt in die Einstellräume verschaffen.

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Leserkommentare (2)
  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 24.03.2015 07:25

    Wieso Frau Sommaruga? Schweizweit ist die Zahl an Einbrüchen gesunken! Wenn schon, denn schon müsste Beat Villiger Red und Antwort stehen.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 23.03.2015 17:23

    Frau Sommaruga könnte uns Auskunft geben, warum das so ist !

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